2018/07/31

BURIED ALIVE - LEBENDIG BEGRABEN (Buried Alive 1990 Frank Darabont)


Während Architekt Clint denkt mit seiner Ehe wäre alles in Ordnung, schmiedet seine Ehefrau Joanna mit ihrem Liebhaber Dr. van Owen Pläne den ungeliebten Ehemann zu ermorden. Es wird ihm Gift verabreicht, doch da die Dosierung zu niedrig ist erwacht Clint vergraben im Sarg. Nachdem er sich aus seinem Grab befreien kann, geht der Totgeglaubte auf einen Rachefeldzug der ganz eigenen Art, bei welchem ihm sein handwerkliches Talent sehr gelegen kommt...


Wenn das eigene Haus zum Labyrinth wird...

Frank Darabonts Langfilm-Regiedebut ist seine TV-Herkunft nicht zu übersehen, auch wenn Darabont die Kostengünstigkeit so gut wie möglich zu überspielen weiß. Glaubhafte Mimen stehen ihm zur Verfügung, ein interessantes Drehbuch liegt vor, einzig das zu schlichte Abfilmen der ganzen Chose lässt "Buried Alive - Lebendig begraben" so schlicht erscheinen wie er nun einmal ausgefallen ist. Der Regisseur späterer Erfolge wie "Der Nebel", "Die Verurteilten", "The Green Mile" und "The Walking Dead" hat theoretisch gesehen einen typischen Rache-Thriller abgeliefert, aber dank einiger Ausnahmeszenen und hauptsächlich aufgrund des Finalszenarios atmet der Streifen zudem Horrorfilm-Luft. Und mit dem was in der letzten halben Stunde passiert, ist er auch alles andere als gewöhnlich ausgefallen, so skurril wie Clint seine Rache angeht, deren Ziel es ist Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

Die Geschichte von "Lebendig begraben" (Alternativtitel) spielt in typischer Filmrealität. Die Böswilligkeit des Mörderpärchens wird angenehm überspitzt dargestellt und soll keinen Realismus imitieren. In "Till Death Do Us Part" (Alternativtitel) geht es lediglich um den Spaß an der Rache, humorfrei umgesetzt, trocken erzählt wie zuletzt Anfang der 90er Jahre für die Masse möglich, und dank einer stimmigen Inszenierung, die jedoch ruhig noch eine Spur düsterer, härter und/oder spannender hätte ausfallen können, unterhaltsam genug ausgefallen um mit dem simplen Ergebnis zufrieden zu sein. Die Auferstehungsszene erinnert aufgrund mancher Perspektive und der atmosphärischen Hintergrundmusik gar an den grandiosen "The Return of the Living Dead", freilich ohne dessen Genialität zu erreichen. Der Rest ist wie erwähnt angenehm routiniert umgesetzt, so dass die überraschend ungewöhnliche Schlussidee des letzten Drittels um so besser zünden kann.

Auch wenn man nicht auf Realismus aus ist, so verhelfen kleine, scheinbar unbedeutende Fakten der Geschichte dabei glaubwürdiger zu bleiben als sie es eigentlich ist. Einzig das viel zu flach geratene Grab weiß alles andere als zu überzeugen, andererseits wäre Clint tiefer verbuddelt nie glaubwürdig seinem Erdgefängnis entkommen. "Buried Alive - Lebendig begraben", den man nicht mit dem titelähnlichen "Buried - Lebendig begraben" verwechseln sollte, ist somit einem kleinen Publikum vergangener Horrorkost zu empfehlen, so lange dieses nicht das große Ereignis erwartet. Wesentlich schlechter ist die Fortsetzung "Buried Alive - Lebendig begraben 2" ausgefallen, die Tim Matheson, der Hauptdarsteller des ersten Teils, persönlich inszenierte, während er selbst nur ein paar Gastauftritte absolviert. Mit Ally Sheedy ist zwar auch dieser in der Hauptrolle brauchbar besetzt, aber die Fortsetzung ist in ihrem Wiederkäuern des Plots des hier besprochenen Streifens weit weniger glaubwürdig, geschweige denn interessant ausgefallen, zumal dem Sequel im Gegensatz zum Original der besondere Aufhänger am Schluss fehlt. Andererseits ist es schön, dass dieser Pluspunkt von "Buried Alive" (Originaltitel) nicht auch noch lustlos kopiert wurde. Bereits im hier besprochenen Film merkt man der Idee an, dass mit ihr weit mehr herauszuholen gewesen wäre.


Weitere Besprechungen zu Buried Alive: 


Kommentare:

  1. Ich hab's jetzt tatsächlich mit "Buried" verwechselt (den ich übrigens gelungen fand).

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    1. Ja, der hat mir auch gefallen. Ist auch professioneller ausgefallen als der hier besprochene Film. *g

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