Dienstag, 5. Februar 2013

NIGHT OF THE SHARKS (La notte degli squali 1988 Tonino Ricci)


Ein Mann hat Jahre lang für einen mächtigen Verbrecher gearbeitet, der sogar Geschäfte mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika laufen hat. Nun wendet der Mann sich gegen seinen Auftraggeber und erpresst ihn mit einer CD, auf der sich Gespräche befinden, die den "ehrenwerten" Geschäftsmann ruinieren würden. Die CD schickt der Erpresser sicherheitshalber an seinen Bruder. Jener wird nun unfreiwillig in die ganze Sache mit reingezogen und findet sich bald inmitten eines Kampfes auf Leben und Tod um die besagte CD wieder. Diese hat er an einen Hai verfüttert, da er nicht die Regeln der Gauner befolgen will...


Digitales Fischfutter...

Auf Italien ist fast immer Verlass. Wenn da Horrorfilm drauf steht ist fast ausnahmslos Trash drin, ganz besonders im Gebiet des Tierhorrors, der hier anbei nur vorgeheuchelt wird. Eigentlich ist „Shark – Stunde der Entscheidung“ (Alternativtitel) ein Abenteuer-Actionfilm, in dem sich Gut und Böse um eine CD kloppen, ein Erpressungssouvenir. Hin und wieder kommt auch der titelgebende Hai zum Einsatz. Richtig gelesen, es ist nur einer, der Titel „Night Of The Sharks“ verweist nicht auf die Haipopulation, sondern auf einen Insel-Feiertag der diesen Namen trägt.

Ob man es glaubt oder nicht: Für einen derart bescheuerten B-Film sind die Haiszenen sogar brauchbar umgesetzt, nicht atemberaubend aber gut gefilmt. Trotzdem sind sie, zumindest im späteren Verlauf, nur als lächerlich zu bezeichnen, da das Vieh hier wie ein gehorsamer Hund eingebracht wird, der auf Kommando kommt, wenn man ihn mit Blut lockt. Ja, so bekommt man selbst das einzig brauchbare dieses Streifens in den Müll gezogen. Trashfans strahlen vor Freude.

Nach den ersten 10 Minuten, die immerhin auch besagte brauchbare Haiszenen beinhalten, wird es erst einmal ruhig um den tierischen Jäger. Nach 15 Minuten darf man eine Schlägerei sichten, wie sie seinerzeit bei Spencer/Hill-Filmen stattfand, inklusive der dazugehörenden Geräusche, Tricks, Locations und man mag es kaum glauben: Komik. Diese ist zwar reduzierter als beim allbekannten Prügelduo vorhanden, aber immerhin dennoch vorhanden. Mit dieser Szene passt der Film wunderbar in die 70er. Ohnehin macht das Werk den Eindruck er käme aus dieser Zeit, was ich nicht positiv meine, ich meine nämlich die italienischen Film-70er. Lediglich die ewig erwähnte CD weist auf die wahre Zeit hin, in der das ganze spielt!

Nicht nur, dass der Film wie ein schlechter 70er-Jahre-Streifen wirkt, was ja bereits beweist wie wenig Talent hier hinter der Kamera vorhanden war, auch die Logik haut Schlaglöcher in die Story, dass fast das komplette Zelluloid davon hätte kaputt gehen müssen. Und wir reden hier nicht nur von völlig idiotischen Fehlern am Rande (Leute wissen vom Standort der CD ohne es wissen zu können, Haie lassen sich von Menschenblut anlocken, ...), nein, allein die Grundstory ist schon so was von dumm und dämlich, dass man nicht mal mehr davon reden kann, sie würde auf wackeligen Beinen stehen. Das ist schon weit mehr als das, das ist viel eher ein Erdbeben an Dummheit. 

Warum hier wer was tut, wer was wann und warum haben will, jemanden töten will, am Leben lassen will, Haie fängt oder nicht fängt, Sex hat, miteinander redet und nicht redet, erpresst, sich erpressen lässt, schießt, ja, wie man herausliest eigentlich alles, ist kaum nachvollziehbar, und wenn dann sofort als unsinnig entlarvt.

Der Held ist ein strahlender Schönling, ein Pfaffenfreund, Frauenheld, Abenteurer, Schurke, Bekehrter, Kinderfreund, Haijäger, quasi der Prototyp eines tollen und vor allen Dingen unkaputtbaren Filmhelden, wie die Welt ihn braucht. Lustig ist sein Begleiter: Für den kompletten Film völlig unnütz, sieht irre schwul aus, bekommt aber in der deutschen Synchronfassung die ultraharte Hurrycan-Harry-Stimme aus „Cool McCool“ aufgesetzt, die so gar nicht zu ihm passt. Überraschend ist zudem die Inselschönheit an der Seite des Helden, die eigentlich so gut wie nie vorkommt. Immerhin der Pfaffe bekommt des öfteren Sinn, aber was wäre das auch für ein Gottesmann, der sich nicht in Sachen einmischen würde, die ihn nichts angehen?

Um nicht alles runter zu machen möchte ich noch erwähnen dass der Soundtrack recht nett anzuhören ist, quasi simpel aber brauchbar, und das Lied, welches des öfter zu hören ist, erinnert in seiner Art an „Dancing Girls“ von Nik Kershaw, wenn man sich den Gesang wegdenkt.

„Night Of The Sharks“ ist dem hartgesottenen Trashfan durchaus zu empfehlen, auch wenn das Werk an sich einige Durststrecken hat. So wird beispielsweise zu Beginn des letzten Drittels etwas arg viel sinnlos gekämpft und geschossen, und der Finalkampf gegen den Hai ist auch eher unspektakulär ausgefallen. Ansonsten macht der Film allerdings richtig Laune, ist aber ganz klar ein Rohrkrepierer für Freunde echter Lichtspielunterhaltung.


Trailer,   OFDb

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen