Donnerstag, 13. Dezember 2012

TARGET EARTH (1954 Sherman A. Rose)


Eine Frau erwacht in einer menschenleeren Großstadt, stößt recht bald auf eine Hand voll anderer Menschen, die ebenso verwirrt sind wie sie. Einer aus der Gruppe wird von einem riesigen Roboter attackiert. Es stellt sich heraus, dass es noch wesentlich mehr Roboter gibt und die Stadt wegen der von ihnen ausgehenden Bedrohung evakuiert wurde. Verzweifelt wartet das kleine Grüppchen auf Hilfe, das Militär ist zunächst allerdings noch überfordert...


Robot City...

Da habe ich ja nun was ganz schlimmes aus den 50ern gesichtet. "Target Earth" gehört neben "Tobor The Great", "Kronos" u.a. Werken zu den in Deutschland nie herausgekommenen Roboter-Science Fiction-Filmen des besagten Jahrzehnts, und nachdem die anderen beiden alle nur mittelmäßig waren, hatte ich gerade in diese kleine Seltenheit viele Erwartungen gesteckt. Diese wurden immerhin angespornt über ein Bild, das ich im Internet entdeckte, auf dem ein herrlich nostalgischer Roboter zu sichten war, der, wenn auch entfernt, etwas an den ollen Kasten aus dem „WWF-Club“ erinnerte. Zumindest bin ich der Meinung, dass das Design der Blechviecher aus "Target Earth" kaum noch im klassischen wie schrottigen Sinne von einem Konkurrenzprodukt überboten werden könnten.

Also sah ich mir dieses Filmchen voller Erwartungen an, und der Einstieg war eigentlich auch ganz gut gemacht. Eine Frau erwacht und ist allein in der Stadt (Schlafpillen deuten auf einen Selbstmordversuch hin, zunächst glaubt man an Übereinstimmungen zum späteren "Quiet Earth"). Es dauert nicht lange und die Frau wird Teil einer Gruppe von Menschen, 5 an der Zahl, 2 Pärchen und ein Singlemann. Der Mann ohne Frau ist dann auch nach längerer Wartezeit derjenige, den es als erstes erwicht (gnädig in einer zu diesem Zeitpunkt vermuteten apokalyptischen Welt, in der er nie eine Frau bekommen hätte).

Dass man auf das Erscheinen der phantastischen Gegner in solchen Filmen warten muss ist klar, und so verwundert es auch hier nicht, dass dieser besagte Tod durch einen Roboter erst nach ca. 25 - 30 Minuten Laufzeit geschieht. Das wäre allerdings nur dann o.k. zu nennen, wenn von da an auch öfters Roboter auftauchen würden. Aber Fehlanzeige! Aus der Gruppensituation zu gelungener Atmosphäre wegen des Nichtwissens der Situation und der ansprechenden Idee in einer Großstadt fast allein zu sein, wird nach dieser Attacke lediglich eine Soap-Opera-Situation, die in ewigem Geschwätz endet.

Zudem werden nun auch bald die Hintergründe klarer. Ein Zeitungsartikel verrät die Evakuierung der besagten Stadt und gibt ein erstes Licht in das Geheimnis der Roboterherkunft. Außerdem wird von nun an zwischendurch zum Militär umgeschaltet, deren Leute auf Ergebnisse von Wissenschaftlern hoffen, um der Bedrohung Herr zu werden. Und neben all dem Gerede aus Angst, Streit, Hoffnung und ganz selten auch mal dem technischen Bereich bekommt man nur ganz selten das zu sehen, weswegen man eingeschaltet hatte: wegen der ollen Roboter.

Nach langer Zeit des Wartens bekommt man ein solches Vieh endlich ein zweites Mal zu Gesicht, da liegt es allerdings schon auf dem Tisch beim Militär zur Untersuchung und ist nicht mehr wirklich ansprechbar bzw. zum Handeln fähig. Bis es zu den winzigsten Erkenntnissen kommt erlebt man wieder eine Flut an Soap und anderen Unnötigkeiten in Form von informationsfreiem Geschwätz. Und wo andere Filme in den letzten 20 Minuten, ja vielleicht sogar erst in den letzten 15 Minuten, noch einmal einen kurzen Unterhaltungsschub bekommen, setzt dieser bei "Target Earth" ebenso wie in "Beast From Haunted Cave" erst in den letzten 5 Minuten ein. Das ist schon sehr extrem bei einer Lauflänge von 75 Minuten.

Diese letzten 5 Minuten machen dann auch endlich mal wieder Spaß, und so erleben wir einen eindringenden Roboter, einen Toten durch einen Bösewicht in der Gruppe, einen Toten durch den bösen Roboter und irgendwann schließlich die zu erwartende Rettung durch das Militär. Und wie schon durch lahmste Gespräche als Propaganda verkündet, wird die Aussage nun vollendet, in der es heißt, dass der Ami sich im Notfall immer aufs Militär verlassen kann (ein Militär, in dem die Wissenschaftler behandelt werden wie Dienstmädchen). Die Soldaten erklären den zwei geretteten Zivilisten dann noch in Ruhe die Situation und des Rätsels Lösung bevor sie sich den anderen 700 Robotern widmen werden, von denen wir natürlich nichts mehr mitbekommen.

Dafür erlöst uns die "The End"-Schrift endlich von einem Film, der wirklich gut hätte sein können, wenn da einfach mehr Roboter zu sehen gewesen wären. Am Geld mag es nicht liegen, die Roboter waren ebenso erbärmliche Kostüme mit Menschen drin, wie das Vieh vom "Schrecken vom Amazonas", und es sah im Vergleich zu dem noch zehn mal trashiger aus. Allein diese Tatsache wäre eine ungeheure Unterhaltungswertsteigerung gewesen. Aber nein, stattdessen hört man nur Geschwätz. Um so erstaunlicher, dass die Filmverantwortlichen zu Beginn die interessantere Perspektive wählten, in der man mit der Hauptperson erst einmal herausfinden muss was los war. Man hätte ja auch schlicht die Evakuierung zeigen können.

Begleitet wird dieses Werk aus Nichtigkeiten und Enttäuschungen von der zu dieser Zeit üblichen reißerischen Musik. Situationen die zu dieser Begleitmusik führen, sind nach der ersten halben Stunde allerdings recht rar gesät.

Zu erwähnen wäre noch die Lustigkeit einer Szene, in der einer der Helden von einem Dach aus dem Militär zuwinkt. Er winkt lediglich vor einer bemalten Kulissenwand, und in dieser erkennt man dann auch einen Teil des Schattens des winkenden Mannes.

Wer die Situation der ersten halben Stunde mochte, ist bei "The Last Man On Earth", "Quiet Earth", "Der Komet" und "Der Omega-Mann" besser aufgehoben, im Entfernten vielleicht sogar noch bei "Return Of The Living Dead 2". Wer einen netten Roboterfilm sehen will kann höchstens noch den mittelmäßigen aber zum ein mal gucken brauchbaren "Kronos" schauen oder den braven "Tobor The Great". Von "Sky Captain And The World Of Tomorrow" seih trotz 50er Jahre-Feeling auch eher abzuraten, und als einzige wirkliche Freuden im Roboterbereich fallen mir dann nur noch die zwei Trash-Horrorwerke "Shopping" und "Evolver" ein. Aber von "Target Earth" kann ich ruhigen Gewissens wirklich jedem abraten.


Trailer,   OFDb

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