FREITAG DER 13. 2 - JASON KEHRT ZURÜCK (Friday The 13th 2 1981 Steve Miner)



Obwohl das Camp Crystal Lake erst kürzlich Schauplatz einer Mordreihe wurde, begibt sich wieder ein Trupp Teenager dorthin. Was soll schon passieren? Der Mörder wurde seinerzeit getötet. Aber falsch gedacht, kaum im Camp angekommen darf ein Jugendlicher nach dem nächsten sein Leben lassen...


Im Namen der Mutter...

In Teil 2 ist es so weit. Killer Jason, den jeder mit der Reihe "Freitag der 13." in Verbindung bringt, darf, nachdem seine Mutter in Teil 1 das Morden übernahm, auferstehen (was weder gezeigt noch begründet wird) und von nun an Teenager morden. Jason hat nach seinem todbringenden Unfall aus Kinderzeiten noch gehörig Wut im Bauch, und dass seine Mutter von einer Camp-Mitarbeiterin getötet wurde, wird kaum dazu führen seine Wut zu mildern. Die Eishockeymaske ist ihm in seinem ersten großen Film allerdings noch fremd. Unser Killer läuft debil mit einem Sack über dem Kopf herum und knallt wegen eines clever eingebrachten Guckloches nicht ständig gegen die Bäume. Bevor er daheim am Crystal Lake mordet, lauert er der Überlebenden aus Teil 1 in ihrer Wohnung auf. Mit dieser Szene wäre dann auch bewiesen, dass er den Crystal Lake bereits vor Teil 8 verlassen hat, was allerdings im Widerspruch zu seinem restlichen Verhalten der Teile 2 bis 7 steht. Ja, die „Freitag der 13.“-Reihe war noch nie der Vertreter von Logik im Gesamtgerüst, eine gewitzte Story und talentierte Darsteller sieht man ebenfalls nur selten.

Wie schafft man es mit solchen Defiziten dennoch einen brauchbaren Film zu machen? Die Antwort darauf zeigte Teil 1, und etwas schwächer, aber noch immer höchst unerhaltsam umgesetzt, schließt sich die Fortsetzung dessem ruhigen und trockenem Erzählstil in stimmiger Atmosphäre an. Steve Miner ist ein Glückstreffer für das Fortführen der Reihe, was er auch mit der zweiten Fortsetzung bewies, die er ebenfalls inszenierte, besitzt er doch das nötige Gespür für die morbide Stimmung, die ein funktionierender Film dieser Reihe besitzen muss. Es ist ein Wunder, dass dieser Regisseur noch immer bei so vielen Menschen unbekannt ist. Außerhalb des Horror-Genres ist das vielleicht noch verständlich, obwohl er mit „Soulman“ einen großen Publikumserfolg und mit „Forever Young“ auch einen geglückten Beitrag im sentimentalen Kinobereich abgeliefert hat. Jeder Horrorbegeisterte sollte diesen Namen allerdings kennen. Außer „Freitag der 13. 2“ und 3 drehte er zudem den ersten Teil von „House“, den dialogfreudigen „Lake Placid“ und er wiederbelebte die „Halloween“-Reihe mit „Halloween – H20“. Das sind unglaublich gute Genrebeiträge. Lediglich seine Neuverfilmung von „Day Of The Dead“ ist schlecht zu nennen und das gleich richtig.

So modern „Halloween – H20“ umgesetzt ist, und so lustig „House“ und „Lake Placid“ erzählt sind, so staubtrocken klassisch sind Miners „Freitag der 13.“-Slasherbeiträge der frühen 80er. Er fängt den See, den dunklen Wald und innere Räumlichkeiten gekonnt ein. Er schafft es in der ersten Hälfte, in der kaum etwas passiert, null Langeweile aufkommen zu lassen, und das bei einem schlicht gestrickten Drehbuch mit nicht gerade vor Talent strotzenden Jungdarstellern. Wenn Jason dann ziemlich verspätet loslegen darf, bekommt Teil 2 den richtigen Schwung, um den Zuschauer auch mitzureißen, so dass dieser mit der Hauptdarstellerin mitfiebern kann.

„Freitag der 13. 2“ punktet kaum mit blutigen Szenen, und der Jasoncharakter hat noch nicht das Kultpotential späterer Fortsetzungen. Diese beiden Punkte machten späteren Regisseuren der Reihe die Arbeit um einiges leichter. Miner liefert ein eher klassisches Erzählmuster im damals modernen Terrorkino ab. Er lässt die wichtigsten Szenen bei Dunkelheit spielen, er zeigt uns gut umgesetzte Verfolgungsjagden durch den Wald, wohl durch Hoopers Kettensägenfilm inspiriert, und mit dem Kopf der Mutter wird auch ein echter Bezug zu Teil 1 hergestellt (was aber wohl eher dem Drehbuchautor zu verdanken sein dürfte).

Obwohl der Vorspann mal wieder kein Ende nehmen will, die Unlogik einen von jeder Seite anspringt, Darsteller eben so viel Mist bauen wie der Schreiber des ganzen konfusen Konstrukts, schenkte Miner dem Horrorfreund einen atmosphärischen, wenn auch nicht sonderlich spannungsreichen, Beitrag des Genres, den man mehr als ein Mal gucken kann. Dass ihm die geglückte Terrormusik des Vorgängers hilfreich zur Seite steht, sollte man fairer Weise erwähnen. Teil 2 ist ein interessanter, wenn auch nicht überragender, Film, der leicht schwächer ausgefallen mit dem Vorgänger mithalten kann und sich zusammen mit diesem und dem dritten Teil der Reihe in einem Guss schaut, bevor der Reihe Auf und Abs beschert wurden und auch bessere Beiträge nie wieder das Niveau der ersten drei Filme erreichten.


1 Kommentar:

  1. Sehe ich genauso. Hoffentlich gibts mal ein ausführliches Review zum dritten Teil denn dieser ist wohl der gelungenste Slasher aller Zeiten.

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