Sonntag, 26. Juli 2015

SUPER (2010 James Gunn)


Frisch von seiner Frau verlassen beschließt Frank nachdem er eine Vision empfangen hat Superheld zu werden. Kostümiert attackiert er Verbrecher, doch es bedarf einiges an Übung um die anfänglichen Fehlversuche nach und nach auszubügeln...


Zwischen den Bildern...

Im selben Jahr von „Kick-Ass“ erblickte „Super“ mit einer ziemlich identischen Idee das Licht der Welt und steht dem charmanten Spaß in nichts nach. Beide Filme verarbeiten die Geschichte auf ihre völlig eigene Art, Parallelen besitzen sie im Härtegrad der Erzählung und in den Schwerpunkten Komik, Drama und Action. Konnte man für „Kick-Ass“ Nicolas Cage und Chloe Grace Moretz gewinnen, so kann „Super“ mit deren Schauspielqualität locker mithalten, hat er doch Kevin Bacon als Bösewicht und die talentierte wie niedliche Ellen Page als psychopathische Gefährtin des Superhelden mit an Bord. Let‘s Rock!

Hauptdarsteller Rainn Wilson hatte mich mit seinem Können schon in „Hesher“ vollends überzeugt. Ihn nun in der Rolle des blutroten Blitzes zu erleben ist eine weitere Bestätigung seiner Vielseitigkeit, bei all den unterschiedlichen Facetten die in „Super“ von ihm abgefordert werden. Sein Charakter ist ein wenig vergleichbar mit Rogens Rolle aus „Shopping Center King“ (und nicht wie man meinen könnte aus „The Green Hornet“), und man ist sich ebenso wie dort neben all der Komik der dramatischen Seite seines Zustandes bewusst. „Super“ verherrlicht nichts, er ist jedoch konsequent erzählt. Damit ist er trotz all der schwarzen Komik und all seiner Brutalitäten im kritischen Betrachten des Hauptfigurencharakters tiefsinniger als es ein „Defendor“ mit Schwerpunkt Dramatik sein möchte. Gunns Werk geht diesbezüglich jedoch nicht so tief wie „Unzertrennlich“, eben weil er sich auf mehrere Bereiche konzentriert und trotz aller ernsthafter Elemente Popkornkino sein möchte.

Die politisch unkorrekte und unverkrampfte Art ist es dann auch, die „Super“ ebenso wie „Kick-Ass“ von den Blockbuster-Langeweilern von Marvel unterscheidet, die sich bierernst der immergleichen Erzählstruktur annehmen. Rasantes Actionkino, gewalttätige Komik und intelligent erzähltes Kino können entgegen dem was Tunnenblick-Denker glauben innerhalb ein und desselben Filmes koexistieren, bzw. sich gegenseitig beeinflussen um ein sympathisches Ganzes zu bilden. „Super“ ist einer dieser Glücksfälle, und er fordert mit bösen Überraschungen auch so manches vom Zuschauer ab, was der Pseudo-Cineast der Mainstream-Ware rein inhaltlich nicht gut heißen wird.

Was soll‘s, soll der lieber „Green Lantern“, „Fantastic Four“ oder „Man of Steel“ gucken, Massenware die seinen stumpfen Verstand nicht überfordern. Wer gute Unterhaltung sehen will die den Zuschauer wie einen mündigen und selbst denkenden Menschen behandelt, der sollte unbedingt einmal einen Blick auf diese kleine Perle von Superhelden-Parodie werfen. Es ist sicher so gut wie auch schade, dass es bislang nicht zu einer Fortsetzung kam. Aber eigentlich ist mit Teil 1 auch alles bereits erzählt.


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