LIEBE IM RAUMSCHIFF VENUS (Cinderella 2000 1977 Al Adamson)


Auf der Erde ist der Sex verboten und wird nur von einigen ausgewählten Personen praktiziert. Darüber wacht der große Bruder. Der Gesandte einer fremden Welt landet auf unserem Planeten, um den Menschen die Liebe zu lehren, und dies bringt er zunächst einer armen Jugendlichen bei, die unter ihrer neidischen Stiefmutter zu leiden hat...


Codo...

Ein Big Brother-Staat, der die Liebe untersagt, in einem Schmuddelfilm aus den 70er Jahren, der auf herrlich billige Art am Set Science Fiction-Utensilien einbindet, das kann sympathischer Schrott für Trash-Fans werden, überraschend geistreiche Kost im Schmuddeltarngewandt, oder billiger Mumpitz zur Ausrede etliche Nackedeiszenen einbringen zu können. Wie von der Wahrscheinlichkeit her zu erwarten ist es leider letztgenannter Punkt geworden, denn das dünne Gewandt an Komödie, Kostümen und Settings, das uns Science Fiction-Elemente suggerieren soll, steht kaum im Verhältnis zu den reichlich vorhandenen Sex- und Erotikszenen. Provozierend mit höchst wahrscheinlich tatsächlich kopulierenden Darstellern umgesetzt, sieht man beim Beischlaf stets den hässlichen behaarten Arsch des Mannes ebenso oft, wie die zarte weibliche Haut, so dass beim heftigen Gefummel weit weniger von Erotik die Rede sein kann, als zumindest in der Vorphase besagter Szenen, in denen sich lediglich entkleidet wird.

Wen nackte Haut reizt, gerade im Frisuren- und Körperlook der 70er Jahre, und ansonsten nichts weiter zu Unterhaltungszwecken benötigt, der kann mit "Liebe im Raumschiff Venus" eventuell schlicht zufrieden gestellt werden. Wer aber auf simple Komödienkost hofft, wird nicht befriedigt, nicht einmal auf "Police Academy"-Niveau. Letztendlich ruht sich Billigfilmer Al Adamson, der auch für Werke wie "Flotte Teens in Amerika", "Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein" und "Black Samurai" verantwortlich war, zu sehr darauf aus lediglich einen Trivialfilm vorzusetzen, so als wäre für ein passables Ergebnis auf reißerischem Niveau nichts weiter nötig als das bloße Einbringen billiger Schauwerte. "Cinderella 2000" (Originaltitel) ist eines von vielen Beispielen dafür, dass dem nicht so ist, erst recht wenn man lediglich Holzhammerkomik präsentiert im verzweifelten Versuch eventuell damit zufällig Lacher zu verursachen, anstatt sich professionell an solch ein Ergebnis zu wagen. Wie so gern in solchen Fällen werden für diesen Zweck einige populäre Märchen geplündert, was im konkreten Film hier in einer üblen Sexszene mit Liliputanern als die sieben Zwerge beim Gemeinschaftsbesteigen auf Schneewittchen gipfelt.

Nerviger Tiefpunkt von "Sex 2000" (Alternativtitel) ist der eigentlich charmant trashig aussehende Roboter, welcher dafür sorgt, dass die Gesetze des Diktators eingehalten werden und jegliche Sexversuche vor Ort schnellstmöglich unterbunden und geahndet werden. Der Darsteller steckt in einem unübersehbar billig angefertigtem, also absichtlich trashigem Kostüm, stört jedoch penetrant mit zu viel Gerede im nervigen Roboterslang, ohne reizvoll lustige Kommentare zu äußern, Subtilität einfließen zu lassen, Ironie, oder wenigstens einen Hauch Augenzwinkern. Der politische Aspekt, der zu einer amourösen Satire auf "1984"-Trash-Basis hätte werden können, wird kaum genutzt, stellt die Prüderie der Lächerlichkeit dar und entlarvt die Moralisten als Heuchler. Viel mehr fiel den Verantwortlichen des Stoffes nicht ein. Somit wird all dieser Firlefanz lediglich als Vorwand genutzt Nackedeiszenen aneinander zu reihen. Und auch wenn man mit einigen nicht sexuellen Einlagen, wie dem Robotertanz, versucht zusätzliche Reize einzubringen, so rettet dies doch trotzdem nicht den zu monoton ausgefallenen Eindruck des Gesamtstreifens, zumal derartige Gimmicks ebenso an Humorlegasthenie leiden, wie die restlichen Komikelemente dieses völlig unsympathischen, öden Streifens für Verklemmte, Pubertierende und Allesglotzer.


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