Samstag, 9. Februar 2013

EAT (2001 Bill Plympton)


Ein Mann geht in ein Restaurant und bestellt sein Essen. Im besagten Lokal wimmelt es nur so vor skurrilen Personen in merkwürdigen Situationen...


Zahlen, bitte!...

Dies ist ein kleiner, sympathischer Streifen, dem der nötige Tiefgang fehlt, um in einer höheren Liga mitzuspielen. Denn die ganze künstlerisch wertvolle  Art der Umsetzung schreit eigentlich nach tieferen Sinn.

Die Zeichnungen sind ungewohnt, teilweise recht experimentell. Viele Sequenzen spielen mit ähnlichen Elementen der Alkoholsequenz aus „Dumbo, der fliegende Elefant“ oder der Traumsequenz aus „Die Abenteuer von Winnie Puuh“. Heutzutage würde man so etwas sicherlich voreilig als Kifferhumor bezeichnen, aber es soll ja Menschen geben, die noch ohne Halluzinogene Phantasie besitzen.

Zumindest geht es hier recht experimentell zur Sache, kleine Tiefsinnigkeiten sind für den Moment auch gegeben. Mit die interessanteste Idee ist die mit dem Mann, der sich in einer Portion Spagetti eine Frau vorstellt. Genial wie diese leiden muss, wenn der frustrierte Mann vom Nebentisch aus Fresslust auf sie einsticht. Zudem ist es auf wunderbare Art konsequent, wie der Mann, bis in seinen eigenen Tod hinein, sich in diese Phantasie hineinflüchtet. Wie er sie, den Tisch und sich selbst mit nur einem Nudelschlürfer aufmampft, ist wahrscheinlich die einzige Sequenz, in die man wirklich viel hineindeuten kann.

Der Rest ist schräg und nett, verkommt zum Schluss allerdings zu einer Kotzorgie, die so gar nicht zu der Art und Weise des restlichen Kurzfilms passen will und wirkt, als wolle man das bisher vernachlässigte Proletenpublikum nun auch noch zufrieden stimmen. Das ist ein unsinniger Fehler, als ob dieses Publikum den Streifen überhaupt zu Ende gucken würde.

Mit diesem Schluss verspielte sich der Film sein Niveau. Für eine wirkliche Empfehlung fehlt ihm ohnehin die nötige Tiefe. Schräge Bilder und Ideen schön und gut, aber erst mit einer echten Aussage wird damit auch ein Kunstwerk.


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