Sonntag, 31. Januar 2016

PUPPET MASTER 9 - AXIS OF EVIL (2010 David DeCoteau)


Ein junger Mann, der aufgrund einer Geh-Behinderung nicht am Kampf gegen die Nazis teilnehmen kann, stößt in einem Hotel an den Klippen auf das Geheimnis des Puppenspielers Toulon. Mit Hilfe der wiedererweckten Puppen kann er eine Naziverschwörung in seinem Heimatort vereiteln...


Mancher spielt Krieg, mancher mit Puppen...

Ignoriert man das Zusammentreffen der „Puppet Master“-Puppen mit jenen aus „Demonic Toys“, haben wir es bei „Puppet Master - Axis of Evil“ mit dem neunten Teil zu tun, der inhaltlich an Teil drei anknüpft, während er zu Beginn sogar einen Bezug zum ersten Teil herstellt. Wo der Vorgänger „Puppet Master 8 - The Legacy“ als eine Art Puppen-Best Of versuchte Ordnung ins Zeitenchaos zu bringen, zwischen dem sämtliche Teile hin und her sprangen, sorgt Teil 9 für erneute Zeitenverwirrung. Ob sich da mittlerweile inhaltlich etwas widerspricht oder nicht kann ich aufgrund der langen Pausen zwischen den einzelnen Sichtungen nicht beurteilen, aber dass die Puppen ewig einen neuen Meister erhalten, und dies bereits vor den Ereignissen in den 80er Jahren des ersten Teils, zeugt weder von Glaubwürdigkeit innerhalb der Reihe, noch von Einfallsreichtum.

Aber was will man schon von Filmen erwarten, in welchen ohnehin jegliche Fortsetzung ein Aufguss des ersten Teils war? Vielfilmer David DeCoteau, der immer wieder für Viel-Produzent Charles Band dreht, hatte bereits mehrfach mit der Endlosreihe um die Killerpuppen zu tun. Neben dem sechsten Teil „Curse of the Puppet Master“, der zu alten Pfaden zurückführen sollte, war er auch verantwortlich für „Puppet Master 3“, jenem Teil der erstmals zur Hitlerzeit spielte und für viele als der Höhepunkt der Reihe zählt, während ich ihn als den schwächsten der ersten drei Teile empfinde.

Vielleicht schmeckt mir auch deswegen dieser neunte Teil nicht, dem zwei Jahre später der zehnte als direkte Fortsetzung folgen sollte, aufgrund dessen dass die Ereignisse mit dem hier besprochenen Film noch nicht zu Ende erzählt waren. Die Nazi-Thematik als Hintergrundschicksal Toulons habe ich stets als wesentlich angenehmer empfunden als die Versuche sie zur Hauptthematik zu machen. Dies bestätigt sich beim eher lahmen „Puppet Master - Axis of Evil“ erneut, der im Vergleich zu seinen Vorgängern „Puppet Master 8 - The Legacy“, „Dämonische Spiele“ und „Retro Puppet Master“ vom Unterhaltungswert her einen Rückschritt bedeutet, ist das ohnehin sonst so routinierte Treiben doch diesmal arg ermüdend umgesetzt. Und peinliche Nazi-, Japan und Ami-Klischees sorgen nicht gerade für einen besseren Zustand innerhalb einer wackeligen Reihe.

Die Geschichte ist einfach zu lahmarschig ausgefallen, als dass sie wirklich funktionieren könnte, zumal ich nicht verstehe warum in einem Teil 9 versucht wird eine Erwartungshaltung um die Puppen aufzubauen, die lediglich für einen ersten Teil üblich wäre. Wieder wartet der Zuschauer gefühlte Ewigkeiten auf die Erweckung der Puppen, wieder muss das Geheimnis gelüftet werden, welches der Zuschauer längst kennt, innerhalb eines Szenario welches sich, zwischen diversen anderen Teilen spielend, nicht zu viele Freiheiten erlauben darf, um denen nicht zu widersprechen.

Wie so oft in einem Full Moon-Film spielt alles mit wenig Personal an wenigen Drehorten, so dass sich auch hier eine Monotonie breit macht, die in Kombination mit dem bereits bekannten Inhalt nicht gerade einen hohen Unterhaltungswert zu versprühen vermag. Und ewiges Geschätz täuscht mal wieder kostengünstig und erfolglos über fehlende Handlungsmomente hinweg. Da das Gequatsche sich zudem stets auf billige Kriegsklischees aus Ami-Sicht bezieht, sind sie freilich in ihrer Propagandaform nicht ernst zu nehmen, ebenso wenig wie die Figuren, deren Peinlichkeiten bereits mit ihrem aus Vorurteilen begründeten Aussehen und der für ernstzunehmende Nazi-Gegner viel zu jungen Besetzung beginnen. Sie werden aber ohnehin nicht von sichtbar talentierten Mimen gespielt, also macht dieser Minuspunkt nicht wirklich viel aus.

Sicherlich kann man vieles davon den meisten Band-Filmen ab der 90er Jahre vorwerfen, aber viele dieser Beiträge retten sich über einen gewissen, Außenseitern schwer zu beschreibenden, eigenen Charme oder zumindest durch einen Hauch mehr Drive in der Inszenierung. Dieser fehlt dem hier besprochenen Werk leider komplett, weswegen er sich in meinen Augen viel zu lahmarschig guckt um wirklich passabel zu unterhalten. Zumindest gibt es neben der altbekannten Puppen auch eine neue zu entdecken, diesmal ist es eine Ninja-Puppe, aber das war es dann auch an lobenswerten Elementen innerhalb einer unnötigen Fortsetzung innerhalb einer Reihe in der selbst die gelungenen Fortsetzungen ebenso unnötig ausfielen. Die meisten von ihnen haben sich aber zumindest angenehmer angeschaut.


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