Samstag, 31. Januar 2015

MACABRA - DIE HAND DES TEUFELS (Demonoid, Messenger of Death 1981 Alfredo Zacarias)


In einer Silbermine stoßen ein Mann und eine Frau auf eine Kammer in der einst satanische Rituale zelebriert wurden. Die Frau nimmt ein Kästchen mit, nichts ahnend dass darin eine höllische Hand in Zaum gehalten wurde. Nun ist sie befreit und ergreift Besitz von der linken Hand ihrer Opfer. Ihr Ziel: jene Frau in Besitz zu nehmen, welche das Relikt aus der Kammer entwendet hat...


Linkshänder sind des Teufels...

„Macabra - Die Hand des Teufels“ ist ein herrlicher Horrorfilm, wenn man etwas mit den Schundproduktionen Mexikos aus den 70er und 80er Jahren anfangen kann. Atmosphärische Musik wird auf billige Bilder gelegt, eine reißerische Geschichte erfährt, allein schon durch den Soundtrack, eine reißerische Umsetzung. Und oftmals pausiert die Logik durch Schnittsetzung oder andere Dusseligkeiten, die keiner seinerzeit vor Ort bemerkt hat. Da geht eine böse Hand mit einer Frau duschen ohne sie zu attackieren, da wird man mit Handschellen so gefesselt, dass man kein Houdini sein muss um sich befreien zu können, und selbst die einzige Actionszene des Streifens, eine Autoverfolgungsjagd, weiß zu belustigen, da es keine Choreographie der Crashs gab und alles mühsam mit vielen Schnitten höchst billig zusammengeschustert wurde.

Bei so viel Unsinn braucht es nicht wundern, dass auch viele Dialoge (zumindest in der deutschen Fassung) frei von Sinn sind. Oft wirken Gespräche wie aneinander vorbei geredet. Ebensowenig versteht man die Beweggründe der Protagonisten, weiß nie warum sie wissen was sie wissen und warum sie plötzlich ihren Glauben ändern. Ebenso die Hand: warum wählt sie einen so umständlichen Weg Besitz von der Frau zu ergreifen? Und warum will sie dies so spät, wo sie doch viel früher die Chance dazu hatte? Und wenn diese Hand wirklich das Werkzeug des Teufels ist, was hat der Teufel damit vor? Die Menschheit kann man mit der ollen Pranke wohl kaum erledigen und mit links schon mal gar nicht - hohoho!

Ja, da kommt viel unfreiwillige Komik zusammen, und doch besticht „Demonoid, Messenger of Death“ (Originaltitel) hauptsächlich durch seinen Charme. Ebenso wie in „Die Nacht der reitenden Leichen“ gehen sympathische Umsetzung, stimmige Atmosphäre und Stümperhaftigkeit Hand in Hand, bzw. diesmal linke Hand in linke Hand. Wie bereits erwähnt ist der Soundtrack stimmig. Manchen Szenenaufbau hat Regisseur Alfredo Zacarias („Operation Todesstachel") so gut im Griff, dass es bei weniger Unsinn gar richtig gruselig hätte werden können. Auch manch schöner Moment, wie der Jesustrick der Hand in der Kirche oder der Zombie auf dem Friedhof weiß außerhalb der unfreiwilligen Komik zu gefallen.

„Devil‘s Hand“ (Alternativtitel) ist einfach ein schöner Mix aus Trash und Pulp, mal gelungen aufgrund seiner stimmigen Inszenierung, dann wieder wunderbar unsinnig ausgefallen, oftmals gar beides auf einmal. „Macrabra“ strahlt so eine wunderbare Naivität aus, dass man ihm einfach nicht böse sein kann. Warum es bei all der harmlosen Spezialeffekte eine gekürzte Fassung gibt und die ungekürzte ausgerechnet in der Red Edition erschienen ist, die sich sonst auf gewalttätigere Werke konzentrierte, weiß der Geier. Zumindest weiß die Handamputationsszene des Streifens auch ohne viel Blut ein unangenehmes Gefühl zu verursachen, auch wenn sie so billig getrickst ist wie die restlichen Spezialeffekte. Aber auch hier gilt was für den kompletten Film gilt: nicht wirklich geglückt, aber (u.a. deshalb) charmant.


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