Sonntag, 15. Februar 2015

ARACHNOQUAKE (2012 Griff Furst)


Nachdem ein Beben einen großen Spalt in den Boden gerissen hat stehen die Einwohner und Touristen von New Orleans einer unerforschten Bedrohung gegenüber: übergroße, Feuer spuckende Spinnen...


Bohrst Du nach Gas, will die Spinne Spaß...

Im selben Jahr des überraschend spaßigen, für das Massenpublikum aber untauglichen, „Ghostquake“ wurde auch „Arachnoquake“ abgedreht, der mit seiner Thematik eine ganz andere Nische Horrorfilm füllen sollte als der Titel-verwandte Streifen. Es ist der Bereich des Spinnen-Horrors, der egal ob große oder kleine Spinnen vom Freund des Tier-Horrors immer wieder gern gesehen wird, egal ob am Rande eingebracht wie in „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ oder „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 2“, oder im Zentrum stehend wie in „Mörderspinnen“, „Arachnophobia“ oder „Der Kuss der Tarantel“ (wenn bei Letztgenanntem auch nur als Mordwerkzeug eingebracht wie im Ratten-Horror "Willard"). Mal darf außerirdisches Leben für die Bedrohlichkeit der Viecher herhalten, wie in „Arachnid“ und „Angriff der Riesenspinne“ geschehen, mal mutieren die Biester, so wie in „Tarantula“ und „Ice Spiders“, manchmal werden sie aber auch einfach in ihrem gewohnten Lebensraum gestört und geraten somit plötzlich in das Lebensumfeld der Menschen, wie geschehen in „Arachnia“, „Die Rache der schwarzen Spinne“ und dem hier vorliegenden Film: „Arachnoquake“.

Ob klein und giftig oder riesengroß und zerstörend ist eigentlich egal, meist ist das Ergebnis vom Unterhaltungswert her spaßig genug, selbst in den meisten Routinestreifen. Leider reiht sich „Arachnoquake“ neben „Ice Spiders" und „Arachnia" in die eher kurze Reihe der zu langatmigen Sub-Genre-Vertreter ein. Dabei beginnt er eigentlich sehr flott und angenehm und bringt im Gegensatz zu „Warriors of Terror“ und „Zombie King“ den Ex-Promi Edward Furlong mal nicht in einem unbedeutenden Gastauftritt ein, sondern gibt ihm eine richtige Nebenrolle, in welcher sich der mittlerweile recht aufgedunsene Schauspieler zwar kein Bein ausreißen muss, aber zumindest richtiger Bestandteil der Geschichte wird.

Leider verkommt die Regiearbeit von Griff Furst recht schnell zur austauschbaren Routine, womit „Arachnoquake“ das gleiche Schicksal seiner Werke „I Am Omega“ und „Swamp Shark“ teilt. Ein so fröhliches Happening wie sein überraschend geglückter „Ghost Shark“ ist dem guten Mann somit nicht noch einmal geglückt.

Dass aufgrund austauschbarer Charaktere, die wenn überhaupt nur kurzfristig die Sympathie des Zuschauers gewinnen, und einer 08/15 Story, wie sie fast jedes andere SyFy-Pictures-Produkt zu bieten hat, dem Streifen schnell die Luft ausgeht, schien man bereits beim Dreh zu merken, denn ungefähr ab der Mitte der Geschichte bekommen die blinden Arachniden aus dem Erdboden plötzlich die Fähigkeit zugesprochen Feuer zu spucken (was die Wespen in dem im selben Jahr produzierten „Dragon Wasps“ ebenfalls nur beiläufig konnten).

Den Film bringt dieser Einfall allerdings so gar nicht in Schwung. Da hilft es ihm schon mehr wie sich die Riesenspinnen auf dem Wasser fortbewegen, was witzig und bedrohlich zugleich wirkt - immerhin, das ist schon mehr als andere Billigfilmchen bieten. Gegen Ende bekommt „Arachnoquake“ dann doch noch etwas mehr Power, dann dürfen wir dem Kampf gegen die Königin beiwohnen, ein wahrlich hartnäckiges Biest, und zum Ende hin spielt die Fähigkeit des Feuerspuckens doch noch eine wirklich wichtige Rolle - vielleicht wurde an diese Idee doch schon von Anfang an gedacht, was aber die Frage aufwirft, warum die Viecher so lange klassisch Menschen attackierten, anstatt mit ihnen ein Barbecue zu veranstalten.

Dafür dass die Spinnen, wie zur Entstehungszeit üblich, mit dem Computer animiert sind, sehen sie für eine schnell zusammengeschusterte TV-Produktion recht akzeptabel aus. Ihre Herkunft ist nicht zu verleugnen, wirklich griffig echt sieht das nicht aus, aber die Arachniden wirken zumindest nicht so plastisch glattpoliert wie in „Ice Spiders“, wohl jenem Film zu diesem Thema, der „Arachnoquake“ am ähnlichsten ist.

„Spider War“ (Alternativtitel) bewegt sich also in so ziemlich jedem Punkt im Mittelmaß und bietet damit eine Routine die geduldige Stammzuschauer durchhalten können, viele andere jedoch ermüden wird. Ich habe mir nach etwa 45 Minuten eine Zusatzbeschäftigung gesucht um den Streifen bis zum Schluss durchhalten zu können. Das ist echt schade, denn nach der Anfangsszene und dem gelungenen Einführen der Hauptfigur war ich echt guter Dinge der Film könne auf simpler Ebene ähnlich gut unterhalten wie sein Namensvetter „Ghostquake“. Glücklicher Weise scheitert der Film in einer Nische, die von allerhand brauchbararen Werken bevölkert wird, so dass der Filmfreund einfach zu einem anderen Horrorbeitrag mit achtbeiniger Bedrohung greifen kann.


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