Freitag, 18. Januar 2013

HOUSE OF THE DEAD 2 (2005 Michael Hurst)


Auf einer Universität gibt es ein Zombieproblem. Vor der Bombadierung soll ein Team Wissenschaftler mit Soldaten nach einem Zombie aus der ersten Phase suchen, da dessen Blut die Möglichkeit für ein Gegenmittel wäre...


Tot sein hält vom lernen ab...

Hurra! Uwe Boll sitzt nicht mehr auf dem Regiestuhl. Mit Teil 1 hatte dieser etwas abgeliefert, was ich nie geglaubt hätte zu erleben: Eine Katastrophe in reinster Form, die in jeden Scheißhaufen tritt, in den man als Filmemacher in diesem Jahrzehnt treten kann. Nun führt Hurst Regie, und das im Zusammenhang mit dem Spielort Universität macht Hoffnung auf Besserung.

Ist die Eingangsszene in der Uni überstanden, in der ein überschätzter Sid Haig mal wieder überagierend negativ auffällt, geht es recht lustig weiter. Die erste Hauptfigur wird eingeführt, und dies mit im Actionfilm typischer Komik. Die Szene ist locker flockig, witzig und actionreich, ein guter Einstieg ins Geschehen.

Actionreich bleibt es auch bis zum Ende des Filmes, locker flockig ebenfalls, lediglich der Humor taucht nicht mehr in der nötigen Dosis auf, die „House Of The Dead 2“ in seiner Blödheit erträglich gemacht hätte. Was uns hier an inhaltlichen Logiklöchern präsentiert wird, ist echt nicht ohne und nur schwer zu übersehen – sehr schwer.

Das beginnt bereits damit, dass die Uni erst Wochen nach dem Vorfall von einem Anti Zombie-Kommando a la Zombie Squad aus „The Dead Next Door“ gestürmt wird. Ausgebreitet hat sich da nichts, obwohl der Zombievirus schnell zuschlägt. Zwar argumentiert man ähnlich wie in Romeros „Zombie“ damit, die Untoten orientierten sich am Verhalten zu Lebzeiten, aber hat denn nie ein Student die Uni verlassen?

Es lohnt jetzt nicht jeden Schwachfug aufzuzählen, aber einen gravierenden Fehler, der ständig auftaucht, möchte ich dann doch noch gerne loswerden. Es ist ein Virus mit dem man zum Zombie wird. Ein Biss und man wird selbst zu einem Menschenfresser. Müsste die Krankheit dann nicht auch über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragbar sein? Falls nicht hätte dies einer Erwähnung bedürft, doch stattdessen sehen wir Wissenschaftler und Soldaten (Erstgenannte schießen besser), die erst losballern wenn die Zombies ihnen nah an den Pelz rücken, so dass sie ewig Blut ins Gesicht kriegen. Ein Treffer in die Augen oder in mögliche offene Wunden wäre keine Seltenheit, als Gefahr wird dies jedoch nie gesehen. Es passiert auch nie. Immerhin taucht in diesem Gebiet auch eine gute Idee auf: Mücken sind nämlich auch nicht ohne.

Es ist schwer diese Dummheiten zu schlucken, auch wenn „House Of The Dead 2“ rasant und interessant erzählt ist und auch die Zombies ein wirklich tolles Make Up beschert bekommen haben. Es fehlt einfach an der nötigen Dosis Augenzwinkerei, die zu Beginn des Streifens einfach extremer vorhanden war, als in der letzten Stunde. Die Figuren strotzen nur so vor unangenehmer Klischees. Soldaten benehmen sich nicht wie Soldaten und sind noch dümmer als man meinen sollte, und auch die Wissenschaftler benehmen sich nicht wie ihresgleichen, und auch die Faschohaltung einer nicht vorhandenen Persönlichkeit, um eine Maschine für das höhere Ziel zu sein, ist wie so oft im modernen Kino integriert ohne kritisiert zu werden. Mehr Humor hätte diesen Unsinn erträglicher gemacht.

Mit viel Bier oder Wahlweise viel Geduld und Augen zudrücken kann Hursts Werk durchaus Spaß machen. Aber je weiter es Richtung Finale geht, um so dümmer wird der Streifen, ohne dabei als unfreiwillig komischer Trash zu gefallen. Dank der flotten und niemals langweiligen Umsetzung ist er aber immerhin routiniert unterhaltsam.


Trailer,   OFDb

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