Samstag, 25. Juli 2015

INSEL DES SCHRECKENS (Island of Terror 1966 Terence Fisher)


Als auf einer Insel eine Leiche aufgefunden wird, die keinerlei Knochen mehr besitzt, fliegen drei Experten vom Festland ein um den Fall vor Ort zu untersuchen. Sie entdecken Unvorstellbares...


Staubsauger aus dem Labor...

Ein Aufhänger der zu gefallen weiß in einem Film von Terence Fisher („Schlag 12 in London“) und mit Peter Cushing besetzt, was soll da schon schiefgehen? Nun, der ein Jahr nach „Insel des Schreckens“ erschienende „Brennender Tod“ wäre tatsächlich ein Beweis dafür, dass diese Grundlage nicht automatisch zu einem befriedigendem Ergebnis führen muss. Der hier besprochene Film ist jedoch wesentlich unterhaltsamer ausgefallen als das inhaltlich recht verwandte Folgewerk, das ebenfalls auf einer Insel spielt und uns putzige Monster beschert.

In „Insel des Schreckens - Todesmonster greifen an“ (Alternativtitel) sehen die Monster mit denen wir es zu tun haben wie ein Haufen grüner, fester Schleim aus, die einen Rüssel besitzen, also so eine Art glibberiger Staubsauger. Das sieht unglaublich niedlich aus, und man kann ein Schmunzeln nicht zurückhalten, wenn die Viecher über Menschen herfallen, die daraufhin brutalst schreien. Klar, der Tod den die Kreaturen bringen ist besonders fieser Natur, aber rein optisch ist das alles unfreiwillig komisch. Der Clou: Fisher schafft es dennoch eine bedrohliche Stimmung aufkommen zu lassen, und dies obwohl die Monster sogar recht häufig zu sehen sind.

Dank logisch handelnder Menschen, die in einem anregenden Dialog zueinander stehen, steht die Geschichte nie still. Neue Erkenntnisse werden geschaffen, Versuche sind gerne einmal erfolgloser Natur und steigern den Spannungsbogen aufgrund der Hilflosigkeit. Und der finale Plan hängt von zu vielen Faktoren ab, um als wirklich funktionsfähig angesehen zu werden. Selbstverständlich befinden wir uns in einem 60er Jahre-Film und müssen nicht ernsthaft um ein Happy End bangen, aber es wird den Protagonisten nicht leicht gemacht und so manche Opfer gehen dem Sieg gegen die im Labor gezüchteten Wesen voraus. Ebenso sicher wie das Happy End ist jedoch auch der angehangene Schluss einer möglichen Fortsetzung, die sich zwar zu krampfhaft zugehörig zum Rest anfühlt, aber zumindest aufgrund zuvor gesprochener Worte ein ungutes Gefühl beim Zuschauer entfacht.

Eine von der Außenwelt abgeschottete Insel, eine Stromversorgung die kurz vor dem Ende steht und viele Menschen auf engem Raum umzingelt von Wesen, welche den Menschen die Knochen aus dem Körper saugen, hier wird schon einiges aufgefahren, damit sich ein Gefühl der Bedrohung auftut, und ein paar effektive Direktaufnahmen auf die „ausgelutschten“ Leichen wissen ebenfalls zu gefallen.

Von daher ist „Island of Terror“ (Originaltitel), von dem es so herrliche Alternativtitel wie „Night of the Silicates“, „The Night the Silicates Came“ und „The Creepers“ gibt, trotz optisch nicht ernstzunehmender Angreifer jedem Freund von 60er Jahre-Monsterfilmen und Werken mit Peter Cushing zu empfehlen, ist er doch flott inszeniert, interessant erzählt und spannend ausgefallen. Welchem Horror-Nostalgiker sollte solch ein sympathischer Unfug bitteschön nicht gefallen?


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