Sonntag, 3. März 2013

SPACE TRANSFORMERS (Iron Invader 2011 Paul Ziller)


Ein außerirdisches Bakterium mit Heißhunger auf Metall stürzt per Satellit auf die Erde und nutzt auf dem ortsansässigen Schrottplatz die Skulptur eines Metall-Golems um durch die Gegend zu schlendern und Menschen ihren Metallanteil aus dem Blut zu ziehen...


Der Gigant vom Schrottplatz...

Liest man sich die Inhaltsangabe durch, dürfte man schon wissen auf was man sich einlässt, wenn man „Space Transformers“ schaut, der anders als der Titel vermuten lässt kein Billig-Fake von „Transformers“ a la The Asylum ist, sondern ein halbwegs eigenständiger Filmbeitrag. Zillers Werk ist Trash in Reinform, wie soll es anders sein, aber eben weil Ziller drauf steht, ist es auch die angenehmere Art Trash. War Zillers Erstling „Pledge Class“ noch eher mittelmäßiger Natur, wussten Werke wie „Snakehead Terror“ und „Swarmed - Das tödliche Summen“ durchaus jenseits der unfreiwilligen Komik zu gefallen.

Jenseits der unfreiwilligen Komik heißt nicht, dass sie nicht vorhanden ist. Gerade im hier besprochenen Film hagelt es Unlogiken hoch zehn (warum Eisen aus Blut ziehen, wenn überall Autos herum stehen?). Auch der titelgebende Golem ist keine runde Sache. Zwar wurde die billige Computeranimation die ihn zum Leben erweckt halbwegs brauchbar umgesetzt (verglichen mit Werken wie „Transmorphers“ oder „Swamp Devil“), aber er strahlt optisch keine Bedrohung aus. Da ist es nicht gerade hilfreich, dass er zudem oft nur dämlich herumsteht oder sich irre langsam bewegt.

Dass die komplette Story Irrsinn ist und auch das Bakterium seinem geliehenen Körper viel zu viele Eigenschaften eines echten Körpers verleiht, muss man einfach schlucken wenn man seinen Spaß mit „Metal Shifters“ (ausländischer Alternativtitel) haben möchte. Auf Menschen wie mich trifft diese Aussage nur bedingt zu, denn für mich gehört der unfreiwillig komische Part mit zum Unterhaltungswert dazu. Er paart sich wunderbar mit dem freiwillig schundigen Charme dieser B-Produktion, und so darf man einen Film sichten, der weiß dass er Schund erzählt, und seine Geschichte nur deshalb nicht ironisiert, da sie das Kind in uns wecken soll, ganz ohne Kompromisse.

Das ist nah am scheitern angelegt, aber das Rezept geht halbwegs auf, wird es doch niemals langweilig und sind die Charaktere doch brauchbar genug um sie zu mögen. Schön dass man bei vielen Nebenfiguren nicht voraussehen kann ob sie nun umkommen werden oder nicht, und für kurze 90 Minuten schwappt auch die konservative Spießermentalität der eingeschworenen Dorfgemeinschaft auf den Zuschauer über, die auf ihre naive Art gerne alle Probleme der Welt lösen würde und sich erst bei erwachtem Gehirn wieder als fehlerhaft outet.

Selbiges darf man bei der weiblichen Hauptfigur vermuten, die nun eingelullt durch die Geschehnisse dem Helden der Geschichte ein Happy End in der Love Story beschert, aber eines das wenig Hoffnung auf die Fortbestehung der Beziehung macht, wenn wieder Alltag in die Kleinstadt eingekehrt ist.

In seinem Grundszenario schaut sich „Iron Invader“ (Originaltitel) wie die böse Version von „Der Gigant aus dem All“. Einzeln umher wandernde Metallstücke wecken Erinnerungen an „Terminator 2“, aufgrund der Größe der Teile aber auch an die selbstständig umherwandernden kleineren Maschinen aus „Rhea M“. Eine Eigenständigkeit entwickelt Zillers Film allein schon durch die arge 08-15-Handlungsabfolge nicht, die überraschungsfrei das Szenario durchspielt, bis hin zu seiner albernen Auflösung, wie das Monster aufzuhalten ist.

Es ist trotzdem interessant, dass dieser dämliche Mix aus Science Fiction, Horror und Trash derart zu unterhalten weiß. Ein Monstermix aus Bakterium, Außerirdischem, Roboter, Vampir und Golem klingt als wüsste man nicht was man eigentlich will, oder zumindest danach sich mit zu vielen Ideen auf einmal zu überheben. Aber Ziller wusste schon sehr genau was er mit dieser Kreatur wollte, und das weiß den Film zu retten, einen Film der innerhalb seiner kompletten Widersprüchlichkeit immer wieder logisch sein möchte und dadurch noch unlogischer wird (Wieso hat es mich nicht angegriffen? - Du leidest zum Glück an Eisenmangel!).

Also, wer Spaß am Schund hat sollte einschalten. „Space Transformers - Angriff aus dem All“ (Alternativtitel) ist weder die ernstzunehmende B-Produktion a la „Monsterwolf“ und „Outpost“ geworden, noch ein Schwachsinn a la „Mega Piranha“ und dem meisten anderen Mist den The Asylum verzapft. „Space Transformers“ ist das was damals „Shopping“ oder „Evolver“ waren, ironiefreier, charmanter Horror-Nonsens für kleingebliebene Große. Heutzutage entdeckt man brauchbare Werke dieser Rezeptur leider viel weniger als in der guten alten Zeit.

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