Mittwoch, 21. Februar 2018

DAS KABINETT DES PROFESSOR BONDI (House of Wax 1953 André De Toth)


Nachdem er um Haaresbreite ein Feuer in seinem Atelier überlebte, eröffnet der Künstler Bondi ein Wachsfigurenkabinett, dessen lebensechte Ausstellungsstücke ein unheimliches Geheimnis umweht...


Dem Wahnsinn verfallen...

Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ war ein sympathischer, kleiner Gruselklassiker, nicht mehr und nicht weniger. 20 Jahre später bescherte man ihm mit „House of Wax“ (Originaltitel) eine Neuverfilmung, für welche man Vincent Price für die Hauptrolle gewinnen konnte. Das klingt aufregend, und das Projekt wurde auch mit allerhand Sorgfalt umgesetzt, was allein die detailreichen, liebevollen Settings überdeutlich machen, das Ergebnis ist jedoch nicht sonderlich aufregend zu nennen, arbeitet es doch recht überraschungsarm die zu erwartende Geschichte durch, ohne dabei ein wahrlich spannendes Szenario zu entfachen. Seinen unheimlichen Höhepunkt erreicht der Film in einer toll umgesetzten Szene in den leeren Straßen Londons Anfang des 20. Jahrhunderts. Eine Frau flüchtet vor einer unheimlichen Gestalt, die Mantel und Hut trägt und ein zerfallenes Gesicht besitzt. Dass es sich um Bondi handelt ist ein offenes Geheimnis des Filmes, welches trotzdem erst im Finale offiziell gelüftet wird.

Von dieser ansatzweise gruseligen Szene einmal abgesehen ist „Das Kabinett des Professor Bondi“ lediglich ein solide umgesetzter, augenzwinkernder Horrorspaß, der wie erwähnt nichts erzählt was man nicht ohnehin schon erahnen würde. Aber dies macht er zumindest recht kurzweilig, zumal der aufkommende Verdacht, um welchen sich das Hauptgeschehen dreht, eine wahrlich morbide Idee ist, deren Aufdeckung aber ruhig eine kleine Spur blutiger hätte stattfinden können, um den Stoff des Vorgängers tatsächlich nennenswert zu modernisieren. Price wirkt im Rollstuhl ebenso wie im unheimlichen Gewand, die Settings sind wie erwähnt liebevoll und detailreich gestaltet und bilden den wahren Hingucker des Streifens, zum großen Klassiker fehlt es dem fertigen Streifen jedoch an nennenswerten Besonderheiten in der eigentlichen Geschichte und am Mangel einer nennenswert düsteren Atmosphäre, die über allen Geschehnissen schwebt.

Ich möchte „Das Kabinett des Professor Bondi“ nicht schlechter reden als er ist, er wird Freunden dieser Horrordekade sicherlich ähnlich gefallen wie Gästen des Genres, allein schon weil sein Retrocharme ebenso zu gefallen weiß wie das liebevolle Wiedererwecken des frühen 20. Jahrhunderts, aber wenn man bedenkt dass der Film Vorbild für solch kultige Werke wie „Das Schreckenshaus des Dr. Phibes“ gewesen ist, werden die hohen Erwartungen an den Streifen bei weitem nicht vollends erfüllt, zumal er inhaltlich seinem Vorgänger ähnlicher ist, als ich erwartet hätte. Da tat man gut daran die dritte Verfilmung 2005 thematisch völlig anders anzugehen.


Weitere Besprechungen zu Das Kabinett des Professor Bondi: 


1 Kommentar:

  1. Die 2005er Version ist doch die wo Paris Hilton stirbt, wenn ich mich recht erinnere... Ist auch die einzige Version, die ich kenne.

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