Samstag, 2. November 2013

SCARY MOVIE 5 (Scary MoVie 2013 Malcom D. Lee)


Nachdem ein Pärchen verwahrloste Kinder adoptiert hat beginnt um sie herum das Grauen. Die Kinder sprechen immer wieder über eine mystische Person namens Mama...


Paranormales Affentheater...

Die „Scary Movie“-Reihe stand nie für ein hohes Niveau und litt immer unter der Schelte von Kritikern, egal ob es nun professionelle oder welche aus Lust an der Freude waren. Mir haben die Filme auf niedrigem Niveau jedoch recht gut gefallen, darf man in ihnen doch keine Parodie sehen (dafür gehen sie nicht nah genug an die Wurzeln der Vorbilder heran), sondern als humoristische Variationen der Originale. Da sammeln sich Zoten, da gibt es immer wieder Momente des Fremdschämens, aber irgendwie hat es doch meistens funktioniert. Teil 2 war weniger mein Ding, ist aber durchaus konsumierbar, Teil 4 bekam gerade noch die Kurve zur charmanten Mittelmäßigkeit, aber Teil 1 und 3 finde ich recht kurzweilige Filmchen für den Schnellverzehr, auch gerne mal in der Wiederholung.

„Scary Movie 5“ ist nun der erste Teil, der für meinen Geschmack die Grenze überschritten hat, die einen solchen Film von Nieten wie „Date Movie“, „Mega Monster Movie“ oder „Disaster Movie“ getrennt haben. Vereinzelt schleichen sich zwar noch nette Ideen ein (z.B. ein wunderbarer Dialog, in welchem immer wieder eine Hütte im Wald betont wird), insgesamt ist das Kasperletheater sich selbst- oder fremdverletzender Leute jedoch endgültig auf Kindergarten-Niveau angekommen, zumindest weiß ich nicht was das Slow Motion-Verfahren, welches man in Anlehnung an „Paranormal Activity“ aufgriff, an solchen ausgelutschten Witzchen lustiger machen soll. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber diese bleiben rar gesät.

Das Hauptaugenmerk liegt bei "Paranormal Activity 2", und das scheint zunächst eine gute Idee zu sein, ist das Found Footage-Verfahren doch bislang nicht geglückt parodiert worden. Meist griffen Soft Erotik-Filmer auf diese Idee zurück, produzierten aber freilich nur unterirdischen Schrott wie „The Bare Wench Project“. Klar, wie eingangs erwähnt, die „Scary Movie“-Reihe war nie wirklich Parodie, aber was man hier im Found Footage-Stil auf die Beine stellt ist schon erbärmlich. Da bieten sich so viele einfallsreiche, humoristische Ideen mit diesem Verfahren an, und man greift keine von diesen auf. Dass der Film nicht komplett in diesem vergeigten Verfahren gedreht ist, könnte einen aufatmen lassen, der Rest von „Scary MoVie“ (Originaltitel) ist aber leider nicht viel besser.

Kaum zu glauben, aber am Drehbuch werkelte wieder David Zucker mit, ein Drittel des berühmten Zucker/Abraham/Zucker-Gespanns, denen wir Meisterwerke wie „Die unglaubliche Reise in einem verrücken Flugzeug“ und „Die nackte Kanone“ verdanken und solch geglückte Filme wie „The Kentucky Fried Movie“ und „Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“. Als David Zucker mit Teil 3 die „Scary Movie“-Reihe übernahm, da erwartete so manch einer dementsprechend einiges. Zwar war „Scary Movie 3“ schon wesentlich treffsicher und bot sogar den ein oder anderen versteckten Verweis auf Werke aus Zuckers Vergangenheit, aber ein Film auf dem Niveau der 80er Jahre-Werke ist trotzdem nicht dabei heraus gekommen - bei weitem nicht.

Nun ist David Zucker am Bodensatz der Komödienkunst angekommen, ein trauriger Fall eines Mannes, der es wesentlich besser konnte, vorausgesetzt er wurde nicht von den anderen beiden des eben erwähnten Regisseur- und Autoren-Trios mitgetragen. Klar, das Zielpublikum eines „Scary Movie"-Films ist die Jugend, und da lacht man noch über albernere Dinge als später, aber das bedeutet ja noch lange nicht, dass Teens sich jeden grenzdebilen Schrott antun. Das tut nur ein geringer Prozentsatz den es auch im Erwachsenenalter noch immer vorzufinden gibt. Also ist der Fingerzeig aufs Zielpublikum in meinen Augen lediglich Ausrede anstatt Alibi.

Zumindest kann ich in einem Punkt Entwarnung geben: wer sich vor „Scary Movie 5“ lediglich scheut weil er die Originale nicht kennt, der braucht sich nicht länger zu bremsen. Die hier zitierten Werke braucht man nicht zu kennen, wahre Insider-Jokes gibt es nicht, nur albernes Herumgehampel vor geklauter Kulisse, bzw. in kopierten Kostümen. Am enttäuschtesten war ich von den Szenen, die an „Planet der Affen - Prevolution“ angelehnt sind. Mir hat der Film gefallen, aber er bot so einiges an Potential zur Veralberung. Schade dass im hier besprochenen Werk lediglich ein Fäkal-Gag der Affengeschichte zu belustigen weiß, mehr leider nicht.

Zwei Faktoren machen deutlich was u.a. an „Scary Movie 5“ nicht funktioniert. Das ist zum einen das Fehlen von Hauptdarstellerin Anna Faris, die sich für kein Geblödel zu fein war und doch immer mit einem Hauch Reststolz aus den peinlichsten Momenten hervorstach, und die nun ersetzt wurde von einer Frau, die das Herumalbern nicht im Ansatz beherrscht und stets viel zu ernst guckt. Der zweite Fakt betrifft Autor David Zucker. Der schaffte es in den Teilen 3 und 4 die völlig unterschiedlichen Stoffe der Vorbilder zu einem interessant-schrägen Mix zu vereinen, so dass man nicht nur das Gefühl hatte einer lieblos aneinandergereihten Nummern-Revue beizuwohnen. In „Scary Movie 5“ gibt es nicht einmal mehr diesen dünnen roten Faden. Die Komödie wirkt noch mehr zusammengeflickt. Wirklich zusammengehören will da nichts, auch wenn man krampfhaft versucht dieses Wirrwarr zu vereinen.

Leute die bislang über „Scary Movie“ geschimpft haben waren mir viel zu streng und verkrampft. Schließlich macht es auch mal Freude unter Niveau zu lachen. Und wenn Beteiligte mit Spaß an der Sache dabei sind, macht das schon mal viel am Ergebnis aus im Vergleich zu Filmen, in welchen die Verantwortlichen nur aus Pflicht bei der Sache dabei sind, so wie es in vielen Leslie Nielsen-Filmen der Fall war. „Scary Movie 5“ war nun der erste Teil der Reihe, bei dem ich es berechtigt finde, wenn man auf ihn schimpft. Toll war das nicht. Allerdings ist der Tiefpunkt noch nicht erreicht. Mit etwas Langeweile als Wegbegleiter kann man „Scary Movie 5“ zumindest noch durchhalten. Und die ersten 10 Minuten machen sogar Spaß. Aber eine Komödie muss nicht erst „Disaster Movie“-Niveau erreichen um zur Gurke zu werden. Schade, da gab es nach so vielen Jahren endlich mal eine Fortsetzung, und dann liefert man uns so einen schlechten Film ab. Jetzt erwarte ich aber auch möglichst zügig einen „Scary Movie 6“ zur Wiedergutmachung.

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