Dienstag, 5. Februar 2013

HIGHSCHOOL NEWS - STRENG VERTRAULICH (Campus Confidential 2005 Melanie Mayron)


Die Hübschen und Reichen haben das Sagen auf einer amerikanischen Highschool. Eine neue Schülerin und die Chefredakteurin der Schülerzeitschrift wollen daran etwas ändern, erst recht nachdem die Zeitung samt Redaktion, vom Direktor angeordnet, abgeschafft wurde. Nun schreiben die beiden Damen privat und anonym Klatschheftchen mit Geheimnissen über die Schulprominenz und verteilen ihre Printmedie kostenlos in der Schule. Der Erfolg ist groß, wer einst das Sagen hatte hat nichts mehr zu melden. Deshalb outen sich die Untergrund-Redakteure und das Klatschmagazin wird zur neuen Schülerzeitung. Mit dieser Änderung kommt es zu zwei Problemen: Die Chefredakteurin mutiert durch ihren Erfolg selbst zum arroganten Anführer, und da man nicht mehr unerkannt Mitschüler ausspionieren kann, werden Schlagzeilen ab sofort erfunden. Der neuen Schülerin wird klar, dass hier etwas gewaltig schief gelaufen ist...


Kommt Zeit kommt Zeitung...

„Highschool News“ ist ein bemühter Film. Er versucht das politisch eher ignorante Teenpublikum auf wichtige Themen aufmerksam zu machen. So wird z.B. die Frage erörtert warum Klatschmagazine (und somit Boulevard-Journalismus allgemein) fragwürdige, da gefährliche, Kost sind. Zudem arbeitet man mit der selben Thematik wie George Orwells „Animal Farm“, auf dessen Werk auch direkt verwiesen wird. Die Verführung von Macht und das Nachrücken von Machtgeilen ist ein uraltes Thema. Trotz ständiger Aufklärungsarbeit werden dennoch die selben Fehler begangen wie eh und je. Manchmal frage ich mich wozu das ganze, wenn die Leute doch nicht schlauer werden. Dann denke ich mir wieder: Ach lieber ein paar Leute, die das Thema wachrüttelt, als gar keine.

Der Film will viel, im Prinzip erreicht er davon aber nichts bzw. nur sehr wenig. Eben weil das Zielpublikum bei den Jugendlichen liegt, wird auch auf dieser Ebene gearbeitet. Da man sich zudem entschied die quietschbunte Teenwelt in diesem Werk von comicartigen Übertreibungscharakteren bevölkern zu lassen, verliert sich jeder ernsthafte Ansatz eigentlich von selbst. Damit er dennoch durchschimmert wurde er, passend zum Rest, ebenfalls aufgebläht und dem Zuschauer provokativ auf die Nase gedrückt, ohne zusätzlich mit leisen Tönen für das sensiblere Publikum zu arbeiten. Der Wille war da, aber Geld sollte auch eingespielt werden.

Als kleiner Teenie-Film weiß „Highschool News“ aber auf sympathischer Routine zu gefallen. Er folgt brav dem typischen Handlungsabfolge-Muster, beinhaltet natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte, und das Thema Freundschaft und ihre Werte wird ebenfalls angesprochen, zum Glück nicht mit erhobenem Zeigefinger. Dennoch stößt genau dieser Part sauer auf.

Die Freundin der Hauptfigur wird dargestellt als liebes Mädchen, das von der Macht verändert nicht mehr sie selbst ist. Aber bereits zuvor sah man dem Charakter sehr stark an, dass da kein sympathischer Mensch drin steckte. Am Ende ist sie die liebe, geläuterte Freundin. Einem solchen Menschen vergeben, ihn sogar als ehemals besten Freund ansehen, ist schon Quatsch genug. Noch bescheuerter wird das ganze, wenn sich dieser Blödsinn durch den Charakter der Hauptrolle von selbst entlarvt.

Diesem ist diese Sucht nach Macht schließlich nicht widerfahren. Man sollte also nicht aus falschen politisch korrekten Gründen versuchen zu erklären, dass jeder der Macht verfallen kann. Es lauert mit Sicherheit in vielen Menschen, aber es gibt auch den gewissen Typ Mensch, der sich für Macht, Aufstieg am Arbeitsplatz und all den ganzen damit einhergehenden Gebieten gar nicht interessiert. Widersprüchlich erlebt man beide Aussagen gleichzeitig im Film. Ich denke einmal die korrekte letztgenannte unbeabsichtigt, da nicht so provokativ hervorgehoben wie die erstgenannte.

Das fertige Produkt ist nun auch kein wirklich politischer Film. Da haben Werke wie „Election“ z.B. viel mehr Potential. Im Prinzip ist „Highschool News“ ein Teenie-Film aus dem Bereich Komödie, der mit Elementen der Politsatire spielt ohne dabei selbst eine ernstzunehmende Satire zu werden. Dazu ist sein Humor auch viel zu albern und kunterbunt. Lustig ist das ganze dann doch.


OFDb

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