GHOST KILLER (Ghosts That Still Walks 1977 James T. Flocker)


Eine Psychologin untersucht per Hypnose einen Fall, in welchem eine ganze Familie unter einer ominösen Pechwelle leidet, und entdeckt dadurch eine übernatürliche Ursache, die sich während eines Urlaubs zugetragen hat...


Seelenwanderung...

"Ghost Killer" ist nicht gerade ein passender Name für den im Original betitelten "Ghosts That Still Walks". Es ist nicht so, dass er völlig daneben liegt, letztendlich suggeriert er jedoch einen anderen Inhalt als er tatsächlich, die Wörter einhaltend, präsentiert. Hier kehrt kein Mörder aus dem Jenseits zurück, wie es beispielsweise später bei "Horror House" geschehen ist. Viel eher handelt der Film von einem Mysterium, dessen Erklärung die Auflösung des Streifens ist, weswegen es hier nicht verraten werden kann. Nur so viel sei erwähnt, der Weg zum Ziel ist gepflastert mit manch ominösen Vorkommnissen, die uns meist aufgrund der Hypnose erst per Rückblick offenbart werden. Diese Methode ist ungewöhnlich gewählt und verleiht dem kostengünstig produzierten Streifen einen besonderen Touch. Letztendlich tut das zeitliche Zusammenwürfeln der Handlung sogar recht gut, da der Film selbst für seine Entstehungszeit übertrieben knochentrocken erzählt ist und in seiner Langsamkeit selbst bei einem engagierten Publikum viel Geduld erfordert. Die Erzählform in zeitlich linearer Orientierung hätte da sicher zwischen unaufgeregt und aufgeregt mit zu langen Pausen hin und her gependelt und somit noch mehr Geduld vom Publikum abverlangt als ohnehin schon.

Zwar störe ich mich ein wenig am zu dominant eingebrachten Esoterik-Touch, allein die Orientierung der Psychologin ist äußerst lächerlich zu nennen, zumal jedwede Person trotz dieser zwielichtigen Berufsrichtung vollstes Vertrauen in die Frau hat. Diese Kritiklosigkeit lässt vermuten es bei den Verantwortlichen des Streifens tatsächlich mit Esoterikern zu tun zu haben. Aber wie auch immer, trotz dieser, zumindest für mich, dunklen Wolke, die da über den Geschehnissen dieses Horrorfilmes schwebt, weiß der Film mitunter aufgrund seiner zähen Erzählweise eine gewisse Faszination zu entfachen. Ich sage es gleich vorweg, diese Faszination konnte mich keinen kompletten Film lang fesseln, irgendwann empfand ich das Ergebnis von "Besessen von Dämonen" (Alternativtitel) als zu langweilig. Und seinen Schluss würde ich in der Überschwemmung an gefühlsduseliger Esoterik gar als lächerlich bezeichnen, man verzeihe mir meine Arroganz. Aber eine Zeit lang funktioniert Flockers vierter Spielfilm recht passabel, zumal er in der Hauptrolle der alten Dame faszinierend besetzt ist.

Kleine Besonderheiten werten das eher nüchterne Gesamtbild ein wenig auf. Zwar fragt man sich während der ganzen Vorkommnisse, warum das bislang unbekannte Übernatürliche so wirkungslos und fast schon unbeholfen agiert, allein schon weil man die Zusammenhänge zwischen Spuk und unserer Wirklichkeit noch nicht verstehen kann, aber dieser sich sinnlos anfühlende Terror, den diese Macht da entfacht, sorgt für gute Momente. Allen voran sei freilich die recht ordentlich getrickste Attacke sich selbst bewegender Steine und Felsbrocken genannt, die für wenige Minuten wahren Terror zu entfachen vermag, aufgrund des zu lang laufenden Szenarios jedoch an Intensität verliert. Das sind kleine Lichtblicke innerhalb eines Filmes, der auf seine nüchterne Art interessant beginnt und mit fortschreitender Laufzeit immer unbedeutender und langweiliger wird.

Wirklich ernst nehmen konnte ich den Film nicht. Dass er in der Trash-Collection erschien verstehe ich, auch wenn ich den Stempel Trash selber nicht verwenden würde, dafür ist "Erinnerungen an die Vergangenheit" (Alternativtitel) zu engagiert ausgefallen und außerdem umgesetzt wie gewollt. Trash ist in meinen Augen eher ein humoristisch gehaltenes Scheitern, welches ein Unvermögen verdeutlicht. Sicher war es nicht das Ziel mich zu langweilen, von daher kann man im gewissen Sinne von Unvermögen sprechen. Aber "Ghosts Killer" (Alternativtitel) ist kein peinlicher Film, selbst für Esoterik-Kritiker wie ich einer bin. Das Ergebnis ist freilich so oder so keine Empfehlung wert. Vielleicht mag ihn wer, der sich länger auf trockene Stoffe konzentrieren kann, als ich es tu, wobei ich mich eigentlich schon als recht hartnäckig bezeichnen würde, was dies betrifft, liebe ich doch den trockenen Erzählstil des 70er Jahre-Kinos.


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Trailer,   OFDb

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