04.04.2020

GODZILLA KEHRT ZURÜCK (Gojira no gyakushû 1955 Motoyoshi Oda)


Einige Zeit nach der Zerstörung Tokyos taucht ein weiterer Godzilla auf und droht die Stadt Ôsaka zu zerstören. Zudem befindet er sich im Kampf mit einem riesigen Angilus, so dass die Bedrohung gleich doppelter Natur ist...


Gerächter Tod...

Bereits ein Jahr nach dem großen Erfolg "Godzilla" erschien die erste Fortsetzung und setzte sogleich auch dort an, wo der erste Teil endete. Man berät sich mit einem überlebendem Entscheidungsträger der Tokyo-Katastrophe, man stellt nachvollziehbare Überlegungen und Vorkehrungen an. Für einen Monsterfilm ist das, mit Ausnahme des ständig zu schnell aufkommendem Siegesgefühls der Menschen, recht bodenständig erzählt, das weiß zu überraschen. Zudem profitiert "Godzilla kehrt zurück" von dem schnellen Einstieg, den seine Geschichte ermöglicht. Arbeitete der Vorgänger noch mit dem Mythos des Monsters und mit der Frage dessen tatsächlicher Existenz, so weiß die Menschheit mittlerweile, dass Angriffe derartiger Monster möglich sind, zumal man eine derartige Katastrophe, wie sie die erste Kreatur anrichtete, nicht so schnell vergisst. Somit ist man gleich zur Gegenwehr bereit, ohne über den Wahrheitsgehalt der Situation zu zweifeln.

Was an "The Volcano Monster" (Alternativtitel) gefällt, ist der immer noch vorhandene düstere Touch, der ihn von den knallbunten späteren Fortsetzungen unterscheidet. Godzilla wirkt bösartig und bedrohlich, zumindest während seiner Soloauftritte im Meer. In den Kampfsequenzen mit dem anderen Monster, welche Grundlage für das Prinzip aller anderen Fortsetzungen werden sollte, sieht es hingegen anders aus. Zwar wird der Kampf im Gegensatz zu späteren Filmen der Reihe noch recht tiernah von den Bewegungsabläufen her umgesetzt, ein beschleunigtes Bild arbeitet dennoch gegen eine positive Wirkung, so dass diese Kämpfe weder eine Bedrohung suggerieren, noch einen funktionierenden Unterhaltungswert bieten. Da nutzt es auch nichts, dass allerhand Miniaturbauten zerstört werden. In diesen Momenten dominiert der Drang nach Zerstörung und Action, anstatt nach Verzweiflung, Angst und Spannungsbogen.

Wenn der Erzfeind Godzillas nach der Hälfte des Films glücklicher Weise überraschend ausscheidet und "Gigantis" (Alternativtitel) die Chance bekommt zu seiner vorherigen Stärke zurück zu finden, vergeigt es das Drehbuch, dass es nun wieder auf düsterer Ebene weiter gehen kann. Es ist nicht nur so, dass das letzte Drittel nach einem kurzen Pausieren der Monsterthematik komplett auf Fliegeraction setzt, die uns zeigen soll zu welch tollen Leistungen das Militär in der Lage ist, diese sich ellenlang anfühlende Schlacht findet zudem noch auf einem uninteressantem Terrain statt, auf welchem Godzilla keine Chance mehr bekommt seiner Zerstörungswut nachzukommen, geschweige denn zu einer Bedrohung für die Menschen zu werden. Da innerhalb dieser langen Schlusssequenz zudem schnell herausgearbeitet wird auf welche Art Godzilla besiegt werden soll, zieht sich das sich stets im Kreis drehende Kriegsgeschehen wie Kaugummi, bis das vorangekündigte Ziel endlich erreicht ist, ohne dass je die Bedrohung des Scheiterns der Mission spürbar gewesen wäre.

Umso erstaunter darf man sein, dass in dieser schwachen Phase des Streifens ein funktionierender, dramatischer Umgang mit einer der Hauptfiguren stattgefunden hat, ein Moment der einen wahrlich bewegt. Das funktioniert aber auch deshalb so gut, weil man sich in der Stunde zuvor gekonnt um die Vertiefung einiger weniger Charaktere bemüht hat, obwohl es an sich vordergründig stets nur um das Gesamtschicksal der Einwohner Ôsakas geht. Diese Ausnahmefiguren sind es auch, die den fast monsterfreien Mittelteil des Filmes halbwegs getragen bekommen, der aber trotzdem nie wieder derart interessant erzählt ist, wie der Beginn der Geschichte, dessen Qualität mit dem Kampf der Monster in der Hauptstadt angekommen zu bröckeln beginnt. Da es gerade das letzte Drittel vernachlässigt zu einem guten Unterhaltungswert zurück zu finden, und sich dieses ganz im Gegenteil stattdessen arg lahm guckt, kann man nicht wirklich von einem gelungenen Teil der Endlos-Reihe sprechen. So kann man von Glück reden, dass es seinerzeit trotzdem zu einer weiteren Fortsetzung kam, wenn auch erst sieben Jahre später, und Godzilla kein Zweiteiler blieb. Letztendlich lebt "Fire Monster" (Alternativtitel) als letzter in Schwarz/Weiß gehaltener Streifen der Reihe heutzutage nur noch von seinem Retrocharme. annehmbar


Trailer,   OFDb

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