SUKEBAN DEKA (1987 Hideo Tanaka)


Die junge Yôko wurde als Girl Cop am Jojo im Kampf gegen das Verbrechen innerhalb einer Polizeieinheit ausgebildet, die über dem Gesetz steht. Zwar hat sie dieser Gruppe den Rücken gekehrt, doch nun will sie zurückkehren, um den Tod an einem Freund zu rächen, welcher düstere Machenschaften aufdecken wollte, die auf einer Schule für kriminelle Jugendliche abgeschottet auf einer Insel stattfinden. Da man sie jedoch nicht in den Polizeidienst zurückkehren lässt, infiltriert Yôko die Insel mit ihren Girl Cop-Freundinnen privat...


Murmel-Okyô Seite an Seite mit Jojo-Yôku...

Basierend auf einem Manga erschien der Kinofilm "Sukeban Deka" zwei Jahre nach der Ausstrahlung einer gleichnamigen TV-Serie zu dem Comic, und trotz seiner schrägen Ideen, wie dem zentralen Kampfwerkzeug der Heldin, guckt er sich aufgrund seiner Entstehungszeit noch weit weniger ausgeflippt als japanische Werke des phantastischen Films heutzutage meist angelegt sind. Es herrscht sogar ein recht nüchterner, ernst angegangener Erzählton innerhalb eines Streifens, dem ein Jahr später die Fortsetzung "Sukeban Deka 2" folgen sollte und im Jahr 1991 die Zeichentrickserie "Sukeban Deka". Aufmerksam bin ich auf den Film über die Neuverfilmung "Yo-Yo Girl Cop" geworden, die im Jahr 2006 erschien und mir viel Spaß bereitete. Zwar ist auch sie weit weniger schräg ausgefallen, als man bei einem Beitrag zu solch einem Thema meinen sollte, freilich war diese Version aber schon aufgepeppter als der sich wie ein TV-Film anfühlende hier besprochene Streifen.

Besagter heutzutage meist vernachlässigter nüchterner Grundton tut dem Streifen sichtlich gut, der aus der Trivialität in der er badet kein Geheimnis macht. Hoch emotionale Ausbrüche, ein kindliches Weltbild und ein Kampf Gut gegen Böse, wie es ihn auch nur in der Klischeewelt des Kinos geben kann, bestimmen den Inhalt dieses kurzweilig ausgefallenen und stimmig umgesetzten Streifens, der inhaltlich manches Mal ein wenig an "Der Mann mit der Todeskralle" erinnern mag, allerdings auch an James Bond und allerhand anderer angesagter Modewellen des Kinos. Von kleinen optischen Ärgernissen einmal abgesehen, die Rasanz vorgaukeln wollen, mit ihrer Bildentfremdung jedoch eher störend eingesetzt sind, gibt es an dem kleinen Unterhaltungsfilm, der stets zwischen ruhigem und flotten Erzählstil hin und her pendelt, nicht wirklich etwas zu meckern. Freilich erleben wir hier keine ausgefuchsten Choreographien, und die Geschichte steuert keinem überraschenden Geschehen entgegen und bietet lediglich das was man von ihr erwartet, aber eben dies weiß "High School Superheroine" (Alternativtitel) zumindest einzuhalten.

Es bereitet unglaublich viel Spaß den jungen Girls mit ihren bescheuerten Waffen dabei zuzusehen, wie sie einen diabolisch überheblichen Bösewicht bekämpfen, der eine Armee Gehirngewaschener zum großen Staatsputsch nutzen möchte und so ziemlich jede Eigenschaft eines comicartigen Filmbösewichts besitzt, inklusive metallener Geheimnisse, die ihn im Finale fast wie einen Cyborg wirken lassen. Mag das zu simple Abfilmen auch die Herkunft aus dem Fernsehen vortäuschen, in den explosionsfreudigen Actionszenen erkennt man schließlich doch das Budget eines Kinofilms, so dass auch hierdurch weitere Schauwerte das Gesamtergebnis zu bereichern wissen. Dass es sich hierbei stets um Quantitäten, anstatt um wahre Qualitäten handelt, ist in einem derart absichtlich auf Trivialfilm getrimmten Streifen keineswegs ärgerlich zu nennen. Ganz im Gegenteil lebt der Streifen von seiner verspielten Art mit typischen, geradezu als Klischee anmutenden, Zutaten und erfindet dabei das Genre weder neu, noch wird daraus ein zu gewöhnlicher Langweiler. Eingetaucht in emotionalem Kitsch, wie er auch nur im Japan-Kino nicht schädlich sein kann, liefert er Freunden asiatischer Filme, die auch mit dem sich arg retro anfühlenden 80er Jahre-Stil etwas anfangen können, genau jene unterhaltsame Kurzweile, wie man sie sich von Werken dieser Art im Vorfeld stets erhofft.


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Trailer,   OFDb

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