2018/06/03

CLOWNTOWN (2016 Tom Nagel)


Auf dem Weg zu einem Konzert landet eine Gruppe junger Leute in einer Geisterstadt, in welcher eine Gruppe Killerclowns ihr Unwesen treibt...


Zeit für Bohnen muss immer sein...

Im Zuge des Kinofilmes "Es" kam es auf dem Videomarkt bereits bei dessen Ankündigung vermehrt zu diversen Killerclownfilmen, einem Genre das es bereits mit "Killjoy", dem alten "Es", "The Clown at Midnight", "Killer Clowns from Outer Space" und einigen anderen Beiträgen gab. Es kamen nun nicht nur Nachzügler wie "31" auf, es wurde auch Etikettenschwindel durch "Gingerclown" betrieben und ältere Werke wie "Camp Blood" wurden mit deutlicherem Titel wieder neu herausgebracht. Die in den Nachrichten auftauchenden Terrorclowns sorgten ebenfalls für ein wachsendes Interesse an dieser Thematik, so dass einige Jahre zuvor gedrehte Beiträge wie "Stitches - Böser Clown", "Drive Thru", aber auch kleine Erfolge wie "Clown" noch einmal mehr beachtet wurden als zuvor.

"ClownTown" versucht sich der Thematik auf recht klassische Slasherart zu nähern. Wie seinerzeit in "Clownhouse" bekommt man es gleich mit mehreren Exemplaren der Gattung Killerclown zu tun. Die recht gelungene Einstiegssequenz mit einer Babysitterin lässt den Streifen stimmig beginnen. Hier bedient man jedes Klischee, zeigt auch gleich völlig unnötig, aber lecker eingefangen, die nackte Oberweite der sexy Teenagerin, und auch einen schlichten, funktionierenden Spannungsbogen kann man besagter Szene nicht abstreiten. Sympathisch ist in dieser Szene auch der Verweis auf John Carpenters Klassiker "Halloween - Die Nacht des Grauens", heißt die Familie in der gebabysittet wird doch Strode. So etwas weiß dem Fan des Genres zu gefallen.

Glaubt man der Fernsehserie "Die Simpsons", so empfinden die US-Amerikaner ihren ehemaligen Präsidenten Bill Clinton als alberne Gestalt, deswegen dürfte es wohl ein Seitenhieb des hier besprochenen Horrorfilmes sein, dass die im Titel angekündigte Stadt der Clowns Clinton heißen darf. Auf weitere politische Anspielungen wird dann aber auch verzichtet, Regisseur Tom Nagel und Autor Jeff Miller konzentrieren sich auf den Slashergehalt, und der wird tatsächlich recht klassisch zelebriert. Allerdings wird dies derart schlecht inszeniert angegangen, dass nicht einmal mehr die amateurhaft agierenden Darsteller zu enttäuschen wissen. Nagel fehlt es an jeglichem Feingefühl das im Drehbuch vorgegebene dümmliche Treiben irgendwie stimmig umgesetzt zu bekommen. Clowns, wie Menschen benehmen sich völlig unsinnig, Situationen sind an den Haaren herbeigezogen, und wenn ein Einheimischer auf völlig lächerliche Art mit eingeführt wird und der Zusammenkunft junger Leute erst einmal erhalten bleibt, glaubt man eher einer Komödienversion des Slashers beizuwohnen, so zappelig wie der alte Mann agiert und so hirnverbrannt wie Buch und Regie seinem Treiben Rückhalt geben.

Allerdings ist "ClownTown" inmitten dieses Schwachsinns völlig ernst gemeint. Leider liefert er nicht nur keine Motivation der Killerclowns ab, die sind einfach da und morden, auch die Erklärung wie Clinton zur Clown-belagerten Geisterstadt wurde ist völlig daneben, ganz zu schweigen davon dass man sich erdreistet zu erwähnen, dass da noch mehr Einwohner vor Ort wären. Gemerkt hat man davon all die Zeit nichts. Die Killerclowns wären in den Gemeinden um Clinton herum ein Mythos, keiner wüsste ob sie tatsächlich existieren, nie habe man sie entdeckt. All dies belustigt, wenn man zuvor das stumpfe, uninspirierte Treiben vor Ort erlebt hat, in welcher die Gruppe geschminkter Killer kein Versteckspiel mit ihren zukünftigen Opfern treibt. Zwar hat man zumindest darauf geachtet jeden einzelnen Clown anders aussehen zu lassen, aber ebenso wie die Darsteller auf der Opferseite, so können auch die Clowndarsteller nicht schauspielern, so dass sie unmotiviert, eher wie Volltrottel wirkend, auf Hooligan-Art agieren, anstatt als bedrohlich düstere Menschen zu wirken, wie es ein Slasherfilm benötigt.

Bis auf die recht nett gestaltete Eingangssequenz gibt es somit keinen weiteren Pluspunkt im Streifen zu sichten, und bereits dieser ist ein recht kleiner, so wohlwollend wie ich gut gelaunt in diesen Film eingestiegen bin, in der Hoffnung etwas routiniert Nettes für einen netten DVD-Abend vorgesetzt zu bekommen. Stattdessen bekam ich jene Art mies gemachten Horrorfilm dargeboten, bei denen man sich fragt wie es sein kann, dass man aufgrund der Vorbilder nicht ansatzweise ein Gespür dafür bekommen kann, wie ein Slasher funktioniert. Da reden wir von einem Sub-Genre, welches keinesfalls für seine Intelligenz oder Innovation bekannt ist. Und trotzdem schaffen es Geschichtenerzähler wie jene aus "ClownTown" völlig sinnbefreite Handlungsabfolgen zu bieten, in einer Gleichgültigkeit inszeniert, dass man sich fragt wo überhaupt die Leidenschaft geblieben ist ein Projekt wie dieses anzugehen. Dies haben zumindest Amateurfilme meist als Motivation zu bieten, was vieles verzeihen lässt, Werke wie der hier besprochene Film gibt es nur der Geldmacherei wegen. Das ist erbärmlich in jeglicher Hinsicht!


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