2017/09/27

PLANET OF THE SHARKS (2016 Mark Atkins)


In der Zukunft ist unser Planet aufgrund der Erderwärmung ein von Wasser überfluteter Ort geworden. Während die letzten schwimmenden Städte der Menschheit darum kämpfen die Katastrophe zu beheben, werden sie von riesigen Haischwärmen angegriffen, einem Naturphänomen, welches es zuvor noch nie gegeben hat und welches die erste Stadt bereits komplett zerstört hat...


Cornelius bekommt nasse Füße...

Inmitten des umkämpften Gebietes jener Tierhorror-TV-Produktionen, die mit immer schrägeren Ideen versuchen einen letzten Rest Geld aus der Killerhai-Idee herauszupressen, klingt der Gedanke eines kompletten Haiplaneten für Freunde des Schundfilmbereiches eigentlich recht reizvoll. Was hätte das Szenario für einen Reiz bieten können, wenn man ahnungslose Astronauten auf einem fremden, wasserreichen Planeten hätte landen lassen, um sie Fischfutter werden zu lassen? Auch eine „Interstellar“-ähnliche Idee überraschend inmitten eines komplett überfluteten Planeten zu landen hätte seinen Reiz gehabt, man denke nur daran wie bedrohlich dort bereits ein Wasserplanet ohne Haie wirkte.

Aber das sind freilich Träumereien, wenn man sich auf ein Werk des Fernsehsenders SyFy einlässt, dem zu dem Titel nichts besseres eingefallen ist als sich an der Ausgangslage von „Waterworld“ zu bedienen und anstatt eines Meermutantenmannes Haie ins Zentrum dieser wackeligen Idee zu setzen. Bereits in Form einer Großproduktion machte das Zukunftsbild einer wasserüberfluteten Erde keinen Sinn, in „Planet of the Sharks“ versucht man gar nicht erst zu hinterfragen, wie überhaupt noch eine vergleichsweise ähnliche Gesellschaft unter diesen Bedingungen funktionieren soll. Mangelerscheinungen durch nicht mehr vorhandene Lebensmittel und viele andere naheliegende, mit der Idee eines Wasserplaneten direkt einhergehende Zusammenhänge, werden zu Gunsten des Hauptaspektes schlichtweg ignoriert.

Mag sein dass dies, gerade für einen stupiden Nonsens-Horror für die schnelle, triviale Unterhaltung, mehr Sinn ergibt, anstatt sich in hanebüchene Ausreden und Erklärungen zu verstricken, wirklich unterhalten will die Schnellproduktion aus dem Hause The Asylum aber so gar nicht, unterscheidet sie sich zum einen doch kaum von den gängigen Beiträgen der Fließbandproduktionen um Killerhai-Filme (einen „Sharknado“-ähnlichen Ausbrecher sollte man also nicht erwarten), zum anderen wird „Planet der Haie“ (Alternativtitel) ziemlich von Beginn an zu einem nervtötenden, dialoglastigen Langeweiler des Leergeschwätzes, gespielt in lahmer Kulisse, angereichert mit selbst unter vergleichbaren Produktionen mies zu nennenden Spezialeffekten und dargeboten von uninspirierten Darstellern, die in Studiokulissen so tun müssen, als ob sie in einem Hubschrauber sitzen würden, oder mitten auf dem Meer unterwegs wären.

Dass sich bereits nach (spätestens) 10 Minuten mit allen genannten inhaltlichen Faktoren und präsentierten Stereotypen der Rest der Geschichte vorhersehen lässt, tut dem langweiligen Plot erst recht nicht gut. Mangels individueller Ideen oder wenigstens einer Person, die sympathisch gezeichnet, oder halbwegs interessant hervorsticht, interessiert man sich null für das nicht halbwegs augenzwinkernd inszenierte Treiben, genau jenes, welches Regisseur Mark Atkins in seinem amüsanten „Sand Sharks“ so positiv zu nutzen wusste. Um es kurz zu machen: „Planet of the Sharks“ mag vom Titel her zunächst locken, er lohnt sich jedoch keineswegs, so müde wie er umgesetzt wurde und so schnell wie ihm die Luft ausgeht (wenn man das überhaupt so nennen kann, wenn von Beginn an nie Luft vorhanden war).


Weitere Besprechungen zu Planet of the Sharks: 


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