Sonntag, 26. Juli 2015

MAUSOLEUM (1983 Michael Dugan)


Nachdem ihre Mutter beerdigt wurde, läuft die kleine Susan auf dem Friedhof weinend weg. Ominöse Vorgänge in einem Mausoleum locken sie in das schaurige Gebäude, woraufhin ein Dämon von ihr Besitz ergreift. Jahre später hat Susan als Erwachsene diese Kindheitserinnerung verdrängt, und der Dämon übernimmt wieder die Kontrolle über ihr Tun...


Der Gärtner lässt das Vögeln nicht...

Viel gibt es über „Mausoleum“, der einzigen Regiearbeit von Michael Dugan, eigentlich nicht zu sagen. Er ist ein sehr durchschnittliches Horrorwerk der 80er Jahre, der eine eher uninteressante Geschichte erzählt, die zwar versucht wird mit diversen Spezialeffekten und Monster-Designs aufzupeppen, aber aufregend wird der Streifen damit auch nicht wirklich, zumal der häufigste Effekt, das grüne Einfärben der Augen während Susan grimmig guckt, auch gleich der billigste und unfreiwillig komischste ist.

„Grabmal des Grauens“ (Alternativtitel) dümpelt seicht vor sich hin und schaut sich trotz kleiner Brutalitäten und Nackedei-Szenen sehr konservativ. Konservative Horror-Beiträge von der Stange waren gerade in den 80er Jahren keine Seltenheit, wie Werke wie „Anthony 2“ und “Witchboard“ beweisen. In der Regel bremst der mit dieser biederen Ambiente einhergehende Stock im Arsch das mögliche Tempo aus, so auch hier, was aus einer bereits zu oft gesehenen und zu vorhersehbaren Geschichte überraschungsfreie Routine macht.

Einzig eine Sequenz bricht aus diesem Einerlei heraus, eine Szene bei der ich nicht verstehe wie sie gemeint sein soll, so belustigend wie sie sich eigentlich guckt. Der Gärtner ist scharf auf Susan, Susan jedoch nicht auf ihn, woraufhin wir den Alltag des Abgewiesenen gezeigt bekommen: Rasenmähen hier, ein Schläfchen dort, kurze aneinander gereihte Sequenzen dieser Art fassen den Tag des Gärtners zusammen, der schon wenige Filmminuten später, nachdem er seiner Arbeitgeberin doch noch an die Wäsche durfte, vom Dämon ermordet wird. Keine Ahnung was diese Schnellzusammenfassung der Arbeit eines Grünanlagenpflegers in den Augen des Regisseurs bezwecken sollte, aber dieser von den meisten Menschen wahrscheinlich übersehene Moment ist das individuellste was „Deadhouse - Die Gruft des Grauens“ (Alternativtitel) zu bieten hat.

Passable Darsteller und ein routinierter Grundton können einen gewissen Grad Desinteresse beim Zuschauer zwar nicht verhindern, sorgen aber in Kombination mit den quantitativen Schauwerten dafür, dass der Vielseher des Genres, der auch außerhalb von Grusel und Gore etwas mit Horror anfangen kann, durchschnittliche Kost zu sich nehmen kann. Aufregend ist das wie gesagt nicht, nicht einmal ansatzweise, aber ein schlechter Film sieht dann doch anders aus.

Dugans "Mausoleum" sollte man übrigens nicht mit "Sie greifen nach den Lebenden" verwechseln. Der ist u.a. auch unter dem Alternativtitel "Mausoleum" erschienen, und beide Filme sind von 1983! Also Vorsicht beim Kauf!


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