Samstag, 26. Januar 2013

SOUL SURVIVORS (2001 Steven Carpenter)


Das College-Leben beginnt, deshalb nehmen drei Highschool-Freunde Abschied voneinander, machen ein letztes Mal Party, was mit dem Tod einer der Dreien während einer Autofahrt endet. Cassie beginnt unter Trauer ihr Studium und fühlt sich unwohl, da sie von Visionen geplagt wird. Da diese morbiden Inhalt haben und ein ominöser Maskierter bedrohlich wirkt, driftet Cassie immer mehr vom Lernen ab und beschäftigt sich mit den Hintergründen der seltsamen Ereignisse, die sie zu umgeben scheinen...


Visionen als Spiegelbild...

Das Teenpublikum braucht ab und an seine Schmusemomente, Werke die in den Bereich der Soap fallen. Doch es gibt immer mal Jugendliche, denen klassische Werke aus diesem Bereich („Unter uns“, „Lindenstraße“, ...) zu peinlich sind. Und diese holen sich ihren Soap-Stoff in Zeiten des beliebten Horror-Genres dort, wo sich kein echter Horrorfan hinbegibt.

Das gab es im Prinzip schon immer, lediglich die Genres die gerade in waren änderten sich. In den 70ern gab es diese Emotionswerke z.B. durch „Kampfstern Galactica“, in den 90ern durch die Serie „Superman – Die Abenteuer von Lois und Clark“. Diese ganzen Produktionen zeichnen sich dadurch aus, dass das geborgte Genre nur dünne Grundlage ist, um Liebesgeplänkel, Trauer, Intrigen und anderes Soap-Gehabe zu erzählen.

Und so ist es dann auch mit „Soul Survivors“. Nach Außen hin gibt er sich als normaler Horrorfilm aus (immerhin will man ja nicht nur beim Zielpublikum Kohle absahnen). Das Cover zeigt langweilig die seit „Scream“ pflichtmäßig gestylten Teen-Gesichter, und die Umsetzung versucht mit einem wirren Durcheinander mystischer Szenen vom Soap-Anliegen abzulenken. Das Ziel wird manchmal erreicht, selbst dann aber nicht im positiven.

Durch die völlig wirr erzählte Geschichte kommt keinerlei Spannung auf. Dennoch hilft die Verwirrung einem, trotz unglaublich nerviger, dummer und fragwürdiger Charaktere, dran zu bleiben. Es gibt kaum etwas schlimmeres als einen Film, den man für sich noch nicht zusammensortiert bekommen hat, frühzeitig abzuschalten. Manch einer hat den Braten des Schlussgags früh gerochen. Ich muss gestehen dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen habe und habe immer kompliziert in andere Richtungen gedacht. Dabei lag es so nahe, nach Erfolgen von „The Others“ und „The Sixth Sense“, dass auch hier wieder auf einem publikumsbeliebtem Erzählmuster draufgesprungen wird.

Horrorfilme, die von Visionen handeln, sind eigentlich fast immer todlangweilig (trauriger Höhepunkt ist die Neuverfilmung des Klassikers „Carnival Of Souls“). Seinen Grusel-Hauptteil zieht „Soul Survivors“ aus diesem Bereich. Aber man kennt Produktionen wie diese. Es muss immer auf Nummer Sicher gesetzt werden. So darf auch der Verfolger im Maskengewand nicht fehlen. Aufgrund der Fragwürdigkeit der Hauptperson Cassie wirkt dieser allerdings nicht bösartiger als sie selbst. Die einen zerstören Seelen, die anderen (stehen in Verdacht zu) morden. Sollen Philosophen und Dichter entscheiden, was das bösere Übel ist.

Das fertige Werk gibt sich auf jeden Fall so wirr und undurchsichtig, dass man fast jegliche Lust am Weitergucken verliert (was auch an den unsympathischen Charakteren liegt). Vieles wird einfach hingenommen, ominöse Wendungen werden erst entfernt durch die Auflösung erklärt, und auch wenn man wie ich null Durchblick hat, bleibt alles lediglich langweilig. Bei so schlechtem Horror kann ganz selten Soap einen Film sogar aufwerten, dann muss aber die Charakterzeichnung und die Problemwelt der Protagonisten stimmen, und das ist in diesem Schinken auch nicht der Fall. So bleibt das Endergebnis ein totaler Reinfall, den man mit viel Geduld gelangweilt bis zum Schluss gucken kann. Man will ja schließlich nicht dumm und unwissend sterben.


Trailer,   OFDb

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