IN DEN KRALLEN DES UNSICHTBAREN (La vie amoureuse de l'homme invisible 1971 Pierre Chevalier)


Dr. Garondet wird in das Schloss von Doktor Orloff gerufen, einem Ort in dessen Nähe sich niemand im Dorf hin traut. Im Schloss angekommen bittet die Tochter des dort wohnenden Wissenschaftlers Garondet um dessen Hilfe, schleicht doch ein unsichtbares Wesen in den unheimlichen Gemäuern umher, welches sich als Lebenswerk Orloffs entpuppt...


Invisible Robot Monster...

Wie schafft man es bitte einen klassisch erzählten Gruselfilm mit einem todbringenden Unsichtbaren im Zentrum zu verhunzen, so reizvoll wie diese Idee klingt und doch zumindest spätestens als Trash funktionieren müsste? Pierre Chevalier, Regisseur von solch übel klingenden Werken wie „Das Schiff der gefangenen Frauen“, „Vergewaltigt“ und „Mit Rohrstock und Peitsche“ beweist mit „In den Krallen des Unsichtbaren“ wie man dieses Thema derart banal erzählen kann, dass sich wahrlich keinerlei Interesse für die Geschehnisse beim Zuschauer aufbauen möchte. Zwar beginnt der Streifen recht klassisch mit einem Arzt, der aller Gegenwehr zum Trotz zu einem Schloss reist, welches jeder Bewohner der Umgebung meidet, dass das böse Omen um den Ruf Orloffs jedoch derartig extreme Töne anschlägt, dass sich selbst die Bediensteten des Schlosses nicht trauen irgendwen einzulassen, vom Doktor zu sprechen oder ihm gar zu begegnen, schießt weit über das Ziel hinaus und lässt den Film von Anfang an lächerlich wirken.

Wenn nun noch Orloff keineswegs schreckhaft wirkend schneller ausfindig gemacht ist als sein Ruf ihm vorauseilt und sich bei der Begegnung mit dem ungewollten Gast auch noch als äußerst geschwätzig entpuppt, verliert „Das Schreckenshaus des Dr. Orloff“ (Alternativtitel) seine nächste mögliche Stärke, das Mysterium um das unsichtbare Monster herum. Ganz offen spricht Orloff über seine Experimente, über die Hintergründe wie alles begonnen hat, wenn auch jeden interessanten Aspekt rund um das eigentliche Experiment herum auslassend (was dem zunächst neugierigen Garondet überhaupt nicht auffällt), und dabei erfahren wir dass das Wesen Orloff hörig ist, ihm gehorscht, und das nimmt der Kreatur jeglichen mystischen Reiz. Unheimlich wird es ebenfalls nicht eingesetzt, selbst dann wenn es herumwüten darf. Dann agiert es ohnehin auf Befehl Orloffs, und da darf es eher mal eine Frau entkleiden und schänden, anstatt den Tod über die Anwesenden vor Ort herbeizuführen.

Ohnehin ist es Chevalier wichtiger nackte Tatsachen zu präsentieren, anstatt wahren Horror aufkommen zu lassen. Jede Frau bekommt früher oder später eine völlig unerotische Nacktszene präsentiert, dem Unsichtbaren bei seinen mies getricksten Taten zuzusehen ist jedoch niemals interessant und ödet in besagter Vergewaltigungsszene aufgrund einer ewig draufhaltenden Kamera auch ziemlich an. In solchen Momenten bedient sich „Der unsichtbare Tod“ (Alternativtitel) lediglich reißerischer Schauwerte, die ihm keinerlei Mehrwert bescheren, sondern stattdessen das Werk lediglich abstoßend erscheinen lassen. Etwas schade ist es dennoch um die Idee, die ein wenig die Story von „Entity - Es gibt kein Entrinnen vor dem Unsichtbaren, das uns verfolgt“ vorwegnimmt, allerdings weiß dieser auf seine ganz eigene Art ebenfalls nicht zu gefallen, also was soll‘s.

Einen Hauch unfreiwillig komischen Charme bekommt „Dr. Orloff‘s Invisible Monster“ (Alternativtitel) erst dann beschert, wenn für eine kurze Szene das Monster per Mehlstaub sichtbar gemacht wird, und wir ein Gorilla-artiges Wesen sichten dürfen, das ähnlich lächerlich daher kommt wie der Außerirdische aus „Robot Monster“. Um „Das Schloss der grausamen Leichen“ (Alternativtitel) damit einen echten Sehwert zu bescheren, ist besagte Szene jedoch zu kurz und bedeutungslos ausgefallen und leitet ohnehin einen hektischen Schluss ein, der mehr Ausrede als die tatsächliche Weiterführung der bisherigen kaum nennenswerten Geschehnisse ist. In „In den Krallen des Unsichtbaren“ wird stets mehr theoretisch abgearbeitet was man auch per Aktion hätte zeigen können, als das was die langweilige Erzählung tatsächlich präsentiert. Der Film ist weder atmosphärisch gestaltet, noch elegant, gruselig oder schundig genug erzählt um in irgendeiner Form zu gefallen. Dank seiner kurzen Laufzeit von unter 80 Minuten ist man als geduldiger Stammzuschauer des Schundfilmbereichs des Horror-Genres dennoch nicht geneigt frühzeitig auszuschalten. 


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