Dienstag, 29. September 2015

KILLING BIRDS (Killing Birds - uccelli assassini 1987 Claudio Lattanzi u.a.)


Auf der Suche nach einer ausgestorben geglaubten Vogelart gerät eine Gruppe Studenten an einen blinden Mann, der vor Jahren als er noch sehen konnte, behauptete besagte Vogelart gesichtet zu haben. Aufgrund seiner Ortsbeschreibung landet die Gruppe in jenem Haus, in welchem der Blinde einst zwei Morde begangen hat. Und die Toten finden keine Ruhe und greifen die Eindringlinge an...


Moor-Gespenster...

Wer aufgrund des Titels von „Killing Birds“ glaubt eine reißerische Italo-Version von Hitchcocks „Die Vögel“ zu sichten, also einen Tier-Horror, der liegt bei dem von Joe D‘Amato produziertem Werk, in welchem er auch als Co-Regisseur tätig war, völlig falsch. Die Sat 1 Schlaftablette „Die Krähen“ ist näher an Hitchcocks Film dran, und selbst der Abenteuerfilm „Cut and Run“, der mit dem Thema eigentlich nichts zu tun hat, bietet mit seinen an Leichen herumpickenden Vögeln mehr zu dem vom Titel suggerierten Schwerpunkt, als der Film der ihn trägt. Der Blinde ist ein Vogelfreund, Studenten suchen einen Vogel, und ein am Himmel fliegender Vogelschwarm wird auch immer wieder mal gezeigt (was nicht so bedrohlich wirkt wie es Regisseur Claudio Lattanzi gerne hätte). Aber an Tier-Horror gibt es hier nichts zu erleben, außer vielleicht in jener Szene, in welcher wir zusehen dürfen wie der Mörder blind wird.

Ist ja auch egal, der Titel ist also Murks, Scheiß drauf! Was gibt es denn stattdessen zu erleben? „Raptors“ (Alternativtitel) ist ein Spukhaus-Film in welchem die Geister eher wie Zombies daher kommen, was aufgrund dessen dass sie einst im Moor entsorgt wurden auf seine schlichte Art zu wirken weiß. Dementsprechend kommt der Alternativtitel „Dark Eyes of the Zombie“ im direkten Vergleich zum deutschen und dem Originaltitel schon einmal sinnvoller daher, wenn auch immer noch nicht ganz die Wahrheit verkündend.

Zwar wissen die Zombie-Geister zu wirken, leider besitzt Regisseur Lattanzi, der ansonsten keinen weiteren Film gedreht hat, keinerlei Talent eine gruselige Stimmung oder zumindest eine dichte Atmosphäre aufkommen zu lassen. Ohnehin darf man nicht all zu viel Horror erwarten, denn nach einer nett gefilmten Tötungsszene eines militärischen Heimkehrers (die nicht ansatzweise an jegliche Szene aus „Die Forke des Todes“ heran kommt) wird erst einmal endlos sinnlos geschwätzt. Ewig bekommen wir die Bande Studenten vor die Nase gesetzt, deren Erlebnisse selbst dann völlig uninteressant ausfallen, wenn sie mit dem Blinden Zeugen sprechen, eine Situation welche die Figuren als zutiefst verstörend empfanden. Der Zuschauer durfte selbiges nicht empfinden, durfte dabei zusehen wie ein wunderlicher Exzentriker mit geistlosen Jugendlichen umgeht, und dann ist die Szene auch wieder vorbei.

Wer nun glaubt dass die Studenten aufgrund der Ortsbeschreibung des Blinden nun schnell in die lang erwartete Situation des Schreckens geraten, der irrt ebenso wie der Tier-Horror-Freund aufgrund des Titels. Die Bande stampft durch ein altes Haus, darf im Höchstmaß an Lattanzis Gütigkeit mal kurz die ein oder andere Vision haben, aber das war es auch schon. Wer braucht schon Horror wenn wir Studenten dabei zusehen dürfen wie sie alles noch so Langweilige tun, solange es bloß nichts mit ihrem Forschungsauftrag zu tun hat?

Wenn kurz vor Schluss der Horroranteil endlich einmal in den Vordergrund rückt, dann gibt es zwar wie erwähnt die viel zu dunkel eingefangenen, nett zurecht gemachten Moorleichen zu sehen, Rache nehmend an den Menschen im Haus anstatt an ihrem Mörder, aber auch auf diesem Höhepunkt bleibt der Streifen frei von Gruselstimmung und stimmiger Atmosphäre, so dass man sich am Ende von „Zombie 5 - Killing Birds“ (Alternativtitel) zurecht verarscht vorkommen darf. Die einzige Überraschung die man uns bietet ist die Tatsache, dass der Blinde am Schluss kein Wahnsinniger ist, der die Teens absichtlich ins Geisterhaus geschickt hat und den nichtforschenden Forschern zu Hilfe eilt.


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