Sonntag, 23. August 2015

GODZILLA (2014 Gareth Edwards)


15 Jahre nachdem ein Junge seine in einem Atomkraftwerk arbeitende Mutter bei einem Erdbeben in Japan verloren hat, kehrt er zum Ort der schrecklichen Erinnerungen zurück, da sein Vater festgenommen wurde. Der glaubte nie die offizielle Version von einst und will nun beweisen dass etwas anderes hinter dem Unglück von damals steckte. Wie Recht er doch hat: ein vor 15 Jahren entdeckter Riesenkokon schlüpft. Eine übergroße Kreatur bedroht die Menschheit und nimmt Kontakt zu einer weiteren auf. Und eine Riesenechse aus dem Meer, genannt Godzilla, erscheint um die Monster zu bekämpfen...


Godzilla die Weltpolizei...

Zwar ist Gareth Edwards Film um die berühmte Riesenechse nicht ansatzweise so peinlich und schlecht ausgefallen wie der schreckliche „Godzilla“ von Roland Emmerich, an das sympathische japanische Original von 1954 kommt er jedoch auch nicht heran. Edwards, der einige Jahre zuvor mit „Monsters“ üben und beweisen durfte wie ein Monsterfilm funktioniert, setzt die Kreaturen für einen übernatürlichen Katastrophenfilm zwar nicht inflationär ein, was definitiv ein Pluspunkt ist, ein schlechtes Drehbuch dankt ihm diesen Kniff jedoch nicht, hält es doch nur leblose Charaktere bereit, die von Bryan Cranston einmal abgesehen, auch alle arg durchschnittlich, teilweise sogar unsympathisch besetzt sind. Und Cranstons Rolle selbst darf nach einer halben Stunde sterben. Na toll...!

Zwar sind die Spezialeffekte so beeindruckend wie man erwarten durfte, und die optischen wie inhaltlichen Parallelen und einige versteckte Hinweise auf das Original erweisen Hondas Werk aus den 50er Jahren Respekt. Leider wurde das ganze Getöse aber viel zu steril umgesetzt, so dass sich das Ergebnis bös gesagt ähnlich gewollt und gestreckt guckt wie die schrecklich öden Asylum-Filme. Zwar fällt der Plot nicht ganz so sinnfrei aus wie die Werke besagter Billigschmiede, aber glaubwürdig ist die Erklärung der Viecher, ihrer Herkunft, ihrer Fähigkeiten und ihrer Anliegen nicht. Damit guckt sich „Godzilla“ wesentlich infantiler als es nötig wäre.

Letztendlich erwartet man dies aber sogar bei einem Streifen, der sich auf ein naives 50er Jahre-Filmchen stützt. Und der kindliche Kern ist auch keineswegs jener Faktor, der Edwards Werk seiner Sympathie beraubt. Der neue „Godzilla“ nimmt sich trotz der idiotischen filmeigenen Fakten viel zu ernst. Grimmig gucken all die Menschen drein, Ironie wird nie versprüht, die Hintergrundmusik dudelt gelangweilt vor sich hin - es fehlte nur noch ein Übermaß an Patriotismus um in diesen Punkten auf einem Niveau mit den Langeweiler-Produkten von The Asylum zu sein. In Zeiten großartiger Drehbücher für das TV ist es eine Schande welche Ideenarmut und welch mangelndes Gefühl für Charme und Empathie hier dominiert. Effekte sind nun einmal nicht alles. Und dass der so talentierte Cranston sich so kurz nach „Breaking Bad“ für diesen Mist verheizen lässt, ist ein Ärgernis für sich.


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