Montag, 27. April 2015

FRAU MIT HUND SUCHT... MANN MIT HERZ (Must Love Dogs 2005 Gary David Goldberg)


Die Erzieherin Sarah fühlt sich seit ihrer Scheidung so einsam, dass ihre Schwester in ihrem Namen eine Kontaktanzeige aufgibt. Über diese lernt sie den sympathischen, wenn auch etwas direkten, Bootsbauer John kennen. Gleichzeitig interessiert sich Sarah aber auch für einen frisch getrennten Vater aus dem Kindergarten. Eine Zwickmühle...


Vor dem Halbieren gut einfeuchten...

Sicherlich besitzen die meisten romantischen Komödien keine großartig tiefgehenden Geschichten. Sie leben meist von ihrem Witz und der prickelnden Romantik. Aber selten kamen mir Ereignisse in diesem leichten Genre so belanglos vor wie die aus „Frau mit Hund... sucht Mann mit Herz“, der lediglich die Frage nach Mr. Richtig stellt und erst mithilfe eines Buhmanns unter den beiden Favouriten zu einer Lösung kommt. Das wäre sicherlich nicht nötig gewesen, im Prinzip sogar interessanter und raffinierter ausgefallen, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, insgesamt ist einem die ewig jammernde Hauptfigur aber dann doch zu egal um wirklich wissen zu wollen für wen sie sich entscheidet.

Es ist nicht so, dass „Must Love Dogs“ (Originaltitel) teilweise nicht luftig leicht daher kommen würde und hin und wieder Sympathie versprühen würde, aber das sind Phasen in einem Film, der von seinen großartigen Darstellern zwar getragen aber nicht gerettet wird. Erstaunlich wieviel Mühe sich alle geben, wie angenehm Cusack daher kommt, wie kitschig aber nachvollziehbar die Beweggründe des Vaters dargestellt werden und wie dessen neue zwielichtige Freundin eine positive Wirkung im Laufe der Zeit beim Publikum erzielt. Letztendlich kommt der Streifen aber einfach eine Spur zu soft daher und suggeriert dem Zuschauer pausenlos dass ein Mensch ohne Partner nicht komplett wäre.

Wenn sich das finale Paar gegen Ende schwer damit tut endlich zueinander zu finden, dann ergibt das endlich einmal so starke Momente wie jene aus Cusacks geglückter Romantik-Komödie „Weil es Dich gibt“. Erfrischende Szenen, wie die verzweifelte Suche nach einer geöffneten Apotheke in der Nacht, oder solch frustrierende wie der von John mitbekommene Kuss eines nächtlichen Besuchers, sind einsame Höhepunkte in einer Geschichte die zwar nicht wirklich langweilt, aber doch im Laufe der Spielzeit immer wieder die Frage aufwirft: wen interessiert das nun wirklich?

Sicherlich würde es einigen Love Storys wie dieser hier ergehen, wenn sie sich nicht in irgendeinem unglaublich toll geschrieben Punkt hervorheben würden. In „Während Du schliefst“ wird die Sehnsucht von Pullmans Rolle hervorgehoben und auf den Zuschauer übertragen. „French Kiss" lebt von der frechen Art eines Kevin Klines. „So was wie Liebe" von den komplizierten Umständen der Moderne. Wo es an wahrem Wortwitz fehlt oder an intensiven Gefühlen, da schleicht sich eben einach ein gewisses Desinteresse ein, zumindest wenn die Figur im Blickpunkt zu austauschbar ist.

Sarah lernen wir eigentlich nur als jemand Einsames kennen, der gerne einen Freund hätte. Ihre Persönlichkeit, und damit die Antwort darauf ob ihre Probleme mit dem Finden von Mr. Richtig auch wirklich gelöst sind, lernen wir nicht wirklich kennen. Nur den bangenden, hoffenden und winselnden Part - überschattet von einer Familie, die zwingend möchte, dass Sarah endlich in einer Partnerschaft lebt. Fast schon will man die Heldin als Single erleben, um diesem hier vorgelebten Weltbild zuzurufen: es ist nicht schlimm allein lebend zu sein. Du bist auch etwas wert ohne einen Partner zu besitzen. Leider gibt sich der von Gary David Goldberg inszenierte Film im Abspann diesbezüglich lieber selber Recht, während er viel zu dreist von „Harry und Sally“ klaut, der durch seine Raffinesse und tiefgehenden Charaktere das exakte Gegenteil zum zu routinierten und oberflächlich ausgefallenen „Frau mit Hund... sucht Mann mit Herz“ ist.


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