Montag, 11. März 2013

HARTE JUNGS (2000 Marc Rothemund)


Eines Morgens wacht Florian auf und nichts ist mehr wie es einmal war. Sein Penis spricht mit ihm, und er will Frauen. Für den scheuen Florian wird dies zum Problem, er muss erst einmal herausfinden wie man zu einem Date kommt. Und was tun, wenn man eins hat?...


Willi, sein bester Freund...

Wenn in einer Komödie Axel Stein mit seinen Sprüchen zu den Highlights zählt, dann kann man wirklich nicht von einem tollen Erlebnis sprechen. Allerdings hätte „Harte Jungs“ sogar recht nett werden können, wenn die Hauptfigur nicht so unglaubhaft naiv personifiziert worden wäre.

Den Aufhänger des sprechenden Pimmels hätte man streichen können, ist er für die Geschichte an sich doch gar nicht wichtig. Trotzdem ist der Punkt die Naivität des Protagonisten betreffend wesentlich gravierender am Scheitern des Films. Ein so alter Teen, der nicht nur nie von Sex gehört hat, sondern auch in jedem anderen Punkt mit dem anderen Geschlecht von nichts eine Ahnung hat, nichts kapiert und der derart treu auf die irre plumpen Ratschläge seines Kumpels hört, das ist alles zu viel des unmöglichen.

Obwohl die Welt, in der Florian lebt, von seinen ominösen Mitmenschen beeinflusst wie eine Comicwelt wirkt, hätte es genau an dieser Figur gelegen das Normale zu verkörpern (ähnlich Kerkelings Rolle in „Kein Pardon“). An Tobias Schenke mag das Scheitern nicht wirklich liegen. Er wirkt zwar relativ blass, aber sein volles Potential nicht in einer derart dummen Pflichtrolle entfalten zu wollen wird ihm wohl keiner übel nehmen. So wirkt er hier rein optisch wie ein deutscher Corey Haim, und man musste noch bis „Ein Leben lang kurze Hosen tragen“ warten, um sein wahres Talent zu Gesicht zu bekommen.

Ohne dieses Hauptfiguren-Manko hätte aus dem Werk ein durchaus unterhaltsamer Film werden können. Dann hätte man zwar noch immer kein wirklich gutes, aber immerhin ein recht kurzweiliges Ergebnis gehabt, mit Witzen aus dem unteren Niveau-Regal, aber immerhin noch witzig. Die kompletten Nebenrollen waren zumindest auf TV-Film-Niveau nett besetzt, allen voran die enttäuschte Freundin des Helden, die noch immer auf ihren Busen wartet.

Dafür dass es sich bei diesem Film um einen Kinofilm handelt, ist der Cast wiederum recht blass ausgefallen, und im Kino wäre ich mir komplett verarscht vorgekommen. Auf dem heimischen Bildschirm weiß „Harte Jungs“ trotz seiner etlichen Mankos immerhin seine Laufzeit lang zu unterhalten, wenn auch nur auf billigstem Niveau und mit viel Augen zudrücken.


Trailer,   OFDb

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