Donnerstag, 7. März 2013

RISE OF THE DEAD (2007 William Weding)


Laura wird auf der Straße von einem Fremden attackiert. Wie sich herausstellt war dieser Mann ein ehrbarer Bürger, ein Rechtsanwalt. Überfälle auf Laura und Menschen mit denen sie zu tun hat häufen sich, immer begangen von normalen Mitbürgern. Allerdings scheinen die Täter unter einer fremden Macht zu stehen. Laura forscht nach und entdeckt, dass es einen Zusammenhang zwischen den Attacken und dem von ihr vor Jahren zur Adoption freigegebenen Baby gibt. Dieses hatte bei seinen zweiten Adoptiveltern einen tödlichen Unfall. Ist es als geisterhafter Rächer zurückgekehrt? Und wer waren überhaupt die ersten Adoptiveltern?...


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Wedings Film ist eine Billigproduktion, das fällt bereits sehr früh auf. Man setzte optisch schlechte Farbfilter ein, die aussehen wie Videobild von Amateurproduktionen, ohne dass „Rise Of The Dead“ eine ist (zumindest dieser, unter gleichem Titel gibt es eine Amateur-Zombie-Produktion von 2005).

Völlig unpassend zur billigen Optik überrascht eine gelungene Deutschvertonung, die man bei solch kostengünstigem Genrebeitrag in der Regel eher nicht beschert bekommt. Um so einfacher ist es, dem Produkt eine echte Chance zu geben und ganz verkehrt ist das Ergebnis auch nicht geworden.

Zwar gibt es nur wenig Szenen für die Gorehounds, und wenn das Blut mal spritzt ist es auch wenig originell geschweige denn ein Hingucker. Aber für Freunde harter FX ist „Rise Of The Dead“ auch gar nicht gedacht. Zwar klingt der Film nach Zombiefilm und lockt damit eben jenes blutgeile Publikum (mich eingeschlossen) und auch das rote Alterssiegel lässt da mehr Härte vermuten, am Ende sichtet man jedoch einen Geisterhorror, der sich ein wenig an die Idee aus „Dämon“ und „Shocker“ mit dem Körperspringen orientiert.

Die erste Filmhälfte ist trotz seiner billigen Umsetzung dann auch recht interessant. Schauspieler auf Amateurfilm-Niveau kriegen den rechten Bogen zum akzeptablen Spiel, so dass die zunächst rätselhafte Geschichte am mangelnden Talent glücklicher Weise nicht scheitert. Die erste Attacke auf Laura lässt dann zunächst auch einen Zombiefilm vermuten, immerhin läuft der Missetäter in merkwürdiger Körperhaltung umher und grunzt seltsam vor sich hin. Aber recht schnell wird klar, dass das Thema von Wedings Film ein anderes ist.

Welchen Hintergrund die Geschehnisse genau haben wird nicht so schnell klar. Nach 25 Minuten Laufzeit weiß man als Zuschauer noch immer nicht, um welche Art Horrorfilm sich „Rise Of The Dead“ nun handelt. Und auch wenn schon bereits der erste Attentäter auf völlig hirnlose Art von Lauras Freund außer Gefecht gesetzt wird, bleibt man als Zuschauer dennoch neugierig, was das nun alles soll – trotz der Gefahr dass sich solche Idiotien nun häufen.

Das tun sie glücklicher Weise nicht, zumindest nicht übermäßig. Der Stammzuschauer des Genres Horror ist zumindest schlimmeres gewohnt. Nach den ersten Attacken wird der Film zu einer Art Detektivgeschichte, bei welcher ein auf cool getrimmter Polizist zum ersten richtigen Schwachpunkt des Streifens wird. Der Mann überagiert, und das leider kurz bevor auch er sich zum Killer wandeln darf. Das beraubt der möglich packenden Szene sein Potential, und somit geht jegliche bedrohliche Atmosphäre flöten.

Die zweite Hälfte weiß aber ohnehin nicht mehr so zu gefallen wie die erste. Spätestens wenn das Rätsel gelöst ist, weiß das restliche Treiben nur bedingt zu unterhalten. Zumindest ist die Schlussidee der ganzen Geschichte recht interessant gelöst, auch wenn ich mir spätestens dort eher eine europäische Umsetzung gewünscht hätte, die das ganze unverkrampfter eingefangen hätte.

Letztendlich ist Wedings „Rise Of The Dead“ ein dünner kleiner Geister-Spuk geworden, den man niemanden ernsthaft empfehlen kann. Wer aber auch mal Billigproduktionen wie „Day X - Outbreak of the Zombies“ oder „Cannibal Dead - The Ghouls“ eine Chance gibt, der kann sich sicherlich auch für dieses schlichte Filmchen begeistern.

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