SHADOWZONE (1990 J.S. Cardone)


Captain Hickock besucht das abgelegene Geheimlabor von Dr. Van Fleet, um Bericht darüber erstatten zu können, ob dessen Schlafexperimente weiter finanziert werden soll oder nicht. Man versucht ihm zu verheimlichen, dass ein künstlich in den Schlaf gesetzter Proband in einem kritischen Zustand für einen kurzen Augenblick Kontakt zu einer Parallelwelt fand. Unglücklicher Weise geschieht dies in der Anwesenheit Hickocks bei einem anderen Versuchsobjekt erneut, womit versehentlich ein intelligentes Wesen in unsere Welt gelangt, welches von nun an den Menschen im Labor den Kampf ansagt...


Dornröschen und das Biest...

Wo Charles Band drauf steht, ist auch Charles Band drin. Der Billigproduzent mit Hang zum charmanten Schrottergebnis finanziert unermüdlich in jeglichem Jahrzehnt seines Lebens Werke des phantastischen Films zu verschiedensten Themen, und zu Beginn seiner interessantesten Schaffenszeit, den 90er Jahren, entstand auch "Shadowzone", dessen Geschichte nicht ohne Reiz ist und von wem Professionelleres sicherlich richtig interessant umgesetzt worden wäre, wohingegen der Stoff unter Bands Fuchtel freilich nur an der Oberfläche des Möglichen kratzt, jedoch nicht gänzlich ohne zu unterhalten. Unter der Regie J.S. Cardones, der uns später noch "Zombies" mit der damals noch sehr jungen Chloë Grace Moretz und "The Forsaken - Die Nacht ist gierig" bescheren sollte, ist ein Routineprodukt entstanden, welches man sich als Freund des unbedeutenden Horrorfilmes für zwischendurch mal geben kann, oder auch nicht. Verpassen tut man nichts, all zu unterhaltsam ist der Streifen auch nicht ausgefallen, eine schlechtere Art seine Freizeit zu gestalten gibt es aber allemal. 

Das ist nun einmal das faszinierende an einem Charles Band-Film für Freunde dessen Werke. Selbst dann wenn ein Film dieses Vielfilmers nicht wirklich zu überzeugen weiß, weiß sein Produkt in der Regel trotzdem noch einen gewissen Charme zu versprühen, so auch im hier besprochenen "Shadowzone", der interessanter beginnt als er schlussendlich tatsächlich geworden ist. Die Darsteller überzeugen von Anfang an nicht. Hier könnte einem Louise Fletcher leid tun, die als einzige talentierte Person mit an Bord ist. Aber die zeigt zum einen nicht was sie kann und passt sich somit dem Niveau ihrer angeblichen Berufskollegen an, und zudem scheint sie sich zu amüsieren, zumindest hatte ich den Eindruck, dass es während des Drehs recht lustig abgelaufen sein könnte. Nun ist das freilich nur Spekulation, also wenden wir uns den Fakten zu.

Unübersehbar wird hier zum gefühlten tausendsten Mal bei "Alien" geklaut, wenn man durch karge Gänge tigern muss, um einer fremden Kreatur zu entkommen, die dem Menschen überlegen ist. Da wird zwar (nicht zum ersten Mal) das Raumschiff gegen ein unterirdisches Labor ausgetauscht, und die Kreatur ist intelligenter als der Mensch, aber zu übersehen ist die Parallele zu Ridley Scotts berühmten Science Fiction-Klassiker trotzdem nicht. Auch dann nicht, wenn der Autor plötzlich das Ruder herum wirft und aus der Kreatur wen Hilfesuchendes werden lässt, der lediglich zurück in seine Dimension möchte. Nun wird aus dem Monster nicht urplötzlich ein E.T., die Kreatur stellt ihre Forderungen nicht als freundliche Bitte in den Raum und unsere Helden sind am überlegen, ob das Wesen tatsächlich heim möchte, oder ob es sich nur um einen Trick handelt um die letzten Überlebenden ebenfalls töten zu können, aber letztendlich greift hier die Idee eines "Gefahr aus dem Weltall", dass das Wesen Hilfe benötigt, auch wenn es sich trotzdem nicht um eine freundliche Spezies handelt. Dass dieser Umstand so gar nicht zu den mörderischen Geschehnissen zuvor passt, interessiert in einem Billigfilm wie diesem freilich gar nicht. Vielleicht musste sich das Wesen auch erst mörderisch austoben, um schließlich herauszufinden, dass es sich hier nicht wohlfühlt und heim möchte, wer weiß.

Überforderte Darsteller, ein herrlich plumpes, aber doch recht sympathisches Monsterkostüm, das ominöse Schlaflabor mit den menschlichen Versuchstieren im künstlichen Tiefschlaf, so einige Aspekte wissen an "Shadowzone" zu gefallen, welcher recht stimmig, wenn auch simpel, beginnt, mit dem Erscheinen der Kreatur jedoch den Umbruch von einer neugierig machenden Geschichte zum eher öden typischen Einerlei eines "Hilfe, das Monster jagt uns durch unterirdische Gänge"-Standard-Horrorgeschehens erhält und damit zum austauschbaren, nicht wirklich unterhaltsamen Horrorbeitrag unter vielen wird. Typischer Nonsens, wie das sich künstlich anfühlende Verlieben in eine ewig schlafende Hübsche, verleihen dem Werk eine zusätzliche Note sympathischen Unsinns, oder fragwürdiger Weltsicht, je nachdem wie streng ideologisch und humorlos man die Tatsache betrachten möchte, dass zumindest die attraktive Blondine unbedingt gerettet werden muss. Somit wirft "Shadowzone" auch in seiner uninteressanteren Phase zumindest dem Dauergast von Bands Werken noch sympathische Häppchen zu, so dass dieser ohne einzuschlafen das Ende des Streifens erreichen kann. Ob selbiges auch für Leute zutrifft, die mit dieser Art Film ohnehin nichts anzufangen wissen, sei einmal dahingestellt.


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