Sonntag, 4. November 2012

THREE - GLEICH BIST DU TOT (Three 2006 Robby Henson)


Eine Polizistin wird von einem ominösen Rätselkiller bedroht, der seine Opfer anruft, ihnen Rätselaufgaben gibt und bei Nichterfüllung tötet. Ihren Bruder hat sie dadurch bereits verloren, nun scheint es der Verrückte auf ein neues Opfer abgesehen zu haben: Den Theologie-Studenten Kevin, der etwas zu beichten haben soll...


Geschichten kann man klauen, Intelligenz nicht...

Die Geschichte ist nicht neu und überzeugt nicht einmal durch eine interessante Umsetzung. „Three“ scheint eine TV-Produktion zu sein und falls nicht, sollten sich die Verantwortlichen gleich doppelt und dreifach schämen. Henson bedient sich überall: Bei „Sieben“, „Scream“, „Stirb langsam 3“, „Identität“, „The Sixth Sense“. Eigene Ideen sind ihm und dem Drehbuchautor nicht gekommen, außer vielleicht der etwas guten Verwirrung, die von zwei Personen angesprochene Auflösung kurzfristig Lüge zu strafen, um am Ende doch des Rätsels Lösung zu sein.

Die Auflösung ist dann auch das einzige, das einen halbwegs motiviert dranzubleiben. Wesentlich mehr Verdächtige hätte es gegeben, wenn man nicht den Psychopatenmund beim telefonieren beobachten dürfte. Sein Drei-Tage-Bart schließt von Anfang an einen weiblichen Täter aus, dabei hätte es in diesem Geschlecht hervorragende verdächtige Kandidaten gegeben.

Um den Zuschauer an der Nase herumzuführen gibt man sich auch allerhand Mühe, versucht dabei irre intelligent zu sein und schafft es nicht. Unlogiken häufen sich, und die beginnen bereits im psychologischen Bereich. Hier müsste ein Horrorfilm nicht unbedingt realistisch sein, immerhin funktionierte auch „Psycho“ trotz dieses Makels sehr gut.

„Three“ begeht einfach den Fehler wen Überraschendes als Täter aufzudecken, beim Schreiben des Buches aber nicht darauf zu achten, ob dies denn überhaupt in jeder Situation sein konnte. Spätestens im Telefonat zwischen Polizistin und der Kindheitsfreundin des Studenten, welches das Finale einleitet, kann die Auflösung nicht mehr funktionieren. Da kann Henson nach Auflösung noch so viele aufklärende Bilder ein zweites Mal zeigen, es ist einfach Mumpitz, was er uns auftischen will.

Erschwerend kommt hinzu, dass der komplette Streifen arg konstruiert wirkt. Die Familie Kevins ist bitter böse, wirkt als wäre sie aus einem „Texas Chainsaw Massacre“-Film entlaufen. Der behinderte Bruder bekommt im Deutschen eine solch nervige Behindertenstimme, dass man sich echt fragt, ob sich die Verantwortliche für die Stimmenvergabe schon einmal überlegt haben, ob geistig Behinderte vielleicht auch ganz alltägliche Stimmen haben könnten. Und selbst der Aufhänger selbst, die Anrufe des Rätselkillers, wirken unglaublich gewollt und reißerisch, jedoch ohne mitzureißen. Auch hier straft die Synchronisation den deutschen Zuschauer zusätzlich, denn die entfremdete Stimme des Täters wirkt einfach nicht unheimlich. Seine Methoden ebenso wenig, ständig legt er Bomben, also gibt es eine Menge Explosionen zu sichten, das war es dann auch schon.

„Three – Gleich bist Du tot“ ist Billigware aus der Masse, der von vielen großen Vorbildern klaut, aber nichts gelernt hat. Ein solcher Schund kann auch wieder nur aus Ami-Land kommen, wo sonst hält man den Zuschauer für strohdoof und überprüft sein für klug befundenes Drehbuch nicht auf Ungereimtheiten in der Basis?


Trailer,   OFDb

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