03.08.2019

MUTANT GIRLS SQUAD (Sentô shôjo: Chi no tekkamen densetsu 2010 Yoshihiro Nishimura, u.a.)


An ihrem 16. Geburtstag erfährt Rin von ihrer Mutantenherkunft, und entdeckt an diesem Tag auch ihre erste eigene Verwandlung. Allerdings verliert sie an diesem Tag auch ihre Eltern, die von einer Truppe Eindringlinge ermordet werden. Rin kommt in einer Mutantenakademie unter, wo sie unter ihres gleichen ist und Freunde wie Konkurrenten gleicher Maßen kennen lernt...


Den eigenen Reihen widersetzen...

Dass diese merkwürdigen Neo-Splatter-Werke aus Japan die Gemüter spalten und ihr ganz eigenes Publikum bedienen, ist kein Geheimnis. Ich selbst habe mich über den ein oder anderen nie ernst gemeinten Beitrag köstlich amüsiert, mag Filme wie "Gothic and Lolita Psycho", "Machine Girl" und "Big Tits Zombies", stoße aber immer öfter auf Werke wie "RoboGeisha", die es nicht mehr hin bekommen zwischen peinlichem Fremdschämen und treffsicherer, skurriler Geschmacklosigkeit zu unterscheiden. Sicher besitzt da auch jeder Zuschauer seine eigene Grenze, wo soll eine solche auch exakt verlaufen bei einer derart auf Provokation und absichtlich infantilem Getue konzentrierten Chose? "Mutant Girls Squad" pendelt irgendwo dazwischen, bestätigt zu Beginn den guten schlechten Geschmack dieser Art Film, wird dann aber austauschbar aufgrund fehlender Erweiterung des bisher Dargebotenen und eben auch weil das Ganze auf Dauer eher zu gewollt daher kommt, anstatt tatsächlich genügend Krawall zu erzeugen und erfolgreich Erwartungen durch Provokationen zu sprengen. Auch an kreativen Einfällen mangelt es im späteren Verlauf deutlich.

Auf die Geschichte kommt es bei einer solchen Produktion nicht an. Die bedient sich Anfangs bei "Teen Wolf", später auch bei "Sukeban Deka", konzentriert sich freilich aber hauptsächlich aufs Eingemachte, und da lässt die Schlachtplatte quantitativ gesehen auch nichts zu wünschen übrig. Mit harten Szenen wird nicht gespart, es gibt zusätzlich ordentlich Girlie-Power mit Erotiktouch und Sexualprovokationen, ein Rezept das zunächst auf herrlich niedrigem Niveau zu funktionieren weiß, bis die Monotonie einsetzt. So wie jedes Mitglied der Mutantenschule nur über eine bestimmte Eigenschaft verfügt, die sie ständig anwendet, so verkommt nach und nach auch die komplette Geschichte zum Stillstand, die ordentlich Gut und Böse durcheinander mischt und mit einer ungewissen Zukunft für die Heldinnen endet, was wiederum zu gefallen weiß. Ob sich der Kurzfilm-Spin-Off "Yoshie zero: Sentô shôjo gaiden" aus dem selben Jahr damit auseinander setzt weiß ich nicht, ich kenne ihn nicht, dem Titel nach zu urteilen konzentriert er sich aber scheinbar eher auf eine der Nebenfiguren des Hauptfilms.

Diesen inszenierten drei Regisseure, unter denen sich auch Yoshihiro Nishimura befindet, welchder dieser Gattung Film alles andere als fremd ist. Oft hat er für die Spezialeffekte in diesem fast Japan-eigenen Sub-Genre gesorgt, mit "Tokyo Gore Police" hat er diese spezielle Variante überdrehten Irrsinns sogar mit kreiert, ein Werk welches ich noch nicht gesichtet habe. Sollte es aber wie sein "Vampire Girl vs. Frankenstein Girl" ausgefallen sein, der ein Jahr später folgte und der mein erster Ausflug in diese Gattung Film war, kann man von einem guten Film sprechen. "Mutant Girl Squad" (Alternativtitel) war sein dritter Langfilm dieser Art, und wie eingangs erwähnt will dieser nicht mehr rundum überzeugen. Seine Partystimmung verliert er recht schnell, sein spezielles Niveau, welches guten Scheiß von missglücktem trennt, hält er nicht lange aufrecht. Nach diversen anderen von mir ungesichteten Projekten lieferte der gute Mann kürzlich mit "Kodoku", der Fortsetzung von "Meatball Machine", etwas wahrlich Missglücktes ab, den Weg nach unten beschreitet er also auf dieser Schiene weiter. Die Fans sehen das nicht so, die feiern seine späteren Filme und andere ähnliche Neo-Splatter ebenso wie die gelungenen Beiträge, es gibt also keinen Grund, dass von dieser Fehlentwicklung innerhalb dieser herrlich bescheuerten Machart wieder Abstand genommen wird, die Macher werden in ihrem Tun bestätigt. Ich finde das schade, aber wie gesagt lässt es sich ohnehin schwer trennen wo eine derart penetrante Geschmacklosigkeit stilsicher greift und ab wo das Ganze ein eher müdes, zu infantiles Treiben wird. Mit wenig Erwartungen kann man sich "Sentô shôjo: Chi no tekkamen densetsu" (Originaltitel) sicherlich geben, zum Leckerbissen wird er aber leider nicht, trotz manch herrlich netter Idee.


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