Donnerstag, 22. März 2018

ALIENKILLER (The Borrower 1991 John McNaughton)


Ein außerirdischer Verbrecher wird von Aliens dazu verurteilt von nun an in menschlicher Gestalt auf der Erde leben zu müssen. Aufgrund seiner auffälligen Art muss er sich gelegentlich einen neuen Kopf eines menschlichen Opfers zur Tarnung aufsetzen. Da er deswegen zahlreiche kopflose Leichen hinterlässt, wird die Polizei auf das Treiben des Wesens aufmerksam...


Um Kopf und Kragen...

Oh nein, wir Menschen kommen wahrlich nicht gut weg in „Alienkiller“. Das beginnt bereits damit, dass es im Weltall als Strafe angesehen wird Mensch auf der Erde zu sein, und das zeigt sich des weiteren in den zahlreichen Figuren, die für die Story von Bedeutung sind. Es sind Freaks, fragwürdige Gestalten, selbst auf Seiten der Polizei, und die Gegenden in denen alles spielt sind meist düstere, dreckige Stadtbilder, die somit auch unsere Art zu leben nicht gerade positiv zeichnen. Trotzdem liegt es „Henry - Portrait of a Serial Killer“-Regisseur John McNaughton fern all zu moralisch und gesellschaftskritisch tiefgehend zu werden. Der Film soll eine ätzende Satire sein und besitzt trotz seiner düsteren Art dementsprechend auch recht nüchternen, grotesk gehaltenen Humor. Trotz des Erscheinungsjahres 1991 badet man noch mitten in den Erzählgewohnheiten der 80er Jahre, was zum einen am Vorbild „The Hidden - Das unsagbar Böse“ liegt, den man bis hin zur Hundetarnungsidee hier etwas arg dreist kopierte, aber auch daran dass der Film erst einige Jahre nach dem anfänglichen Dreh beendet werden konnte, da seiner Zeit die Geldgeber abgesprungen sind.

Etwas wirklich Aufregendes wäre uns nicht entgangen, wenn „The Borrower“ (Originaltitel) nicht fertiggestellt worden wäre, aber auch wenn ich den Streifen nicht wirklich mag, so bin ich doch trotzdem froh, dass es ihn gibt. Halb fertige oder auch im Giftschrank versauernde Filme machen mich immer traurig, zumal ich auch Freude an nur theoretisch funktionierenden Werken habe. Es ist spannend zu beobachten, dass „Alienkiller“ nicht wirklich funktionieren möchte. Es ist aber auch etwas rätselhaft den Grund dafür zu finden, da sich von der Idee her alles ziemlich nett anhört. Da hat man ein köpfewechselndes Alien im dreckig düsteren Actionthriller-Look der 80er Jahre, man bekommt besagten grotesken Humor vorgesetzt, den manch einer vielleicht gar nicht wahrnehmen wird, und mit Rae Dawn Chong hatte man zudem einen „Star“ aus der zweiten oder dritten Reihe mit am Start, jene Frau, die sich 1985 zum vercoolten Affen im herrlich blöden „Phantom Kommando“ gemacht hat, schon wesentlich sympathischer in „Der Prinzipal“ neben Großmaul James Belushi wirkte und 1987 eine unheimlich süße Darstellung im sympathischen „Soulman“ ablieferte.

Aber auch sie gehört nur zu den theoretisch guten Ideen, denn zu wirken weiß die hier arg blass spielende, stets auf cool getrimmte, Rae Dawn Chong in ihrer unterkühlten Rolle nie, zumal sie auch nur wenig Chancen bekommt innerhalb der schrägen, ereignisreichen Story hervorzustechen. Die Geschichte selbst, so bemüht sie um Abwechslung und skurrile Ideen auch ist, schaut sich arg schleppend, teilweise bruchstückartig und lässt es aufgrund der Distanz zu ihren Figuren nie zu wirklich ins Geschehen einzutauchen. Selbst das aus Menschensicht schräge Verhalten des Aliens wirkt zu bemüht, als dass man wirklich drüber schmunzeln könnte. Und letztendlich verhalten sich die Figuren rund um das Alien herum selbst ebenfalls zu weltfremd, als dass die Idee seines merkwürdigen Verhaltens tatsächlich Wurzeln schlagen könnte.

Wie man es auch dreht und wendet, „Alienkiller“ will einfach nicht funktionieren, so sehr man vieles von dem Gesehenen als wohlwollender Cineast auch mögen möchte. Letztendlich ist das magere Ergebnis aber nicht schlimm, da dem Filmfreund immer noch der Griff zu „The Hidden“ bleibt, der seiner Kopie doch um einige Nasenlängen voraus ist. Aufgrund der Schwierigkeiten beim Dreh mag es vielleicht ein etwas ungerechter Vergleich sein, aber das Ergebnis des hier besprochenen Filmes ist nun einmal so ausgefallen wie geschehen, also warum sollte man da tatsächlich etwas schön reden, nur weil McNaughton zuvor einen Kultfilm ablieferte und im Folgefilm versuchte das 80er Jahre Kino einzufangen, für die Art wie wir es heute noch lieben? Doch so vergeigt auch der blass mittelmäßige „Alienkiller“ ausgefallen sein mag, zumindest bescherte uns der Regisseur später noch Werke wie „Wild Things“ und „Sein Name ist Mad Dog“, und letztendlich freut es mich völlig selbstlos für den guten Mann, dass er die Chance bekam seinen „Alienkiller“ doch noch gegen alle Erwartungen fertigstellen zu können.


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