Montag, 17. September 2012

ER KANNS NICHT LASSEN (1962 Axel von Ambesser)


Pater Brown wird versetzt, weil er sich mehr um Kriminalfälle als um seine Gemeinde kümmerte. Brown gibt sich alle Mühe die Oberen nicht zu enttäuschen, doch eine Mordserie weckt dann doch wieder sein Bedürfnis auf eigene Faust zu ermitteln...


Klon ohne Qualitätsverlust...

Was unterscheidet die Fortsetzung von dem Original „Das schwarze Schaf“? Herzlich wenig! Das wundert auch nicht, wurde das Sequel doch bereits am Ende von Teil 1 samt Titel angekündigt. Und Freunde des Erstlings werden sicherlich nicht schimpfen, dass Teil 2 dem Vorgänger ähnelt. Dies strenggenommen auch nur bedingt: der Erzählstil ist der selbe, der Mordfall selbst ist allerdings sehr anders gestrickt.

Dass die Filme bereits im Doppelpack geplant waren, löst mit Blick auf die Besetzung etwas Verwunderung aus. Sowohl der Kommissar, als auch Browns Vorgesetzter wurden anders besetzt. Ihre Figuren wurden  durch andere ausgetauscht. Warum? Pflicht der Vorlage? Keine Ahnung! Was soll's, letztendlich soll es uns egal sein. Die Neuen treten wunderbar in die Fußstapfen ihrer Vorgänger, sowohl schauspielerisch als auch von ihrem Sympathiepegel her, und die wichtigsten Rollen, der Pater und seine Haushälterin, werden glücklicher Weise ohnehin wieder von den aus Teil 1 bekannten Gesichtern gespielt.

Dem ein oder anderen wird es bestimmt gefallen Horst Tappert hier einmal in der Rolle eines Bösewichts zu sichten. Allerdings sollte man sich davon auch nicht zu viel erhoffen, sein Part ist sehr klein geraten. Wer Horst Tappert als Verbrecher sehen will, sollte dementsprechend lieber zu dem Wallace-Krimi „Der Hund von Blackwood Castle“ greifen. Trotzdem bleibt Tappert auch in geringem Maße stets ein Vorteil für einen Film.

Wie erwähnt erwartet einem bei „Er kanns nicht lassen“ der selbe Spaß wie in „Das schwarze Schaf“. Wer Teil 1 mochte, wird nichts zu maulen haben. Es ist einfach schön, dass man seinerzeit Qualität erkannte und es nicht als mangelnden Anspruch ansah, wenn Fortsetzungen ihrem Original zu sehr ähnelten (siehe auch diesbezüglich die 60er Jahre Miss Marple-Reihe). Hier wird geboten was der Zuschauer sehen will, und diesem Wunsch wurde nachgegangen, ohne dass er aus Cineastensicht scheitert.

Schon Teil 1 war kein Juwel am Krimikomödien-Himmel, aber er war ein sympathischer, kleiner Klassiker zum Immerwiedergucken, und dem steht die Fortsetzung in nichts nach. Auch das Mörderraten darf wieder stattfinden, und die Frechheiten eines Vorgesetzten gegenüber erleben in Teil 2 einen neuen Höhepunkt, vielleicht sogar einen, der selbst für den schelmischen Pater Brown etwas zu viel des Guten ist. Teil 3 wird diesmal nicht zuvor angekündigt, und wer die 2. Fortsetzung gesichtet hat wird auch wissen warum.


OFDb

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