Sonntag, 1. Februar 2015

ALIENS ARSENAL (1999 David DeCoteau)


Zwei Teenager entdecken im Keller ihrer Schule einen geheimen Raum, in welchem Aliens Waffen, Kampfanzüge und manch andere technologische Spielerei versteckt haben. Der Loser von den beiden nutzt das Zeug um sich an seinen Peinigern zu rächen. Zu dumm nur dass die Aliens zurückgekehrt sind um ihren Besitz zurückzufordern. Denn gerade jetzt steht der Zeitpunkt kurz bevor an dem die Menschheit ausgelöscht werden soll. Nun haben die Teens plötzlich ernstere Probleme als das alltägliche Mobbing. Sie müssen die Menschheit retten...


Billy Idol-Klone aus dem All...

Ziemlich genau 10 Jahre vor dem hier besprochenen Film drehte David DeCoteau im Auftrag Charles Bands den wunderbar albernen „Dr. Alien“, eine Science Fiction-Komödie in welcher sich Teenager Aliens zu Wehr setzen mussten. Auf anspruchslose Art bereitete der Streifen mir viel Freude, sicherlich auch aufgrund seines wunderbaren 80er Jahre-Flairs. Dass dies ein Film aus dem Ende der 90er Jahre nicht bieten kann ist klar, dennoch war ich höchst neugierig ob DeCoteau für Charles Band wieder so etwas lustiges auf die Beine gestellt hat wie damals. Teenager, Aliens und das Genre Komödie waren immerhin wieder vertreten und das Fehlen schlüpfriger Sexwitzchen ist eine Zutat die ich bei lustiger Umsetzung nicht vermisst hätte. Leider ist „Aliens Arsenal“ nicht so lustig ausgefallen wie die Geschichte eines Teenagers, der durch Alienexperimente zum Sexmutanten wurde.

Einen sympathischen Darsteller wie Billy Jacoby, der viel am Gelingen von „Dr. Alien“ ausgemacht hat, sucht man hier vergebens. Zwar werden uns keine Hassgesichter vorgesetzt, die einem die Laune verderben, aber sympathisch sieht anders aus. Innovativ im übrigen auch. Nutze Coteau in den 80ern noch die Klischees um sie in den meisten Fällen mit anarchistischen Touch zu veralbern, so klammert sich der Vieldreher diesmal stattdessen an ihnen fest.

Egal ob es um Stereotype oder der 08/15-Handlung geklonter immergleicher Geschichten geht, an „Aliens Arsenal“ weiß nichts zu überraschen - außer vielleicht die hier gelebte Mentalität, die uns eine Welt zeigt in welcher eine Gesellschaft bereits derart in der Popkultur lebt, dass das unerwartete Auftauchen eines Superhelden oder das Arbeitsangebot eines Außerirdischen nichts außergewöhnliches mehr darstellt. Überrascht ist hier niemand. Kinogeschichten gehören zur Realität. Erschreckend! Hoffentlich ist es in Amerika nicht wirklich so.

„Aliens Arsenal“ weiß auf routinierter Ebene sich mal mehr mal weniger mühsam Richtung Finale zu bewegen. Aufregend ist hier nichts, wirklich witzig auch nicht, aber irgendwie schafft es DeCoteau dass man dranbleiben kann, wenn man nichts besseres zu tun hat. Natürlich ist alles vorhersehbar und besagte Klischees werden so selbstverständlich eingehalten, dass es oft auf Kosten von Zusammenhang und Logik geht. Aber da gibt es schlimmere Filme als dass ich mich ausgerechnet über diese kleine Popel-Produktion aufregen würde. „Aliens Arsenal“ ist so ziemlich das geworden was ich von einem 90er Jahre familienfreundlichen US-Science Fiction-Produkt erwartet hätte, wenn ich „Dr. Alien“ nicht gekannt hätte.

Zumindest ist der Streifen nicht so sehr auf Action getrimmt und so knallbunt ausgefallen wie der noch oberflächlichere, unterhaltungsfeindliche „Spy Kids“. Aber „Aliens Arsenal“ ist zumindest von der Seele her ähnlich leer und austauschbar ausgefallen. Trotzdem ist er zwar durchaus guckbar, aber aufgrund dem Fehlen eines echten Unterhaltungswertes auch schnell wieder vergessen - und das zu Recht. Erstaunlich dass es ausgerechnet solch eine Charles Band-Produktion auf den deutschen DVD-Markt geschafft hat, wogegen ich auf „Killjoy“ und manch anderes Werke dieses Mannes noch heute warte - und auch auf seinen „Dr. Alien“, der aufgrund seines Genres und seines Alters wohl ebenso wenig realistische Chancen auf eine Veröffentlichung hat wie manch wahre Kult-Hits a la „Summer School“ oder „Kleiner Spinner“.


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