Donnerstag, 1. November 2012

ALIENS - DIE RÜCKKEHR (Aliens 1986 James Cameron)


Viele Jahre sind vergangen, Ripley wird gefunden und aus dem Kühlschlaf erweckt. Die Geschichte von dem tödlichen Alien glaubt ihr niemand, erst recht, da der Planet, auf dem es einst gefunden wurde, mittlerweile besiedelt wurde. Als der Kontakt zu den Siedlern jedoch abbricht, eilt ein Kämpfertrupp zur Rettung - begleitet von der Alienexpertin Ripley...


Viele statt eines...

Ja, „Aliens“ wird seinem Ruf gerecht eine gelungene Fortsetzung zu sein, aber nein, von Teil 1 ist er im Gegensatz vieler anderer Meinungen meilenweit entfernt. Er muss aber auch gar nicht so gut sein wie sein Vorgänger. Ein solches Ergebnis wäre sowieso nur schwer erreichbar, und ein etwas blasseres Ergebnis, wie das was uns James Cameron vorlegt, ist immer noch gute Unterhaltung.

Der Film ist flott erzählt, baut prima auf Teil 1 auf, bietet gut getrickste Aliens in gelungenen Szenen (insbesondere der erste Auftritt der Viecher), und der Riplay-Charakter bleibt unverändert gut. Schön dass an dieser Figur nicht herumgepfuscht wurde.

Die neuen Figuren hingegen sind ziemlich oberflächlich charakterisiert. Lance Henrikson als Androide fällt hier positiv auf, aber auch nur weil der Rest einfach zu stereotypisch daherkommt. Die einzig wirklich gelungene neue Rolle ist die der Gegen Ende vorkommenden Alienkönigin. Wie sie optisch eingeführt wird, ist ebenfalls als gelungen zu bezeichnen. Wann die Kamera in dieser Szene was einfängt, und wie sie zuvor Ripley und das Mädchen bei dieser Entdeckung ablichtet, ist atmosphärisch dicht eingefangen.

Für Kurzweile ist also gesorgt, leider aber auch für kleine Ärgernisse. Dass gegen Ende, wenn es rasant wird, das säureartige Alienblut kein Problem mehr darstellt mag man fast verzeihen können. So wie Ripley ballert und wie nah sie dabei ihren außerirdischen Opfern ist, hätte es Cameron schon öfters zischen lassen müssen, auch an der Heldin selbst. Viel ärgerlicher ist jedoch, dass aus der neutralen Menschheit von Teil 1 nun mit dem Einfangen aufgenähter US-Fahnen auf den Uniformen die Herkunft deutlich wird.

Teil 1 zeigte eine namenlose Zukunft, nun in Teil 2 haben die Amis überlebt, und wie es den Eindruck macht die Führung auf der Erde übernommen. Diese unangenehme Erleuchtung ist auf anderer Ebene vielleicht auch gar nicht schlecht zu nennen. Nur Amis benehmen sich derart egoistisch und hohl, so wie der Trupp Kämpfer in der Fortsetzung präsentiert wird. Ganz schlimm ist hier die Verkörperung eines weiblichen Mitglieds, das wie eine Kampfamazone umherschlendert, leider nicht so positiv wirkend wie Ripley in Teil 1 oder die weibliche Nebenrolle in „Resident Evil“, sondern eher erinnernd an die erbärmlichen Auftritte Demi Moores in „Die Akte Jane“.

Das kleine Mädchen ist o.k. gecastet, die Idee dass die Aliens durch ihr Kreischen ständig auf Ripley aufmerksam werden ist ein gelungener Running Gag. Trotzdem nervt das Kind eher, als dass es für den Film fruchtbar wäre. Seinen Höhepunkt an Schlechtigkeit erreicht dieser Punkt in jener Szene, in der das Balg die Heldin „Mama“ nennt. Dieser Moment dürfte nur von einer einzigen Kinderszene im Science Fiction-Genre in Sachen Peinlichkeit übertroffen werden. Wenn in „Independence Day“ das Kind des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu seinem Papa sagt: „Einen fröhlichen Unabhängigkeitstag, Dad“, dann war bisher noch kaum wer nicht genervt.

Positiv hervorzuheben ist das Einbauen „der Gesellschaft“. Diese ist ja allgemein in der Alienreihe immer mehr und von Anfang an interessant vertreten. Man weiß auf der einen Seite zu wenig über „die Gesellschaft“, und doch wissen wir, was sie ungefähr möchte, der Regierung einiger Länder von heute nicht unähnlich und dennoch nicht exakt genug verdeutlicht um als Satire verstanden zu werden.

Sah man in Teil 1 noch einen Menschen im Alienkostüm umherhuschen, so ist es bzw. sie hier wesentlich besser eingesetzt. Auf der Gegenseite wirkt dafür mit modernen Sehgewohnheiten das gepanzerte Fahrzeug herrlich schlecht. So ist nun mal Kino, auch große Filme fangen sich im Laufe der Zeit kleine Trashpunkte ein.

„Aliens – Die Rückkehr“ ist eine unterhaltsame Fortsetzung, diesmal mit viel Action und wesentlich weniger Spannungsgehalt. Allerdings wird dieser Teil 2 von zu vielen Cineasten überbewertet. Den hohen Stellenwert, den er in deren Köpfen hält, hätten (fast) vergessene Filme wie „Colossus“ viel eher verdient.


Trailer,   OFDb

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