Sonntag, 14. Oktober 2012

MANIAC COP (1988 William Lustig)


Panik macht sich in der Bevölkerung breit. Ein Wahnsinniger geht als Polizist verleidet um und ermordet harmlose Passanten. Unter Verdacht steht u.a. Jack Forrest. Der findet jedoch die Wahrheit heraus, und die ist schaurig...


Die Polizei - Dein Freund und Mörder...

Dieser kleine Horrorfilm könnte auch dem ein oder anderen Actionfan gefallen. Der Horrorpart ist relativ gering ausgefallen und mit einer kleinen Portion Spannung in eine Actionthriller-Story eingebaut. In der ersten Hälfte weiß der Zuschauer nur, dass es einen mordenden Cop gibt, der es auf hilflose Bürger abgesehen hat. In diesem Teil des Films soll man noch raten wer der Mörder ist.

Hauptverdächtiger ist ein deutlich unterforderter Bruce Campbell, und den anderen Personen werden Kleinigkeiten angedichtet, um sie ebenfalls verdächtig wirken zu lassen. Da sowohl Charaktere als auch Beweggründe aber relativ dünn sind, kommt dieses Mörder-Mitrategefühl beim Zuschauer gar nicht erst auf. Ist aber auch egal, da der Film ohnehin nicht von diesem Aspekt lebt.

Die Story beginnt flott, wenn auch etwas reißerisch, die Schauspieler sind okay, und die Grundidee ist ohnehin nicht schlecht. Spätestens wenn eine provokante Nachrichtensendung in der Geschichte auftaucht, die den TV-schauenden Figuren des Streifens so viel Angst einjagt, dass die Polizisten auf den Straßen nicht mehr sicher sind, ist spätesten dann für einen guten Film gesorgt.

In der zweiten Hälfte führt die Fährte langsam zu einem gut gehüteten Geheimnis. Hier beginnt der eigentliche Horrorpart, der über einen reinen Schlitzer-Psycho a la "Stepfather" und Co hinausgeht. Es ist schon lustig, dass Zeitschriften wie TV Hören & Sehen dieses Werk gerne mal als Actionfilm betiteln, wo im Laufe der Geschichte doch deutlich wird, dass wir es hier mit einem mordenden Zombie zu tun haben. Dessen Hintergrundgeschichte ist tragisch gestaltet (und wird in diesem Punkt in Teil 2 auch noch mal ein wenig vertieft).

In diesem 1. „Maniac Cop“ ist das Make-Up Cordells, so der Name des Zombies, noch schlicht, meist sieht man ihn ohnehin im Dunkeln. Dank seiner Größe und der Uniform wirkt er dennoch stets bedrohlich. Das musikalische Thema von "Maniac Cop" unterstreicht diese durch ihn und die dunklen Bilder der Stadt verursachten bedrohlichen Atmosphäre noch. Lange nach Gucken des Films hatte ich noch immer dieses Lied im Kopf. Schade dass es im Abspann relativ schnell zu einem eher gewöhnlichen Lied verkommt.

Bruce Campbells Rolle hat in der zweiten Hälfte des Films allerhand zu tun. Der Zuschauer weiß dort nicht nur dass er unschuldig ist (was er auch schon im Vorspann hätte erkennen können, wo der Name Cordell auf der Polizeimarke deutlich zu erkennen ist), er muss auch noch mit ihm mitfiebern, da er immer noch als geflohener Hauptverdächtiger gilt und es nur einen Cop außer ihn selbst gibt, der ihm seine Unschuld glaubt. Zwischen Jagd und gejagt werden entsteht eine rasante Situation, die sich hochschaukelt zu einem deftigen Massaker mitten auf dem Polizeirevier.

Dass das Ende im Laufe einer Verfolgungsjagd recht schnell und unspektakulär daher kommt, ist verzeihlich, tut dem Film bei all seiner reißerischen Erzählweise vielleicht sogar gut, ist aber eh egal, weil Teil 2 sich als Anschlussfilm wunderbar anbietet und ohnehin am Ende von Teil 1 anknüpft. Das mag bzw. muss zwar anders gewesen sein als Teil 1 gerade neu heraus kam, aber mittlerweile leben wir nun mal in einer Welt, in der es 3 Teile „Maniac Cop“ gibt.

William Lustigs Film ist simple Top-Unterhaltung in Sachen Action und Horror, mit einem ordentlichen Schuss Spannung. Außerdem eignet er sich alle paar Jahre zum immer wieder gucken. 


Trailer,   OFDb

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