Samstag, 24. März 2018

THE LAST JAWS - DER WEISSE KILLER (L'ultimo squalo 1981 Enzo G. Castellari)


Ein Hai macht einen Badeort unsicher und tötet Menschen. Die darauf folgenden Sicherheitsmaßnahmen erweisen sich als zu gering, also wird Jagd auf den Hai gemacht...


Castellari, der Spielberg Italiens...

Im Fahrwasser von „Der weiße Hai“ ist so einiger Nachahmer mitgeschwommen, aber kaum wer war so dreist sich einzig auf den reißerischen Aspekt der ansonsten fast ebenso wie im Original ablaufenden Geschichte zu konzentrieren, wie es die italienische Produktion „The Last Jaws - Der weiße Killer“ tat. Man entledigte sich des unnötigen Materials um eine entstehende Freundschaft während der Haijagd, was bereits zeigt wie wenig man von Spielbergs Vorzeigewerk verstanden hat, bildete dieser Part doch das Herzstück zum Funktionieren des Filmes. Zurück bleibt eine plumpere Version des amerikanischen Erfolgsfilmes, angereichert mit der Problematik, dass am betroffenen Badeort ein Surfwettbewerb stattfinden soll, ansonsten ist „Der weiße Killer“ (Alternativtitel) lediglich um reißerischere Elemente bemüht sich vom Vorbild zu unterscheiden.

Nun ist er in diesem Punkt nicht so extrem ausgefallen wie beispielsweise „Der Polyp“. Gerade was blutige Effekte betrifft, steht eher Magerkost auf dem Speiseplan, von einigen wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Die reißerischen Elemente zeigen sich eher durch die plumpe Charakterzeichnung der Figuren, die psychologisch so gar nicht durchdacht sind und alle für die Geschichte ziemlich austauschbar sind, da eben der Killerhai im Zentrum steht. Überrascht hat mich das geringe Überzeichnen des Bürgermeisters, der die Situation aus Finanzgründen zwar ebenso unterschätzt wie sein Gegenbild aus Spielbergs Hai-Horror, der aber im Laufe der Zeit zu einer wesentlich vernünftigeren Figur wird und damit entgegen aller Erwartungen nicht so penetrant im Klischee schwimmt wie der Charakter aus dem professioneller umgesetzten Film.

Was den Hai betrifft, so greift man gerne auf reale Haiaufnahmen zurück, lässt aber auch immer wieder gern den offensichtlich künstlichen Kopf der Haiattrappe auftauchen, was freilich nie so gekonnt wirkt wie die legendäre Vergleichsszene aus dem Filmklassiker zu dieser Thematik. Verspielten Horrorfans mit Hang zum Infantilen, so wie ich einer bin, bereiten solche Szenen jedoch trotzdem Freude, teilweise eben weil sie billiger umgesetzt sind, aber auch weil man eben wegen solcher Aktionen des Hais überhaupt erst einschaltet. Insgesamt hat es schon aufregendere Nachahmer des berühmten Filmes um den weißen Killerfisch gegeben. Mit Blick auf Werke wie „Mako - Die Bestie“ und „Shark - Das Grauen aus der Tiefe“ darf man froh sein es mit „The Last Shark“ (Alternativtitel) zumindest mit einem routiniert zu unterhaltenden Film zu tun zu haben. Das Werk mit den vielen Alternativtiteln, wie z.B. „Shark“, „Tiburon 3“ und „The Great White“, gehört allerdings zu jenen Werken, die sich inhaltlich am wenigsten vom Original unterscheiden. Da hat sich niemand Mühe gemacht mit einer angeblich halbwegs innovativen Zusatzidee oder nennenswerten Nebenhandlung vom dreisten Klau abzulenken. Man könnte Castellaris Beitrag zu diesem Thema zumindest mit der Bezeichnung eines diesbezüglich ehrlichen Produktes schönreden.


Weitere Besprechungen zu The Last Jaws: 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen