Samstag, 10. Oktober 2015

TANZ DER DÄMONEN (Demon Wind 1990 Charles Philip Moore)


Ein Teenager erbt ein Anwesen mitten im nirgendwo und nutzt eine Reise mit Freunden dorthin, um seine Wurzeln zu erforschen. Vor Ort trifft er jedoch auf eine dämonische Präsenz die alles unternimmt um ihn und seine Kumpanen in die Hölle zu schicken...


Eine Ruine wird zum kompletten Haus...

Ich habe ja nicht viel von „Tanz der Dämonen“ erwartet, und schon gar nicht einen Streifen im Stil von „Tanz der Teufel 2“ oder „Dance of the Demons“. Aber ich habe zumindest einen kurzweiligen Stumpfsinns-Horror erwartet, der spätestens mit seinen Spezialeffekten zu unterhalten weiß. Die Bilder auf dem Cover sahen diesbezüglich vielversprechend aus. Doch wie schon damals bei „Spookies“ so wurde ich auch hier erneut eines besseren belehrt. Monster und Schleimeffekte verhelfen einer banalen Geschichte nicht zwingend zu mehr Charme, zumal der Vergleich ein wenig hinkt, sind die Effekte in „Demon Wind“ (Originaltitel) zwar handgemacht und theoretisch das was man als Genre-Freund sehen will, praktisch jedoch wirkungslos, da im Gegensatz zum Vergleichsfilm nicht gutaussehend (einzig die Zähne der Dämonen wissen zu gefallen).

Zwar werden wir bereits in der Eingangssequenz mit den Taten der Make Up-Künstler konfrontiert, danach entsteht jedoch eine Durststrecke der besonders unangenehmen Art, besitzt „Tanz der Monster“ (Alternativtitel) doch keinen weiteren Sehwert als seine ollen Spezialeffekte. Das Auftauchen der Teens, so blöde es auch in die simple Story integriert wurde, beweist mal wieder dass sich jeder schämen sollte, der sich die 80er Jahre zurück wünscht. Hässlich zurechtgemachte Vollidioten bevölkern den Bildschirm, wissen nicht im Ansatz so etwas ähnliches wie einen halbwegs interessanten Dialog hinzubekommen, wobei sich Regisseur Moore mit der Langeweile der Geschwätzigkeit seines Streifens selbst übertrifft, wenn er den für das Genre typisch zu Anfang auftauchenden warnenden alten Mann ebenfalls nicht mehr damit aufhören lässt uns die Ohren vollzuseiern.

Wirklich lange dauert es nicht, bis mittels Gore- und Monstereffekten wieder versucht wird Stimmung herzustellen, es fühlt sich jedoch wie eine halbe Ewigkeit an. Und wer nun glaubt in der eigentlichen Horrorgeschichte im Hier und Jetzt angekommen könnte sich die Stimmung des Filmes wenden, der irrt, fehlt es Charles Philip Moore, der nach diesem Debut nur noch die belanglosen Streifen „Tanz mit dem Tod“, „Black Belt“ und „Angel of Destruction“ abgedreht hat, doch an Talent eine grundlegende Atmosphäre aufzubauen. Grusel habe ich nicht erwartet, aber zumindest einen leichten Spannungsbogen hätte man im Bestfall für kurze Momente abliefern können. Aber auch hier Fehlanzeige, „Tanz der Zombies“ (Alternativtitel) spuhlt seinen oftmals erzählten dünnen Plot uninspiriert und unterirdichst gespielt herunter, lässt die Protagonisten immer wieder auf Höllenwesen stoßen, egal ob alt oder neu besessen, und das würde selbst dann langweilen, wenn die Optik der Kreaturen zu gefallen wüssten.

Kurzum: trotz wenig Erwartungen fiel „Tanz der Dämonen“ erschreckend schlecht und stumpfsinnig aus, und gemeinsam mit einem langjährigen Freund fragten wir uns, ob uns der Mist als Teenager gefallen hätte, grenzte es doch fast an einen Zufall, dass wir den Streifen bei unserem starken Horrorkonsum damals nicht schon in unserer Jugend entdeckt haben. Und damals haben uns selbst so unterirdische Streifen wie „Happy Hell Night“ gefallen, wohingegen wir Filme wie „Blutgericht in Texas“ als lahm und ereignislos empfunden haben. Der Geschmack von Teenagern ist, zumindest auf meine Vergangenheit und jener meiner Bekannten von einst bezogen, ein plumper und reißerischer Geschmack, fern jeglichen Feingefühls. Wer unter 20 ist kann also eventuell noch Spaß mit Moores erstem Film haben. Diese Vermutung ist jedoch wie immer ohne Gewähr!


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