Donnerstag, 5. März 2015

THE BUNNYMAN MASSACRE (Bunnyman 2011 Carl Lindbergh)


In einer einsamen Ecke Kaliforniens kommen Jugendliche vom Highway ab, nachdem sie von einem LKW-Fahrer genötigt wurden. Der Motor ist kaputt, und auf der Suche nach Hilfe inmitten der Einöde stoßen sie auf einen Kettensägen-schwingenden Irren im Hasenkostüm und weiteren Psychopathen, die ihnen nach dem Leben trachten...


Klein Häschen wollte sägen gehn...

Ein Irrer im Hasenkostüm der Teenagern nach dem Leben trachtet - das klingt nach einem komödiantischen Stoff, ist aber inmitten seiner ernsten Umsetzung maximal augenzwinkernd gemeint und begeht somit den selben Fehler wie seinerzeit „Girls Nite Out“, in welchem ein Psychopath im Bärenkostüm des Schulmaskottchens morden durfte. Aber auch wenn Idiotien, wie das Flüchten auf einem Baum, wenn man mit einer Kettensäge gejagt wird, nach einem absichtlich parodistischen Umgang a la „Angriff der Killertomaten“ klingt, von Humor ist hier nichts zu spüren, ganz im Gegenteil. Und das darf einen intellektuell zu Recht erschrecken.

„The Bunnyman Massacre“, der in Deutschland nur gekürzt erschienen ist, ist unglaublich plump erzählt. Solch dämliche Teenager suchen selbst im fürs dümmliche Jugendbenehmen bekannte Horror-Genre ihresgleichen. Zudem habe ich selten Teenager erlebt, die so fröhlich mit dem Tod ihres Freundes umgehen wie hier gezeigt - vom schrecklichen Durst der sie eigentlich plagen müsste einmal abgesehen. Trotz Schwitzen, Stress und Panik sitzen noch am Abend die Frisuren perfekt und die Klamotten wirken wie frisch angezogen.

Zum Einstieg präsentiert uns Regisseur Carl Lindbergh, der auch für das ein Jahr später folgende Sequel „Bunnyman 2“ verantwortlich war, einen kleinen Klau von Steven Spielbergs „Duell“, was nicht wirklich prickelnd umgesetzt ist, so penetrant wie Lindbergh die Schnitte setzt um alles möglichst kostengünstig umzusetzen. Aber das Szenario rund um den optisch recht wirkungslosen Lastwagen gehört noch zu den besten Momenten eines Streifens, der sich fast auf Amateurfilm-Niveau schaut.

Danach klammert man sich stark an „Blutgericht in Texas“, zitiert nebenbei auch noch manch andere Horror-Größe. Aber inmitten lahmster Monotonie und extremster Dümmlichkeiten weiß dies alles keine Sympathie zu wecken und schlägt sich stattdessen ins Gegenteil um und nervt als anbiederndes Element. Im Gegensatz zum eingangs erwähnten Film mit dem Killer im Teddykostüm weiß das Hasendress des Psychos in „Bunnyman“ (Originaltitel) auch nicht zu wirken, was inmitten der trockenen Wald- und Wüstenkulisse auf groteske Art durchaus möglich gewesen wäre. Schade!

Die restlichen Psychopathen bleiben ebenso blass, zumal sie nicht besser gespielt sind als die extremst nervigen Teenager, was aufgrund der talentlosen Gesamtumsetzung aber auch nicht mehr wirklich zu stören weiß. Also, Finger weg! „The Bunnyman Massacre“ taugt so gar nichts und wenn überhaupt nur für Gore-Fans mit wenig Erwartungen, und dies auch nur in der Uncut-Fassung aus Österreich. Inhaltlich und inszenatorisch ist der Restfilm der sich um die Goreszenen herum entwickelt liebloser Vollschrott, auch wenn er wie ein Festessen für Trash-Fans klingen mag. Also mal im ernst, welcher Fan von Filmschrott könnte bei einem Titel wie „Bunnyman Massacre“ ernsthaft widerstehen? Ich könnte es zumindest nicht.

Wer auf simplem Amateurfilm-Niveau mit einer ähnlichen Geschichte unterhalten werden will, sollte lieber auf die dreiteilige „Camp Blood“-Reihe um einen Killerclown im Wald zurück greifen. Entgegen ihres Rufes lassen diese drei sympathischen unblutigen Filme zumindest einiges aufgrund ihrer sehr kostengünstigen Umsetzung verzeihen. „Bunnyman“ ist hingegen so lieblos dahingerotzt, dass es zur Qual wird ihn bis zum Abspann komplett mitzuverfolgen. Bei so viel die Intelligenz des Zuschauers beleidigenden Unfugs will man gar nicht erst freundlich ein Auge zudrücken. Wie sollte dies auch gehen bei solch häufigen und unübersehbaren inhaltlichen Anschluss-Fehlern, die der Film nach etlichen Schnitten begeht?


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