Sonntag, 25. Juni 2017

SHERLOCK HOLMES IN NEW YORK (1976 Boris Sagal)


Kurze Zeit nachdem Sherlock seinen Erzfeind Moriarty laufen lassen musste, krallt dieser sich in Amerika den Sohn von Irene Adler, um Holmes in Schach zu halten, damit dieser ihn nicht an seinem groß angelegten Goldraub hindern kann...


3 Sekunden vor dem richtigen Stockwerk...

Mit Roger Moore und John Huston starbesetzt erzählt man, wie es der Titel bereits verrät, von Sherlocks Aufbruch nach Amerika, um dort gegen seinen Erzfeind Moriarty zu kämpfen.Warum Irene Adler in der hier besprochenen Erzählung lediglich das hilflose Opfer ohne kriminelle Vergangenheit ist, bleibt das Geheimnis des Autors. Sie dient lediglich als Love Interest des intelligenten Kriminalisten, der ihr, wie diverse Andeutungen mehr als deutlich machen, gegen die übliche Sherlock-Regel wohl auch körperlich näher kam. Generell hält man sich ansonsten an die grundlegenden Elemente einer Sherlock Holmes-Geschichte, lediglich der Drogenkonsum des Privatdetektivs findet keine Erwähnung.

Überraschend für mich war für eine amerikanische Holmes-Geschichte, dass Watson nicht so dümmlich charakterisiert wurde, wie es ihm sonst in Produktionen dieses Landes widerfährt. Ansonsten leidet der Film aber an den üblichen Krankheiten seines Entstehungslandes. Das angeblich hochraffinierte Verbrechen Moriartys ist freilich so schlicht ausgefallen wie Holmes erforderliche Kombinationsgabe in diesem Streifen. Eine Geschichte über den berühmten Detektiv kann nun einmal nur so schlau ausfallen, wie die Verantwortlichen des Projektres selber sind, und da man zudem einen Film erschaffen wollte, dem auch ein schlicht denkendes Publikum folgen kann, sind die Aufgaben die Holmes zu bewältigen hat nicht sonderlich schwierig zu erfüllen.

Da sich die komplette Handlung an dem Verbrechen Moriartys orientiert ist das Ergebnis dementsprechend schlicht und spannungsarm ausgefallen. Langweilig wird es trotzdem nie, interessant genug um von einem wirklich unterhaltsamen Ergebnis zu sprechen jedoch auch nie. Einzig die Idee, wie das viele Gold in so kurzer Zeit weggeschafft wurde, wusste mich zu reizen, der Rest ist ein Kriminalfall, den auch jeder Routine-Kommissar hätte lösen können. Dank einer akzeptablen Besetzung der jeweiligen Rolle und der routinierten Umsetzung von Boris Sagal, der immerhin auch den großartigen „Der Omega Mann“ inszenierte, ist die vereinfachte Form einer Sherlock Holmes-Geschichte zumindest konsumierbar ausgefallen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen