Samstag, 26. Januar 2013

BENJAMIN BLÜMCHEN (1988 Gerhard Hahn)


Benjamin Blümchen, wohnhaft im Neustädter Zoo, ist der einzige sprechende Elefant auf der Welt. In seiner Stadt ist er eine gern gesehene Berühmtheit. Zusammen mit seinem Freund Otto, einem kleinen Jungen, erlebt er aufgrund seines sozialen Engagements allerhand Abenteuer und muss dabei oft lernen, dass es nicht nur nette Menschen auf der Welt gibt...


Der Zwerg am großen grauen Berg...

Ich bin mit den Hörspielen „Benjamin Blümchen“ aufgewachsen. Die Geschichten waren schön zu hören und dabei herrlich anspruchslos, halt Trivialunterhaltung für die Kleinen. Da störte es dank lustiger Charaktere nicht mehr, dass die Welt so unglaublich heil war, selbst zu Zeiten als man älter wurde und alternativ auch mal etwas düsteres oder realistischeres hören/gucken wollte. Ein Vorteil der Hörspielreihe war der Erzähler, der mit einer sanften Stimme sehr freundschaftlich die Brücke schlug zwischen Hörabenteuer und Zuhörer.

Und genau da haben wir den ersten Punkt, woran die TV-Umsetzung der Hörspiel-Reihe scheitert. Nicht nur dass der Erzähler entfernt wurde, was ja noch verständlich gewesen wäre, er wird zudem noch von einem unglaublich unsympathischen Raben ersetzt, der, als wäre er nicht so schon ätzend genug, auch noch eine penetrante Stimme beschert bekommen hat. Klar, passt zum Charakter, aber was hat dieses egozentrische Vieh überhaupt in der Serie zu suchen? Es ist meistens nicht einmal wirklich in die Geschichten integriert.

Er ist weder Freund noch ein Erkennungsmerkmal aus dem Umfeld der Kinder. Pädagogen haben sich bereits vor den Hörspielen gesträubt, dabei aber übersehen dass Kinder ebenso wie Erwachsene Trivialunterhaltung brauchen. Mit dem Fehlen des Erzählers und dem Aufkommen des asozialen Nerv-Flattermanns wurde aus kurzweiliger Dutzendware unnötige, die man seinen Kindern nun wirklich nicht mehr ernsthaft antun muss.

Mit Aufkommen der Serie wurden die Covers der Hörspielkassetten etwas kindgerechter, da nun die fröhlichen Figuren aus der Serie abgebildet wurden. Was auf den Covers wirkt ist in der Serie, die auf Video übrigens pro Folge dreist als Filme betitelt wird, leider sehr mau. Die Animation ist purer Durchschnitt, oftmals lieblos, und die Figur Benjamin Blümchens bekam trotz kompletter Vermenschlichung diese klotzigen Pfoten beschert, mit denen er viel zu unflexibel ist, mal davon abgesehen, dass es auch tierisch doof aussieht.

Die Geschichten sind im Grunde ähnlich geblieben und von den Kassetten nur leicht abgewandelt. Das kann den Kleinsten schon Spaß machen. Schade nur, dass man als Freund alter Benjamin-Tage mit der Serie nichts anfangen kann. Auch den Kids von heute sollte man lieber die Hörspiele schenken. Den Kindern wird’s gefallen und die Erwachsenen werden in ihrer Wohnung nicht von einem schimpfenden, krächzenden Vogelvieh mit seiner sehr lauten Stimme genervt.


Episodenführer,   OFDb

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