Donnerstag, 14. März 2013

BLACK SWARM (2007 David Winning)


Genmanipulierte Wespen bedrohen eine Kleinstadt. Ihre Opfer erstehen nach dem Tod wieder auf, um unter Wespeneinfluss umherzuwandeln. Eine Polizistin und ein Kammerjäger versuchen die Bedrohung zu beenden...


Summ summ summ, Leichen gehen um...

Eine junge Frau kehrt nach 9 Jahren mit ihrer kleinen Tochter in ihr Heimatdorf zurück. Dort verstarb einst ihr Mann. Nun hat sie Angst dessen Bruder zu begegnen, da es eineiige Zwillinge waren, und sie an ihren Gemahl erinnert würde. Der Bruder bereitet alles vor, um die Stadt zu verlassen. Er was stets in die junge Frau verliebt, bevor ihr Bruder sie ihm wegschnappte. Die Frau liebt in Wirklichkeit den noch Lebenden. Sie finden sich. Die Frau offenbart ihm, dass das Kind, mit dem sie verschwand, seine Tochter ist. Er entschuldigt sich, denn er hätte es fühlen müssen.

Konstruiert und gefühlsmäßig arg übertrieben? Richtig! Wir befinden uns in einem schnell heruntergekurbelten Tier-Horror, der uns diese Geschichte am Rande als tragischen Hintergrund serviert. Ich habe ihn hervorgehoben, da man an diesem Subplot gut erkennt, wie der Film gestrickt ist. Nicht nur dass dieses bescheuerte Soap-Konstrukt unrealistisch daherkommt, es wird auch noch bierernst präsentiert. Ein Augenzwinkern kann da suchen wer will. Dass das Ende dieser Gefühlsduselei im Widerspruch zum Anfang steht, denn die Frau wollte dem Mann wegen der Ähnlichkeit ihres verstorbenen Gatten nicht mehr sehen, ist bei diesem konfus zusammengestrickten Tragik-Konstrukt kaum noch wichtig.

Aber es steht Pate für den kompletten Streifen, denn auch sein Horrorpart ist nicht gerade das Vorzeigeprodukt für hohe Filmkunst. Auch hier hagelt es Widersprüche und Unlogiken. Auch hier ist die Geschichte völlig Banane. Killerwespen lassen tote Menschen auferstehen! Das ist es was Trash-Fans lockt. Um so überraschter ist man, dass dieses Werk so ernst angegangen wurde. Wo bleibt die Augenzwinkerei? Jedem Beteiligten wird doch bewusst gewesen sein, dass er Schrott dreht. Das sollte man mindestens von Genrelegende Robert Englund erwarten, dem zuliebe immerhin ein Elm Street-Witz eingebaut wurde.

„Black Swarm“ ist ein ernstes Produkt seiner Gattung und damit zum Scheitern verurteilt. Aber es gibt immerhin gute Nachrichten für Freunde unfreiwillig komischen Trashs, denn auf dieser Basis funktioniert „Black Swarm“ wunderbar. Das kristallisiert sich mit fortlaufender Spielzeit immer mehr heraus. Was ganz passabel beginnt wird immer unsinniger, bis es im Finale an Blödheit nur noch hagelt, was die fehlende Augenzwinkerei nur noch um so fragwürdiger macht. „Frühling für Hitler"? Absichtlich ins Klo gespült? Man weiß es nicht.

Wespen fliegen umher, das ist wie immer recht billig getrickst. In direkterer Einzelaufnahme wissen die Wespen jedoch zu überzeugen, fällt an so kleinen Viechern doch nur bedingt die billige Computeranimation auf. Das geht also in Ordnung.

Die von ihnen geschaffenen Zombies sehen freilich nicht aus wie Zombies. Sie sehen aus wie Allergie-Opfer nach einem Insektenstich. Sie wandeln umher, während ein merkwürdiges Summen aus ihnen herauskommt. Das bemerkt jedoch nur das Töchterchen der Heldin, obwohl selbst der Dorfpfarrer summend umherschleicht. Aus zwei Gründen ist dies aber auch gar nicht weiter wild.

Zum einen ist der Film ohnehin sehr holprig inszeniert, was man allein schon daran merkt, dass Figuren häufig über Sachen bescheid wissen, die sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht wissen dürften (oder es zumindest sehr unwahrscheinlich ist, dass sie Fakten in jener Zeit erfahren, in welcher der Zuschauer sich in einer parallelen Szene befindet). Zum anderen sind die Wespenzombies, wegen denen ich ursprünglich eingeschaltet habe, überraschender Weise ohnehin nur Nebensache. Für die Geschichte selbst sind sie überhaupt nicht wichtig, die orientiert sich brav am klassischen Bienenhorror, wie es ihn dutzendfach gibt.

Gegen Ende kommen die summenden Toten häufiger vor, werden aber auch hier weder sonderlich wichtig, noch sonderlich gefährlich. Was der Sinn dieser Auferstehung ist und wie die Wespen das bewerkstelligen wird auch nie geklärt. Und sich über summende Zombies wundern, tut sich auch nur die Kleine. Für die Erwachsenenwelt scheint das alles völlig normal zu sein. Wenn nun noch aus einem idiotischen Grund das Mädchen zur Wespenkönigin wird und ein schlechtes Drehbuch Figurentäuschung der vorrausschauenden Art begeht, dann befinden wir uns im finalen Obertrash dieser amerikanischen Spaß-Granate. Hier werden viele Menschen nicht verstehen, wie man sich diesen Bockmist als Filmfreund geben kann.

„Black Swarm“ ist ein ominöser Bastard aus Tier-Horror, Zombiefilm und Soap Opera, der nicht nur beweist, dass man auch die albernste Story mit einer viel zu ernsten Umsetzung in Zeiten großer Trashgemeinden ruinieren kann (immerhin gibt es mittlerweile ein großes Publikum für Filme a la „Black Sheep“, „Auch Marsmenschen haben Hunger“ und „Angriff der Killertomaten“), sondern auch, dass Robert Englund wirklich jedes Drehbuch und jede Produktionsbedingung egal ist. Aber so war es mit ihm ja eigentlich schon immer. Freunde unfreiwillig komischen Trashs sollten zugreifen, auch wenn man sich bei dieser absurden Story darüber wundern darf, dass „Black Swarm“ kein funktionierender freiwilliger Trash geworden ist.


Trailer,   OFDb

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