2017/09/30

ICE SHARKS - DER TOD HAT RASIERMESSERSCHARFE ZÄHNE (Ice Sharks 2016 Emile Edwin Smith)


Mitarbeiter einer Forschungsstation in der Arktis werden von einer bislang unbekannten Gattung Hai attackiert...


Der Sägefisch bekommt Konkurrenz...

„Der Tod hat rasiermesserscharfe Zähne“ heißt es im reißerischen Beititel aus Deutschland, und über den kann man erst recht schmunzeln, wenn man „Ice Sharks“ tatsächlich gesichtet hat, schließlich ließe sich der Spruch auf jeden der dutzendfachen Billig-Haifisch-Horrors anwenden, mit denen man von SyFy und Co regelmäßig zugeschüttet wird, wohingegen die Viecher aus dem hier besprochenen Streifen weit nennenswertere Eigenschaften besitzen, die es als Besonderheiten hervorzuheben gäbe. Das wäre neben der Existenz im Eiswasser und dem besonders intelligent zu nennenden Verhalten, welches die schwimmenden Killer hier an den Tag legen, in erster Linie ihre Eigenschaft mit der Rückenflosse die Eisschichten durchsägen zu können. Auch ihr Talent dünne Eisschichten per Sprungkraft zu durchbrechen, um Menschen zu attackieren, die sich auf der Eisoberfläche sicher vor dem Angreifer fühlten, gehört zu ihren Besonderheiten.

Im Genre selbst ist der im ewigen Eis auftauchende Hai keine Innovation, aber noch immer eine Rarität. Während man es in „Snow Sharks“ mit Hai-ähnlichen Kreaturen zu tun bekam, lauerte der Ur-Hai in „Megalodon“ tückisch zwischen den Eisschichten im Wasser, um urplötzlich hochzuschießen und seine Beute zu ergattern. Wer aber in einer Asylum-Produktion für den Fernsehsender SyFy ernsthaft Innovationen erwartet, kennt besagte Filmschmiede ohnehin noch nicht, werden die hervorstechenden, besonderen Einfälle eines dort produzierten Filmes, doch stets lediglich für das übliche 08/15-Storygerüst verwendet, das man als Fan des Genres schon mehrfach gesichtet hat.

Dieses wäre eine Spur erträglicher zu sichten, wenn The Asylum nicht stets auf die selbe nichtssagende, monotone Elektromusik für den Hintergrundsound zurückgrerifen würde, die aus theoretisch halbwegs spannenden Momenten lediglich ein Achselzucken zaubert. „Ice Sharks“ hat tatsächlich manchen Moment zu bieten, in dem man um Suspense bemüht ist, aber spätestens die x-fach verwendete Billigst-Einschlafkomposition verhindert ein aufregendes Szenario. All zu spannend hätte es ohnehin nicht werden können, denn „Ice Sharks“ ist selbst für seine Gattung Film, die für ihre Unsinnigkeiten regelrecht berüchtigt ist, äußerst hanebüchen zu nennen.

Spätestens wenn zur geschätzten zweiten Hälfte des Streifens die Forschungsstation auf eine Eisscholle abgekoppelt wird, nur um diese kurz darauf zu zerstören, um besagte Station zu versenken, wird es unsinniger denn je. Nicht nur dass keinerlei Wasser durch irgendwelche möglichen Ritzen eindringt und die Wissenschaftler immer weiter nach unten tauchend kühn und besonnen bleiben, da der Bau den dort unten herrschenden Druck locker aushalten kann, die irrwitzige Situation wirkt auf die Protagonisten außerdem geradezu selbstverständlich, so sehr sogar, dass eine der Hauptpersonen nebenbei erwähnt, dass eine solche Situation fataler Weise beim Bau der Anlage nicht berücksichtigt wurde.

In den 70er Jahren wurde das Genre gerne genutzt um Umweltschutzgedanken in ein solches Projekt einzubauen, damit man neben dem Unterhaltungswert auch gesellschaftspolitisch das Publikum erreichen kann. Dass das Schmelzen des ewigen Eises durch die von Menschenhand verursachte Erderwärmung hier zu Haiattacken führt, will freilich nicht mehr ernsthaft vor Umweltsünden warnen, sondern dient lediglich dem reißerischen Aufhänger.

Im selben Jahr erging es „Planet of the Sharks“ diesbezüglich ähnlich, im Gegensatz zu diesem kann man „Ice Sharks“ aber zumindest mit halber Backe gucken. Aufregend ist das Ergebnis in seiner monoton eingefangenen Atmosphäre keineswegs ausgefallen. Man muss sich in Geduld üben, um das Ende des Filmes erreichen zu können. Seine hochgradigen Unsinnigkeiten helfen aber zumindest dabei amüsierter zuzuschauen als beim eben erwähnten Langeweiler aus selbiger Produktionsschmiede. Dass es Regisseur Emile Edwin Smith jedoch besser kann, bewies er zwei Jahre zuvor mit dem ebenfalls dämlichen, aber weit unterhalsameren „Mega Shark vs. Mecha Shark“.


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1 Kommentar:

  1. Und es kommt ja noch "Empire of the sharks" für das man John Savage gewinnen konnte.

    Gruß
    Harry

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