Dienstag, 5. Februar 2013

FLIGHT OF THE LIVING DEAD (Flight Of The Living Dead: Outbreak On A Plane 2007 Scott Thomas)


Da auf einem Passagierflug auch ein bewachtes Experiment im Frachtraum transportiert wird, kommt es während des Fluges durch ein Unwetter zu einer Katastrophe. Das besagte Experiment ist eine Leiche, die einen Virus in sich trägt, der totes Gewebe reanimiert. Diese hat sich befreit. Mit jedem gebissenen Passagier steigt die Anzahl der Zombies an Bord...


Die untote Reise in einem verrückten Flugzeug...

Wenn Zombies dem Boden im Passagierraum eines Flugzeuges entsteigen, um augenzwinkernd auf die klassische Parallele zu verweisen, dass lebende Tote aus dem Boden des Friedhofs kommen, dann kann ein Zombiefilm doch eigentlich nicht völlig verkehrt sein, oder? Klingt so, aber weit gefehlt. „Flight Of The Living Dead“, der auf die aktuelle Zombiewelle ebenso aufspringt, wie auf den Erfolg von „Snakes On A Plane“, ist leider alles andere als eine prickelnde Genreerfahrung geworden.

In den ersten 45 Minuten gibt es gerade mal zwei Zombieattacken, eine davon wird ausgeblendet. Das wäre nicht weiter wild, wenn das Füllmaterial stimmen würde, aber stattdessen darf man sich das öde und nervige Gelaber einer Vielzahl von Passagieren anhören, eine Art Vertiefung der Charaktere, wenn sie denn welche hätten.

Zwar gibt es inmitten vom Klischeemeer auch manch nette Idee, z.B. den Verweis darauf, dass dies der letzte Flug des Kapitäns ist, angelehnt auf die historische Fahrt der Titanic, oder dass der Sicherheitsbeauftragte des Flugzeuges ausgerechnet eine der merkwürdigsten Gestalten an Bord ist, aber damit bekommt man diesen ollen Schinken auch nicht schmackhaft gemacht.

Viel zu schnell ist man genervt. Es vergehen keine 10 Minuten bis einem klar ist, dass eigentlich keine Hoffnung besteht. Immerhin die deutsche Synchronisation ist auf mittelmäßigem Niveau, und die Darsteller agieren auch recht passabel. Recht nett könnten die Zombies aussehen, wenn sie nicht solch übertrieben gelbe Augen hätten. Ein farblicher Schimmer in den Sehorganen könnte gruselige Wirkung haben, das extrem aufdringliche Gelb der wandelnden Verstorbenen hier wirkt hingegen einfach nur lächerlich.

Alle Personen, die nicht zum Personal gehören, verhalten sich nach Ausbruch der Zombieseuche so, als ob sie sich in keinem Flugzeug befinden würden. Nie hört man besorgte Stimmen, ob es dem Kapitän gut gehen mag, nie erkundigt sich jemand, ob überhaupt noch wer das Flugzeug fliegt. Trotz aller Probleme macht der routinierte Kapitän auch nie den Versuch zu landen. Aber mit dieser Arroganz stellt er sich nur in eine lange Reihe unglaubwürdiger Charaktere an, die ebenso wenig nachvollziehbar handeln.

Auch klassische Filmfehler, wie die endlose Munition der umherballernden Gesetzeshüter, dürfen nicht fehlen. Im Gegensatz zu „Ants On A Plane“ kann die Zombievariante trotz solcher Zutaten nicht einmal mit unfreiwilliger Komik punkten. Schade, aber gerade heutzutage, in einem Meer an Zombiefilm-Produktionen, braucht man sich diesen Mist nicht anzutun. Dann sollte man doch lieber „Zombie Honeymoon“, „Dead Meat“ oder „Dawn Of The Dead“ schauen. Die neue Zombiewelle bietet nicht so tolle Werke wie die erste, aber „Plane Dead“ (Alternativtitel) ist mir dann doch eine Spur zu extrem plump und kann vergleichbaren Genrebeiträgen wie „Zombie Night“ die Hand reichen. Meiner Meinung nach hat die aktuelle Zombiewelle ohnehin ihre größeren Trümpfe im parodistischen Bereich („Shaun Of The Dead“, „Fido“, ... ).

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