Mittwoch, 28. Dezember 2016

TWILIGHT OF THE DARK MASTER (Shihaisha no tasogare 1997 Akiyuki Shinbô)


Beschützer der Menschheit und Dämonen sind per Schicksal aneinander gebunden. Eine junge Frau erhält Hilfe von einem solchen Beschützer, als sie in einem verlassenen Stadtteil in einem verbotenen Bezirk nach einem speziellen Monster sucht, mit dem sie auf ganz eigene Art verbunden ist...


Mutation per Pharmazie...

„Twilight of the Dark Master“ ist eine dieser typischen kurzen, direkt für den Videomarkt produzierten Durchschnitts-Animes, die weder sonderlich beeindrucken noch ernsthaft langeweilen können. Der Fan des Genres war damals hungrig nach allem was überhaupt Deutschland erreichte, und mit seinen Dämonen, Mutationen, harten Fights und ernsten Zeichnungen war auch ein solch billig zusammengeschustertes Produkt wie der hier besprochene Film für manch einen eine willkommene Abwechslung zur von Disney geprägten niedlichen Zeichentricklandschaft, die ansonsten seit je her unser Land heimsuchte.

Schlichteste, kostengünstige Animationen, in welchen aus Budgetmangel viel mit Standbildern gearbeitet wird, treffen auf eine überraschend gute Deutschvertonung, so dass zumindest von technischer Seite aus das Sehvergnügen nicht gebremst wird, solange man weiß auf was man sich mit einem Produkt wie diesem einlässt. Produkt ist ohnehin der perfekte Begriff für einen Film wie diesem, der mit seinen aneinandergereihten Actionszenen eher eine Geschichte vorgaukelt, als dass tatsächlich eine vorhanden wäre. Ein gehaltvoller mystischer Hintergrund aller Geschehnisse dient nur der schnellen Grundlage, wirklich interessante Elemente, wie das Verwenden eines fragwürdigen Medikaments durch einen offiziell tätigen Pharmakonzern, bleiben Erwähnungen am Rande, die nicht weiter verfolgt werden.

Es soll gekämpft und geblutet werden. Es soll Monsteraction zu sehen sein. Und auch mit nackter Haut soll das nach Äußerlichkeiten lechzende Trivialpublikum zufriedengestellt werden. Und all dies erfüllt der gerade einmal 46 Minuten laufend Film, so dass Freunde geringer Erwartungen passabel unterhalten werden. Von einem wahren Lichtblick ist „Twilight of the Dark Master“ jedoch Meilen weit entfernt. Eine Art „Appleseed - Kampf um die Freiheit“, wie er neun Jahre zuvor entstand, braucht man nicht erwarten. Der war im Vergleich zum hier besprochenen Schnellschuß sogar noch eine recht anspruchsvolle Produktion.


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