Dienstag, 10. November 2015

CITY OF THE DEAD (Last Rites 2006 Duane Stinnett)


Zwei Straßengangs und die Polizei müssen sich zusammenraufen als nach einem Kometeneinschlag Obdachlose zu Zombies mutieren und ihr Leben bedrohen...


Zombies benötigen kein Dach über dem Kopf...

Bereits ein etwas seltener Gebrauch des Wortes Motherfucker würde „City of the Dead“, der im Original „Last Rites“ heißt, ein wenig erträglicher machen. Es ist schon erstaunlich wie oft dieses Wort fällt. Der Film setzt zwei Banden junger Ghetto-Gauner und einige Polizisten ins Zentrum. Ersteren verdanken wir nicht nur die häufige Nutzung besagten Un-Wortes sondern meiner Meinung nach auch das Nichtfunktionieren des Streifens.

Ähnlich wie sein großes Vorbild "Die Nacht der lebenden Toten" sind die Zombies des hier besprochenen Genre-Beitrags Nebensache. Man konzentriert sich auf den Konflikt der Eingeschlossenen. Romero setzte uns hierfür zumindest brauchbare Charaktere vor. Man empfand bei einigen sogar Sympathie, was nicht zwingend nötig gewesen wäre. "48 Weeks Later" (Alternativtitel) hat nichts dergleichen. Keine der Figuren mag man, man will sie nicht kennen und man hält auch nicht zu ihnen. Jene die einem nicht unsympathisch sind, die sind einem egal, weil man nichts über sie erfährt. Sie sind einfach da. Also sieht man einigen Vollspacken zu, wie sie alles falsch machen, was nicht gerade dazu beiträgt dass der Streifen trotz fehlender Sympathiefiguren funktionieren könnte, so wie es „Zombie 2“ oder „Uhrwerk Orange“ schaffte.

Einen Hauch guckbar wird das ganze nur deshalb, weil hin und wieder Humor aufblitzt. Ohne ihn wäre das der Soforttod jeglichen Unterhaltungswertes. So bleibt „Gangs of the Dead“ (Alternativtitel) zumindest guckbar schlecht, sprich man kann dran bleiben. Nerven tut das Ghetto-Gebrabbel trotzdem, und mag es die Figuren aus Ami-Sicht auch authentisch machen. Zwei von der Sorte hätten genügt, aber der Film stößt uns ja ausgerechnet mitten in deren Idioten-Welt, und da kann ich mich noch so zusammenreißen. Zu viele der Voll-Spackos nervt!

Zumindest im Trashbereich kann „City of the Dead“ ein wenig punkten. Der Kometenaufschlag ist bewusst schlecht getrickst, hier kommt kurzfristig die Atmosphäre des charmanten "Der Komet" auf. Auch der Schlussgag ist nicht von schlechten Eltern und überzeugt auch hier mitunter wegen der nostalgisch anmutenden schlechten Tricks.

Gorehounds wird es freuen zu hören dass es an blutigen Szenen so einiges zu bestaunen gibt. Über den kompletten Film verteilt hätte es davon zwar ruhig mehr geben können (das wäre in diesem Fall ausnahmsweise einmal ein rettendes Element gewesen), aber die Effekte die es zu bestaunen gibt sind dafür auch gelungen. Gerade wenn es den Bösewicht erwischt werden Splatterherzen höher schlagen. Auch die Zombies, wenn sie sich denn mal sehen lassen, sehen recht putzig aus. Da habe ich schon schlechteres erlebt.

„City of the Dead“ ist kein Hingucker, nicht mal für kurze Augenblicke. Aber wer unbedingt jeden Zombiefilm seines Lebens gesichtet haben muss, der wird dank netter Gore-Effekte zumindest nicht ganz so gequält wie in „Zombie Night“ oder „Zombex“. Ein Reinschalten empfehle ich jedoch niemandem.


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