IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN (Giant from the Unknown 1957 Richard E. Cunha)


Forscher stoßen in einem Gebiet, in dem es oft zu Verwüstungen und sogar zu Mord gekommen ist, bei ihren Ausgrabungen auf der Suche nach Spuren von Spaniern auf einen übergroßen Krieger von einst, der wiedererwacht ist und Terror verbreitet...


Kleiner Mann ganz groß...

Richard E. Cunha kann wohl nicht anders. Der Mann, der uns mit "Bestie des Grauens" eine noch naivere Version des ohnehin schon blauäugigen "Cat-Women of the Moon" vorgelegt hat, präsentiert mit "In den Klauen des Giganten" einen kaum weniger naiven Plot, weit über jener simplen Denkweise pendelnd, als die US-Autokino-Produktionen im Horror- und Science Fiction-Bereich der 50er Jahre ohnehin schon von uns abverlangen. So kommt es selbst im schlichtesten Plot zu Widersprüchen, Vereinfachungen, weltfremdem Gezeigten, einer Anhäufung von Schwarz/Weiß-Denken, auch im Bereich des Rassismus und der Frauenfeindlichkeit, sowie dem Erwarten einer visuellen Blauäugigkeit, so wenig wie hier versucht wurde mit Spezialeffekten den im Zentrum stehenden Aggressor groß erscheinen zu lassen.

Seltenst wird versucht den Schauspieler des Giganten leicht von unten gefilmt zu vergrößern, was aufgrund eines zu schlicht gewählten Winkels, wenn denn mal angegangen, nicht funktioniert. Und dünne Ästchen anstatt echte Bäume neben den angeblich überdimensionalen Krieger zu platzieren, will das Auge des Zuschauers ebenso wenig täuschen, zumal man inkonsequent wie man war nur eine handvoll Aufnahmen mit diesem Trick abfilmte. Ansonsten stampft der auf mich arg klein wirkende große Mann durch die Botanik, wie sie nun einmal gewachsen ist. Größere Körperteile bei Übergriffen auf Tier und Mensch standen nicht auf der finanzschwachen Spezialeffekt-Liste. Wenn der Gigant pflichtgemäß gegen Ende die weibliche Hauptrolle in den Armen haltend abschleppt, wird erst recht kein Geheimnis aus dem Miniaturriesen gemacht. Lustiger Weise hätte man seine Größe im Vorfeld gar nicht derart penetrant anpreisen müssen, dann hätte "The Diablo Giant" (Alternativtitel) diese Eigenschaft ignorierend lediglich vom Geist eines Kriegers handeln können, oder eben, wie im hier vorliegenden Fall, von einem Krieger aus der Vergangenheit, der aus bestimmten geologischen Gründen überraschend überlebt hat.

Aber nein, die Verantwortlichen von "Giant from Devil's Crag" (Alternativtitel) wollten unbedingt einen Riesen als reißerischen Aufhänger, und somit wird ihr blödsinniger Film noch blödsinniger als ohnehin schon. Komischer Weise guckt er sich auf seine streng naive und unsinnige Art halbwegs angenehm, auch in der langen Phase, in der eigentlich nichts aufregendes passiert. Streitereien mit dem Sheriff wirken in ihrer zu friedlich vorgetragenen Art und aufgrund dessen, dass man den Zwist zwischen den Fronten nicht nachvollziehen kann, noch naiver als in "Blob - Schreckenohne Namen". Und selten durfte man im biederen Amerika einen Filmvater erleben, dem es derart egal war, dass seine volljähriges Singletochter derart schnell umgarnt wird, wie im hier vorliegenden Fall - freilich trotzdem höchst bieder 50er Jahre-Kino-typisch vorgetragen. Der friedliche Grundton, die Stimmung einer Welt einfangend, in der es keine ernstzunehmenden Probleme gibt, funktioniert bei schlichten Gemütern bereits als Motor des unfreiwillig komischen Kinos. Und zu mehr schafft es "Giant from Diablo Point" (Alternativtitel) ohnehin nicht, egal wie wohlwollend man an ihn herantritt.


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Trailer,   OFDb

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