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Sonntag, 2. Juli 2017

NACHTFALKEN (Nighthawks 1981 Bruce Malmuth)


Die Cops DaSilva und Fox werden zu einer Spezialeinheit zwangsversetzt, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat den internationalen Terroristen Wulfgar dingfest zu machen...


Undercover Cops auf Terroristenjagd...

„Nachtfalken“ kann man als eine Art verdrehten „Dirty Harry“ bezeichnen. War Harry der Prototyp eines Selbstjustiz-Cops, dem die Gesetze zu lasch erschienen, ist DaSilva trotz seiner militärischen Ausbildung ein Mensch der sich innerhalb seines Jobs bei der Polizei nicht als Mörder sieht, während die Kurzausbildung zum Anti-Terror-Befohlenen ihm das Gegenteil beibringen möchte. In beiden Fällen wird ein psychopathischer Killer gejagt. Hier wie dort nimmt er eine größere Gruppe als Geiseln in einem öffentlichen Transportmittel, hier wie dort gerät seine Mission in den Hintergrund, da er es im Laufe der Handlung speziell auf seinen aktuellen Gegner, die Hauptfigur, abgesehen hat.

Während der Vergleichsfilm neue Maßstäbe setzte und damit weit aus dem Durchschnitt herausragt (selbst heute noch), schaut sich „Hawks“ (Alternativtitel) eher durchschnittlich. Auf manchen wird er eventuell gar altbacken wirken, ich fand ihn jedoch angenehm routiniert erzählt, besitzt er in seiner Entstehungszeit der frühen 80er Jahre doch noch dieses angenehm pulpige 70er Jahre-Flair, und da er ziemlich geradeheraus ohne große Umschwünge erzählt ist und direkt zur Sache kommt, ist er auch recht kurzweilig umgesetzt. Der düstere Grundton verleiht ihm eine stimmige Atmosphäre, der Hundeblick Stallones verleiht dem Zuschauer Zugang zur Figur DaSilvas, die irgendwo zwischen Proleten-Cop und vernünftigem Mensch mit Sozialempfinden angelegt ist.

Sehr tief geht man bei der Charakterzeichnung nicht. Sehr tief greift aber auch die Geschichte nicht, die immer wieder kurzfristig Abstecher in Unnötigkeiten vornimmt, die hinterher kaum noch von Bedeutung sind. Dementsprechend vermutet man aufgrund dessen manchmal einen pfiffigeren Plot als jenen, der uns tatsächlich dargeboten wird. Wie erwähnt ist „Nighthawks“ (Originaltitel) sehr gerade aus erzählt. Aber die gut besetzten Darsteller kleiner wie großer Rollen, die düstere Atmosphäre und der nüchterne Grundton machen daraus ein sympathisches Filmerlebnis, und zudem eines in dem angenehmer Weise weit weniger Action enthalten ist, als man es kurz darauf von einem Cop-Thriller gewohnt war.


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