Dienstag, 2. Mai 2017

BEDEVILED (2016 Abel Vang u.a.)


Alice und ihre Freunde erhalten eine App-Einladung, gesendet von dem Handy ihrer vor kurzem verstorbenen Freundin. Die App entpuppt sich als nette Spielerei für den Alltag, aber so nach und nach wird den Studenten klar, dass sie auch sehr gefährlich ist. Denn sie kennt die Ängste der Teens und trachtet ihnen mit diesen schließlich nach dem Leben...


Romeo und Julia im Doggystyle...

Die Welle der Asia-Horrors in Amerika bricht nicht ab, und so engagierte man die Brüder Vang einen Grusler im Stile von „Ring“ zu inszenieren. Aber „Bedeviled“ bedient sich noch bei weit mehr Horrorfilmen, so z.B. bei „The Call“ und „Hellphone“ die Handythematik betreffend, bei „Es“ und „Morty“ die Angstthematik betreffend, in der Gesamterscheinung für einzelne Teenager ein Horrorszenario zu erschaffen an „Nightmare - Mörderische Träume“, und will man pingelig sein, dann könnte man aufgrund der Teddybär-Szene noch „Dolls“ nennen, im Zuge dessen wäre dann aber auch wieder „Es“ erwähnenswert, da auch diverse Clownsszenen enthalten sind.

Die Vangs nehmen es also mit so allerhand Vorbildern auf, von denen zumindest „The Call“ sehr gruselig ausgefallen ist. „Bedeviled“ erreicht dieses Ziel nicht ansatzweise, dafür ist er nicht spannend genug umgesetzt, auch wenn er sehr bemüht darin ist dies zu sein. Manche Kreatureneffekte wissen dementsprechend zu wirken, aber kurz darauf passiert etwas, was wieder die Luft herauslässt, so z.B. im Finale, wenn eine unheimliche Kreatur schließlich mimisch so albern herumkaspert wie der finale geisteskranke Toon in „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“. Das funktioniert dann wieder auf der Basis der „Nightmare“-Filme, aber eben nicht als Grusler.

Das ist aber auch egal, denn eben weil der Streifen auf „Nightmare“-Ebene funktioniert, wenn auch nur in der banaleren Light-Version, weiß er auf eben diese Art wiederum zu gefallen. Die App lässt sich stets etwas neues einfallen, die Teenager sind nicht so hohl wie üblicher Weise ausgefallen und dürfen gemeinsam über ihr Problem nachdenken und an Kreatureneffekten mangelt es auch nicht. Zudem sind diese besser ausgefallen als in „Boogeyman“, mit dessem Vergleich man verzweifelt auf dem DVD-Cover arbeitet.

Zwar macht das Ergebnis mehr als deutlich dass ein Freddy Krueger sich nicht durch eine App ersetzen lässt, man benötigt schließlich einen personifizierten Teenagerjäger, aber das haben die Vangs nach einiger Zeit auch begriffen und versuchen in der letzten halben Stunde eine wiederkehrende Figur Unheil anrichten zu lassen. Leider ist besagte Figur dafür nicht kultig genug ausgefallen, aber daran könnte eine Fortsetzung vielleicht arbeiten.

In Sachen Grusel lockt „Bedeviled“ keinen Hund hinter den Ofen hervor, vielleicht mit Ausnahme von kurzen Sequenzen. So weiß ein sitzender Toter, der mit einem Bettlaken bedeckt ist, sehr wohl Unbehagen zu erzeugen. Aber solche Momente sind zu rar im Film vertreten. Richtung Finale darf man sich zu viel Technikgeschwätz der Nonsensart anhören, was leider dem Tempo und der Atmosphäre schadet, letztendlich ist es den Vangs aber trotzdem irgendwie gelungen ein sympathisches Stück Durchschnitts-Horror zu gestalten, sicherlich morgen wieder vergessen, aber unterhaltsam genug um sich jenseits von Grusel und funktionierender Schockeffekte seinem Lieblings-Genre zuzuwenden. Wer nicht zu viel erwartet und kein Problem mit gewaltreduzierten Jugendversionen des Genres hat, kann durchaus mal einen Blick riskieren.


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